Mannschaft kommt immer besser in Schwung

Zwischenbilanz bei den Huskies: Starke Serie mit kleinen Makeln

+
Ein Aktivposten: Evan McGrath kommt immer besser in Form.

Kassel. Die zweite Eishockey-Liga pausiert wegen des Deutschland-Cups. 16 von 52 Hauptrunden-Spieltagen sind absolviert – traditionell Zeit für eine erste Zwischenbilanz aus Sicht der Kassel Huskies.

Eine mit viel Licht, aber auch Schatten. Ein Beispiel: Sieben der letzten acht Spiele haben die Nordhessen gewonnen, sich auf Rang vier vorgearbeitet. Aber – diese tolle Serie hat einen kleinen Makel: Noch immer gab es kein Sechs-Punkte-Wochenende.

Die aktuelle Lage in dieser Saison

31 Punkte haben die Kasseler geholt. Nur 2016 standen sie mit 35 Zählern besser da – hinter Bietigheim (42) und vor Frankfurt (33). Und das, obwohl immer wieder Leistungsträger verletzt fehlten, zeitweise sogar ein ganzer Block.

2015 waren es zur selben Zeit und weit vor dem Titelgewinn 28 Punkte und Rang fünf hinter Bremerhaven (37), Bietigheim (34), Frankfurt (33) und Dresden (32). 2014 reichten 26 Zähler zu Rang vier hinter Bietigheim (37), Rosenheim (29) und Frankfurt (27).

Die Lichtblicke

Werden wieder mehr, denn gleich in vier Kategorien sind die Huskies in der DEL2 spitze:

Mirko Pantkowski (19) hat nicht nur zunächst Markus Keller als Nummer eins im Kasseler Kasten verdrängt, das Eigengewächs führt mit 93,15 Prozent an abgewehrten Schüssen auch die Liga-Rangliste der Torhüter mit mindestens sieben Einsätzen ab. Keller (90,38) belegt Rang zwölf.

Führt die Huskies: James Wisniewski.

James Wiesniewski kam, sah und begeistert. Der Amerikaner ist tatsächlich der neue Star der Liga und mit 17 Scorerpunkten (4 + 13) nicht nur die Nummer eins der DEL2-Verteidiger, sondern auch die Nummer zwei der internen Kasseler Rangliste.

Eine Augenweide, wie er dem Spiel seinen Stempel audrückt. Ein Glücksgriff und die absolute Leitfigur im Team.

Braden Pimm (28) ist mit 27 Punkten aus 13 Toren und 14 Vorlagen der beste Offensivspieler der DEL2. In seinem dritten Huskies-Jahr beeindruckt der Kanadier als Vollstrecker, Vorbereiter und als einer, der die Kollegen mitreißt.

Das Powerplay: Es war zum Verzweifeln, seit Jahr und Tag das Überzahlspiel der Huskies oft schwach. Und nun, seit Wisniewski dabei ist, ist es der große Trumpf der Kasseler: 28,2 Prozent Erfolgsquote – 22 aller 62 Tore wurden im Powerplay erzielt. In beiden Werten ist kein Rivale besser. In Unterzahl reichen 84,6 Prozent inzwischen immerhin zu Rang vier.

Die Aktivposten: Natürlich ist der Aufschwung der letzten Wochen mit den Auftritten von Wisnieski eng verknüpft. Aber im Aufwind sind auch andere.

Evan McGrath (5 + 12 = 17) hat sich nach schwachem Start inzwischen gefunden, in sieben der letzten neun Spiele gepunktet und mit 58,26 Prozent eine vorzügliche Bullybilanz.

Jens Meilleur sammelt endlich Selbstvertrauen – dank drei Treffern in den letzten vier Spielen.

Toni Ritter ist der Schnellstarter im Team, vier seiner fünf Treffer brachten die Huskies 1:0 in Führung.

Adriano Carciola lief neun Spiele lang seinem ersten Tor und seiner Form hinterher. Umständlich, fehlerhaft, von der Rolle. Nun aber ist er mit neuem Selbstvertrauen ein Aktivposten: Sechs Tore in sieben Spielen und mit neuer strategischer Rolle im Powerplay.

Die Schattenseiten

Noch immer fehlt den Blau-Weißen die Konstanz über 60 Minuten und ein komplett überzeugender, begeisternder Auftritt. Die beiden besten Spiele zeigten sie auswärts, in Frankfurt (4:5) und in Dresden (7:1). Auch wenn die Aufholjäger mit einigen furiosen Endspurts so manche Kohle noch aus dem Feuer holten, so müssen sie den Fans mehr bieten.

Einzelne bewährte Kräfte kommen kaum in Tritt. Markus Keller ist weit entfernt von der großartigen Form als MVP beim Titelgewinn 2016. Auch bei Verteidiger Alex Heinrich (2+3=5) läuft es nicht rund. Alex Lambacher hat als Stürmer nach 16 Spielen nur einen Scorerpunkt gebucht, Kevin Maginots hadert mit sich, dass seine Formkurve angesichts der vielen Wechsel zwischen Kassel und Mannheim so stark schwankt.

Die Anzahl der Zuschauer

Nur 3055 Besucher kamen im Schnitt zu den acht Heimspielen – 265 weniger pro Partie als in der Saisonbilanz 2016/17. Und mehrfach schien es, als seien noch weniger Fans da als offiziell verkündet.

Das ist alarmierend – auch wenn die Kasseler bislang noch kein einziges der vier zugkräftigen Derbys daheim bestritten haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.