Vor Ort beim Eishockey-Spitzenspiel der Hessenliga

89ers nach 4:1 wieder auf Titelkurs: Spektakel mit späten Siegtoren

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Die Einstimmung: Trainer Mathias Kolodziejczak schwört die 89ers auf die Partie gegen die Eifel-Mosel-Bären aus Bitburg in der Kabine ein.

Kassel. Selten bekommt man bei freiem Eintritt so viel geboten, wie beim Spitzenspiel der Eishockey-Hessenliga: Als Tabellenzweiter empfingen die EJ Kassel 89ers die Eifel-Mosel-Bären aus Bitburg. „Dieses Spiel wird ausschlaggebend sein im Kampf um die Meisterschaft“, hatte Kapitän Patrick Berendt vor der Partie erwartet.

• 16.25 Uhr: Die Gäste treffen ein – in kleinen Gruppen in privaten Autos. „Der VW-Bus, den wir manchmal ausleihen, ist kaputt“, berichtet Betreuerin Katja Klein. Sie sorgt dafür, dass die Spieler vom Pass bis zum Trikot alles dabei haben. „Die Spiele in der Rheinland-Pfalz-Liga waren nicht mehr attraktiv für uns. Die Hessenliga ist eine neue Herausforderung.“

• 16.35 Uhr: Milan Mokros, neben Matthias Kolodziejczak Trainer der 89ers, kommt vom Gastpiel des DNLII-Teams aus Essen zurück. „Ich bin den Bus gefahren und kaputt von zwei Spielen hinter der Bande“, sagt er. „Heute wird Kollo die Jungs coachen. Die sind gut vorbereitet und heiß aufs Spiel.“

• 18:00 Uhr: Der Eismeister fährt aufs Eis, um das Spielfeld aufzubereiten. Draußen steht Kolodziejczak mit alten Weggefährten am Bratwurststand. Es nieselt. Für Caterer Stefan Arzt und sein Team kein Problem. „Wir stehen bei jedem Wetter hier. Selbstverständlich“, sagt der Fan, der einen Kapuzenpulli mit 89ers-Emblem trägt. „Was wäre Eishockey ohne Bier und Bratwurst?“, fragt er lachend. Drinnen bietet Manuela Ernst Süßwaren und warme Getränke an. „Der Standort hinterm Gäste-Tor ist super, ich kann ich das Spiel verfolgen“, sagt sie. Dennoch zuckt sie beim Kaffee einschenken zusammen, wenn ein Puck an die Bande knallt.

• 18.15 Uhr: Die Tribüne füllt sich nur langsam. Viele Fans sind mit den Huskies im Sonderzug nach Rosenheim gefahren. Claudia Robitaille ist mit den Kindern Ian Philip (11) und Luc Mathis (8), ihrem Bruder und einer Nachbarin gekommen. „Manchmal vermisse ich die Profizeit meines Mannes“, gibt die Spielerfrau zu. „Deswegen freue ich mich, wenn er bei den 89ers einspringt.“ Uwe Hofmann ist da, um alte Weggefährten seines Sohnes Niklas zu treffen, der vor seinem Wechsel nach Köln bei der EJK spielte. „Ich hoffe auf einen Sieg“, sagt er. Schließlich füllen 100 Zuschauer die Tribüne.

• 18.25 Uhr: Die Eismaschine ist stehengeblieben. Kevin Jorch, Sascha Schardt und Christopher Reimnitz, Kevin Jorch schieben sie an. Das Aufwärmen verzögert sich kurz.

• 18.57 Uhr: Spielunterbrechung in der sechsten Minute. Gästetorwart Danny Engels hat sich am Sprunggelenk verletzt. Freundin Katja Klein begleitet ihn in ein Krankenhaus. Für Feldspieler Daniel Petry wird’s hektisch: Weil Bitburg keinen zweiten Torwart hat, muss er in den Kasten. Bis er seine Ausrüstung beisammen hat, dauert es.

• 19.26 Uhr: Es geht weiter. Constantin Schneider trifft – 1:0 für die EJK (17.). Auf den Ausgleich hat Nils Feustel in Überzahl die passende Antwort. „Wir haben uns selbst Druck gemacht wegen des Torwartwechsels“, sagt Stürmer Schardt. „Aber der hatte ja früher mal im Tor gespielt und hat seine Sache gut gemacht.“ Erst am Ende nutzten die 89ers ihre Dominanz. : Schneider (58.) und Nils Vogel (60.) treffen zum 4:1. „Ein verdienter Sieg, jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand. Wenn wir die nächsten drei Spiele gewinnen, sind wir Meister“, sagt Schardt.

• 22.00 Uhr: Während die 89ers in der Kabine auf ihren Sieg anstoßen, machen sich die Gäste auf den 400 Kilometer langen Heimweg. Alle sind sich einig: Das war ein kurioses Eishockeyspiel.

Kassel - Bitburg 4:1 (1:0, 1:1, 2:0). Tore: 1:0 Schneider (17.), 1:1 Blasius (36.), 2:1 Feustel (38./5:4), 3:1 Schneider (58./5:4), 4:1 Vogel (60.). Strafminuten: 18 - 20. Zuschauer: 100

Von Carina Wagener

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