Kasseler machen Schritt aus der Krise

Souverän und ohne Gegentor: Huskies siegen gegen Freiburg

Stefan Tramm
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Stefan Tramm

Es geht doch. Und es geht auch nach einem 4:0. Die Kassel Huskies haben nach einer souveränen Leistung den zweiten Heimsieg in der DEL 2 geschafft.

Kassel - Gegen den EHC Freiburg gewinnen die nordhessischen Eishockeyspieler am Ende 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) und machen einen Schritt aus der Krise (hier gibt‘s den Ticker zum Nachlesen).

Prominenz ist da an diesem Abend. Und auf dem Eis steht ein Neuer, der zugleich ein Bekannter ist. Der Reihe nach und mit Namen: Der frühere Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann ist erstmals Gast in Kassels Eissporthalle, wo Bruder Matthias mittlerweile zum Mitarbeiterstab gehört. Der jetzige Sky-Experte wirft auch den Puck zum Eröffnungsbully auf das Eis.

Und dort stürmte an der Seite von Tim Lucca Krüger und Paul Kranz plötzlich Louis Trattner. Der 23-Jährige, in Kassels Eishockeyjugend ausgebildet, wurde kurzfristig von den Hannover Scorpions geholt und mit einer Förderlizenz ausgestattet.

Das Spiel, das Hamann und die Huskies-Fans dann sehen, gestaltet sich erst einmal mühsam. Klar, da ist diese verspielte 4:0-Führung vom Sonntag. Der nächste Baustein eines verkorksten Saisonstarts. Vielleicht wäre alles früh leichter geworden, hätte Stefan Tramm die Großchance in der 3. Minute genutzt. Das Tor ist ja fast leer, Patrik Cerveny steht am falschen Pfosten. Doch irgendwie landet der Puck in der Fanghand des Torhüters.

So bleibt es zäh. Fehlerbehaftet. Chancen? Mangelware. Bis zur 17. Minute. Dann sorgen die Huskies für erstes Aufatmen. Sie führen. Weil Eishockey eben manchmal aus einfachen Dingen besteht. Einem gewonnen Bully von Lois Spitzner. Einem Querpass von Marco Müller. Einem Schlagschuss von Oliver Granz.

Sie führen. Und ist es vielleicht gut, dass sie nur 1:0 führen? Im Mitteldrittel jedenfalls sind die Huskies hochkonzentriert. Sie spielen stark in Unterzahl, lassen zweimal keinen einzigen Torschuss zu. Es gibt bis zu diesem Zeitpunkt keine Strafe gegen die Gäste – und darüber Unmut in der Halle. Der aber erfährt Linderung. Denn aus diesem Mitteldrittel gehen die Gastgeber mit einer 4:0-Führung. Hochverdient.

Beim 2:0 ist es Corey Trivino, der einen feinen Querpass von Lukas Laub nur noch abstauben muss (27.) Beim 3:0 wird es kurios. Timo Gams zieht zentral ab. Aber eigentlich wird das nichts. Eigentlich hat Cerveny die Scheibe. Doch er hat sie eben nicht richtig. Sie rutscht ihm durch. Rutscht über die Linie. Oder? Es beginnt die Zeit des Wartens.

Und Wartens.

Und Wartens.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen die Schiedsrichter vom Videostudium zurück. Das Tor zählt! Aber das ist es noch nicht gewesen. Denn Kassel kontert. Brett Cameron führt die Scheibe. Er legt nicht quer auf den mitgelaufenen Trivino. Cameron täuscht an, zieht die Scheibe dann nach innen, schlenzt sie in die Maschen. Schon jetzt lässt sich sagen: Das ist das Tor des Tages.

4:0 also. Und okay, wir reiten jetzt nicht darauf herum, dass so ein 4:0 nicht immer einen Sieg bedeutet. Diesmal brennt ja auch nichts mehr an. Kassels Überzahl bleibt, als Freiburg doch noch Strafen kassiert, eher harmlos. Was harmlos ausgedrückt ist. Aber der sichere Jerry Kuhn bleibt diesmal zu Null. Und Hans Detsch setzt gegen den im Schlussdrittel im Freiburger stehenden Maurice Hempel den Schlusspunkt (51.) Die Huskies sind weiter Tabellenletzter. Aber sie sind nicht aufgetreten wie ein Tabellenletzter. Das ist doch schon mal was!

So haben die Kassel Huskies gespielt

Schiedsrichter: Naust/Neutzer

Zuschauer: 2298

Tore: 1:0 (16:24) Granz (Müller, Spitzner), 2:0 (26:52) Trivino (Laub, Rutkowski), 3:0 (32:15) Gams (Shevyrin, Spitzner), 4:0 (37:23) Cameron (Laub, Trivino). 5:0 (50:21) Detsch (Tramm, MacQueen)

Strafminuten: Kassel 10 - Freiburg 6.

Von Frank Ziemke

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