Stolz und Zurückhaltung bei den Huskies

Daran konnte man sich gewöhnen am Wochenende: Jubelnde Huskies! Unser Foto zeigt von links Austin Wycisk, Sebastian Alt, Conor Morrison und Eric Stephan. Fotos: Fischer

Kassel. Ganz am Ende, als die Feierlichkeiten fast beendet, La Ola und Humba angestimmt worden waren, da stimmten sie auf dem Heuboden noch ein Lied an, das im Laufe einer Saison nicht inflationär gesungen wird.

„Wir sind stolz auf unser Team - Kassel Huskies“, schallte es lauter und lauter. Auf dem Eis standen die Spieler und lauschten. Sie konnten ja auch zufrieden und stolz sein. Dem 4:1-Derbytriumph war ein 8:2-Sieg gegen Crimmitschau in Glanz und Gloria gefolgt. Der Aufsteiger steht auf Platz zwei der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga. Und gibt sich doch zurückhaltend und konzentriert.

Beispiel Manuel Klinge. Auf die Frage, ob dies das schönste Wochenende der bisherigen Saison sei, antwortete der Kapitän und zweifache Torschütze: „Ich hab ja ein Kurzzeit-Gedächtnis und kann mich gar nicht mehr erinnern.“ Was natürlich heißen soll: Sie gucken nur nach vorn. Und da verspricht Klinge: „Wir gehen jetzt nicht vom Gaspedal. Die kommenden Wochen werden sehr anstrengend. Ende Dezember werden wir schon klarer sehen, wohin die Reise für uns geht.“

Beispiel Sebastian Alt. Der Verteidiger beendete seine Zeit ohne Scorerpunkte mit zwei Treffern. „Das war natürlich ein schönes Gefühl, auch wenn meine wichtigste Aufgabe eine andere ist“, sagt er zwar, schiebt aber sofort nach; „Das Wichtigste ist: Wir halten alle zusammen. Wir sind einfach ein gutes Team.“

Beispiel Rico Rossi. Der Trainer genoss das Wochenende, keine Frage. Aber auch er betont sofort den Blick nach vorn: „Der Weg dieser Mannschaft ist ein Prozess. Wir müssen sie ständig weiterentwickeln.“ Mit dem derzeitigem Stand ist er aber natürlich sehr zufrieden. „Die Jungs spielen augenblicklich sehr clever und routiniert“, lobt Rossi. Wobei das fast schon unspektakulär klingt angesichts dessen, was seine Mannschaft am Wochenende leistete. Der Treffer zum 2:1 durch Alex Heinrich in Frankfurt und mehrere Tore am Sonntag gegen Crimmitschau sorgten auch in der Art, wie sie herausgespielt wurden, für Begeisterung. Das hatte schon einen Hauch von „Tiki Taka“, wie die Scheibe da von Spieler zu Spieler wanderte.

Am deutlichsten aber wird die Entwicklung des Aufsteigers derzeit in den Special Teams. Frankfurt zogen die Huskies in Unterzahl den Zahn. Und in Überzahl, da rappelt es regelmäßig im Kasten des Gegners. Zweimal bei den Löwen, dreimal in Folge gegen Crimmitschau. Und beim ersten Treffer reichte es schon, dass die Strafe gegen die Gäste angezeigt war. „Die Special Teams sind ein Hauptteil des Spiels. Wenn wir da so weitermachen, dann können wir in den nächsten Wochen einen Lauf bekommen“, sagt Rossi. Angesichts all der Zurückhaltung bei den Huskies klang das schon fast euphorisch.

Von Frank Ziemke

Kassel Huskies siegen 8:2 gegen die Eispiraten Crimmitschau

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