Last-Minute-Sieg in Weißwasser

Drei Treffer in 101 Sekunden: Das späte Feuerwerk der Huskies

Kassel. Die Aufholjäger sind zurück. Die Stehaufmännchen. Die Huskies, die traditionell niemals aufgeben. Nicht bei einem 0:2-Rückstand am Freitag gegen Ravensburg und einem 2:3 kurz vor Schluss.

Nicht einmal bei einem 1:3 in Weißwasser am Sonntag, als nicht einmal eine Minute noch zu spielen ist und die Kasseler Eishockeycracks doch noch als 4:3-Sieger in der Verlängerung vom Eis gehen. 

Das furiose Finale

Als die Partie bei den Lausitzer Füchsen mit dem 1:3 entschieden scheint, setzen die Huskies alles auf eine Karte. Torwart Mirko Pantkowski macht einem sechsten Feldspieler Platz Adriano Carciola (59:07) und David Kuchejda (59:32) erzwingen bei sechs gegen fünf per Doppelschlag binnen 25 Sekunden die Verlängerung. In der wehrt „Pante“ mit der rechten Schulter ein Schuss des frei stehenden Kyle Just ab, Jason Wisniewski busgiert den Abpraller im Fallen lang nach vorn, und Lukas Koziol vollendet den Konter zum 4:3. Der dritte Kasseler Treffer in nur 101 Sekunden. Welch ein Tor-Feuerwerk!

Die Reaktionen

„Wir haben uns das Glück hart erarbeitet“, bilanziert Rico Rossi – und kann doch sein Glück kaum fassen. Schließlich war angesichts eines erneut kapitalen Fehlstarts lange Zeit ein solches Happy End kaum noch zu erwarten. Erst nach dem 0:2 hatte Evan McGraths Überzahltor zum 1:2 (32.) die Huskies endlich ins Spiel gebracht. Und das schließlich so gut, dass Füchse-Trainer Hanno Järvenpää fix und fertig in der Pressekonferenz steht, die Floskel „from hero to zero“ bemüht. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der 54-jährige Finne mit stockender Stimme und „sehr, sehr enttäuscht“.

Die Erinnerungen

Da fällt Järvenpää ein: „Im Hinspiel hat uns Kyle Just nach 0:2-Rückstand noch in die Verlängerung gerettet – drei Sekunden vor Schluss. Jetzt weiß ich, wie Rico Rossi damals gelitten hat“, sagt der Finne. Und ahnt dennoch nicht, welche dramatischen, ja sensationell glanzvollen Endspurts sein Trainerkollege mit den Huskies schon hat feiern können. Eine Auswahl allein aus der Saison 2015/16:

4:3 nach 0:3: Derby in der Eissporthalle am 13. November. Und die Löwen legen los wie die Feuerwehr, führen nach einer halben Stunde 3:0. Oh weh! Dann aber folgt die wundersame Wende: Braden Pimm, Mike Little und Lennart Palausch bringen die Huskies in die Verlängerung; Taylor Carnevale und erneut Little machen den Triumph im Penaltyschießen perfekt.

6:4 nach 0:4: Gegen Heilbronn liegen die Kasseler am 13. Dezember 2015 nach 21 Minuten 0:4 hinten. Am Ende aber steht es 6:4.

6:6 nach 2:6: Das nächste Hessenderby – in Frankfurt droht den Huskies am 17. Januar 2016 beim Zwischenstand von 2:6 ein Debakel. Doch dann folgen vier Treffer in weniger als zwölf Minuten zum 6:6. Aber – zum Happy End reicht’s dann doch nicht: Die Löwen kontern mit dem 7:6-Siegtor in der Verlängerung.

Gegen Dresden steht’s am 20. Dezember 0:2, dann wenden Mike Little (47.), Thomas Merl (53.) und Manuel Klinge (54.) noch das Blatt zum 3:2. Und in Rosenheim siegen nervenstarke Huskies 4:3 nach 1:3 am 11. Dezember dank MacQueens Penaltytor.

Wer nun sinniert, dass die Kasseler Aufholjäger die aufregende Saison 2015/16 als Zweitliga-Meister abschlossen, dem sei aber auch gesagt: Diese Huskies können auch nach hoher Führung selbst noch untergehen. Wie am 8. Januar 2016, als selbst ein 4:0 (28.) gegen Ravensburg nicht zum Sieg reicht.

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