Fortbildung für die Schlittenhunde

Skiweltmeister Girardelli zu Gast bei den Huskies

Bild mit Weltmeister: Marc Girardelli (links) bei der Vorstellung der Physikalischen Gefäßtherapie mit (von rechts) Huskies-Manager Joe Gibbs, Physiotherapeut Witek Szota, Spieler Sven Valenti und Sponsor Horst Schnieder. Foto: Koch

Ein Skirennstar in einer Eissporthalle – selten kam das vor, als Marc Girardelli den Alpin-Zirkus beherrscht hat. „In der Zeit, wenn Eishockey gespielt wurde, habe ich jeden Tag trainiert“, erzählt der fünffache Weltcupgesamtsieger.

Unter den Freunden des Österreichers mit luxemburgischem Pass sind allerdings ein paar Kufencracks – in seiner Heimatstadt Lustenau, in Vorarlberg.

Nun ist er in Kassel zu Gast. Er ist Marken-Botschafter für die Firma Bemer und schildert den Huskies-Spielern, die künftig für Prävention und Regeneration einen Extraraum nutzen, seine Erfahrungen aus dem Bereich Physikalische Gefäßtherapie. Schnell entsteht der Eindruck: Girardelli war nicht nur auf zwei Brettern ein Profi. „Euer Trainer Rico Rossi“, so der vierfache Weltmeister, „hat mir erzählt, dass einige noch nicht gut deutsch verstehen, aber fast alle englisch sprechen.“ Also erzählt der Wahl-Schweizer, dessen Vorfahren aus Italien stammen, teilweise in englisch aus seiner Karriere...

...von der schwersten Stunde: Der Horror-Sturz im Training 1983 im kanadischen Lake Louise hätte fast sein Laufbahnende bedeutet – ein Knie war komplett verdreht. „Da war alles gebrochen“, erinnert sich der heute 52-Jährige, „normalerweise hätte das acht Wochen Gips bedeutet.“ Knie-Spezialist Richard Steadman aus den USA setzte bei Girardelli auf eine Bewegungstherapie. Schon nach vier Wochen gab es spezielles Treppentraining – von der Wirkung ähnlich der Physikalischen Gefäßtherapie.

...von den Spätfolgen: Bevor er Dezember 1996 vom Spitzensport zurücktrat, wurden die gesundheitlichen Probleme immer größer. 18 Operationen haben ihre Spuren hinterlassen. „Ich habe wegen der Schmerzen aufgehört“, sagt Girardelli rückblickend. Und im Alter von 46, 47 meldete sich sein Körper noch öfter – Schmerzmittel als ständiger Begleiter. Dann stieß er auf Bemer und die Geräte für Physikalische Gefäßtherapie. jetzt geht es ihm nach eigener Aussage gut. Er sagt Sätze wie „Ich schlafe besser“, „die Verdauung ist besser“ und „Bemer während meiner aktiven Zeit hätte für später einen Riesen-Mehrwert bedeutet“. Das sagt er nicht nur, weil er es an dieser Stelle sagen muss, auch weil er nun ganz entspannt hier auf einer Holzbank sitzen kann.

...von seinem Tatendrang: „Ich suche ständig neue Herausforderungen. Ich liebe Arbeit“, erklärt Marc Girardelli. Bekannt wurde er etwa, als er nach seiner Karriere in Bottrop eine Skihalle entstehen ließ. Später verkaufte er seine Anteile. Heute ist er im Bereich Eventmanagement tätig, arbeitet für eine italienische Skifirma und schreibt für italienische und österreichische Zeitungen.

...von Reisen per Helikopter: Girardelli hat einen Pilotenschein und nutzt regelmäßig in den Alpen dieses Verkehrsmittel: „Mit dem Auto hätte ich zum DTM-Rennen in Spielberg sieben Stunden gebraucht, mit dem Hubschrauber waren es nur zwei.“ Nach Kassel kam er aber mit dem Zug – dorthin gebe es eine gute Verbindung.

...von großen Duellen: Der Schweizer Pirmin Zurbriggen war der größte Rivale. „Wir waren erbitterte Gegner auf der Piste und haben wenig zusammen geredet“, betont Girardelli. Mittlerweile pflegen sie jedoch einen guten Kontakt. Am Wochenende haben sie sich zufällig beim Golf getroffen. „Pirmin hat mir sogar einmal geschrieben, dass er sich über unser inzwischen gutes Verhältnis freut.“

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