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Spontane Glückseligkeit: Kassel Huskies feiern ausgelassen die Meisterschaft

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Kassel. Die Party beginnt schon vor der Schlusssirene. Eingeläutet von einem, den niemand so recht dafür auf der Rechung hatte. 40 Sekunden sind noch zu spielen.

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Trainer Milan Mokros nimmt eine Auszeit. Sein Blick ist ernst. Auszeit? Die Kassel Huskies sind verwirrt. Sie

führen doch souverän 14:1 in der heimischen Eissporthalle.

Der EHC Neuwied 1b, Fünfter der Eishockey-Hessenliga, ist längst geschlagen. Doch natürlich versammeln sie sich an der Trainerbank - wo er sie Sekunden später kalt und vor allem klebrig erwischt. Denn kaum stehen seine Spieler vor ihm, greift Mokros hinter sich. Verspritzt mit einem breiten Grinsen eine Flasche Sekt über ihren Köpfen. Hüpft auf der Bank umher, freut sich wie ein kleines Kind. Es ist der Moment, in dem der sonst so besonnene Tscheche den Louis van Gaal in sich entdeckt: das Feierbiest. Was er in diesem Moment noch nicht ahnt: Die Revanche seiner Spieler wird deutlich feuchter.

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Dieses Bild spricht für sich: Erst hat die Mannschaft Trainer Milan Mokros (Mitte) mit Bier übergossen, dann setzt er sich auf eine der Bierboxen, greift zum Schläger und lässt sich von den Spielern (links Dennis Klinge) übers Eis schieben.

Doch erst einmal ertönt die Schlusssirene. Eine dumpfe Fanfare, die Jubel und Erleichterung auslöst. Nun, um genau 20.37 Uhr am Samstagabend, ist es endlich amtlich. Der Sieg, der letzte nötige Dreier zur Meisterschaft, der Aufstieg in die Regionalliga. Es sind jene Momente, die später alle Beteiligten übereinstimmend als die schönsten eines wunderbaren Abends beschreiben. Vieler Worte bedarf es nicht. Niels Hilgenbergs Kommentar spricht für sich: „Ich habe nur drei Worte: einfach nur geil.“

„Einfach nur geil.“

Es sind vielmehr die spontanen Gesten, die die Geschichten an diesem Abend schreiben. Beispielsweise die Traube: Unmittelbar nach der Schlusssirene haben alle Spieler nur ein Ziel: Torhüter Sajoscha Messing. Der verschwindet binnen Sekunden in einer Traube aus verschwitzten, siegestrunkenen Huskies. Oder die Dusche, zweiter Teil: Natürlich revanchieren sich die Huskies für die Sektdusche ihres Trainers. Sie stellen Mokros vor der Trainerbank. Und machen ihn nass. So richtig.

Kurz versucht er noch, mit einer Handbewegung das drohende Übel abzuwenden. Vergebens. Oliver Wohlrab und Ralf Hartfuß entleeren geschätzte vierzig Liter Bier über dem Kopf des Tschechen. Der fügt sich in sein Schicksal, funktioniert die Getränkebox kurzerhand um und lässt sich von den Spielern übers Eis in Richtung Heuboden schieben.

Humba im VIP-Raum

Es gilt das Motto: Alle machen mit. Genauer gesagt: müssen mitmachen. Auch jene, die sich zu diesem Zeitpunkt schon längst im VIP-Raum versammelt haben. Als Polonaise marschieren die Huskies erst hier ein, dann in der Champions-Bar. Ungeduscht und verschwitzt versteht sich. Christopher Reimnitz macht den Vorsänger. Und alle machen sie mit, die Humba. Den Ausdruck Kasseler Eishockey-Glückseligkeit schlechthin.

Gespielt wurde vor dem Jubeltaumel übrigens auch: Die Huskies hatten schon im ersten Drittel alles klargemacht. Alexander Heinrich mit drei Toren, Patrick Berendt und Patrick Schädel trafen zur sicheren Führung. Später machten dann Florian Böhm (2), Dave-Marvin Rauthe, erneut Schädel und Alexander Heinrich, Maximilian Röllig, Manuel Six (2) und Niels Hilgenberg den Sack zu.

Hessenliga, so sangen die Fans schon im zweiten Drittel, war schön. Aber die Aufstiegsfeiern sind doch am allerschönsten.

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