Erstes Tor nur knapp verpasst

Ex-Husky Phil Hungerecker über sein Länderspiel-Debüt

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Da war er noch ein Husky: Phil Hungerecker.

Die 94, das ist seine Nummer. Er hat sie in der DEL2 bei den Kassel Huskies getragen. Er trägt sie bei den Adlern aus Mannheim, dem aktuellen Tabellenführer der DEL. Und er trägt sie nun auch im Nationalteam: Phil Hungerecker.

Beim Deutschland-Cup hat der 24 Jahre alte Stürmer sein Länderspieldebüt gegeben und damit den nächsten und bislang größten Schritt in seiner Eishockey-Karriere gemacht.

„Es war ein schönes Gefühl. Für mein Heimatland aufzulaufen – davon habe ich schon immer geträumt. Dass ich die deutschen Farben nun tatsächlich repräsentieren durfte, das war toll.“ Hungereckers Stolz spricht aus jedem dieser Sätze.

Der erste Anruf von einer unbekannten Nummer kam zehn Tage vor dem Deutschland-Cup. Am anderen Ende der Leitung: Bundestrainer Marco Sturm. „Er hat mich informiert, dass ich auf Abruf bin, also zum erweiterten Kader gehöre.“ Sturms Nummer, die speicherte Hungerecker danach gleich im Handy ab. Und als diese Nummer dann zum zweiten Mal im Display erschien, wusste er zumindest, wer am anderen Ende der Leitung war. Und entgegen der Befürchtung, er werde ihm absagen, teilte Sturm dem jungen Angreifer mit, dass er wegen der Verletzung des Wolfsburgers Gerrit Fauser fest zum Kader gehöre.

„Damit hatte ich nicht gerechnet, zumal die Saison bisher für mich eher durchwachsen verlaufen ist. Aber die Einladung hat mich richtig motiviert.“ Kaum hatte Sturm aufgelegt, telefonierte Hungerecker weiter – mit der Familie in Lüneburg. Mama, Papa, Schwester Saskia saßen praktischerweise gerade zusammen. „Die haben sich natürlich auch super gefreut.“ Bruder Leon, aktuell die Nummer zwei des Zweitligisten Kassel Huskies, gab nur einen Kommentar ab: „Geil.“

Nach zwei Tagen gemeinsamen Heimaturlaubs ging’s für Phil Hungerecker dann zur Nationalmannschaft nach Krefeld. Gegen Russland, die Schweiz und die Slowakei kam er zum Einsatz. „Ich habe viel Vertrauen bekommen, durfte sogar in Überzahl aufs Eis.“

Nur zum Premieren-Treffer fehlten ein paar Zentimeter. Gegen die Schweiz traf er den Pfosten. Einen Puck als Erinnerung gab’s deshalb nicht. Aber das Nationaltrikot bekommt einen Ehrenplatz. „Das werde ich mir einrahmen“, kündigt er an.

Froh ist er auch über die Erfahrung, quasi auf den letzten Drücker noch Bundestrainer Marco Sturm kennengelernt zu haben, der am Dienstag sein Engagement als Co-Trainer beim NHL-Team in Los Angeles begonnen hat.

„Er ist eine deutsche Eishockeylegende, es war sehr cool, mit ihm zu arbeiten. Er hat das Herz am rechten Fleck, ist sehr menschlich und bringt eine hohe Fachkompetenz mit“, sagt Hungerecker, der nun auf den Länderspiel-Geschmack gekommen ist. „Ich wollte dieses erste Mal im Nationalteam einfach genießen. Ich hoffe, es wird eine Wiederholung geben.“

Zum Thema: Co-Trainer und Ex-Husky Abstreiter zu Bundestrainer-Diskussion: Alle Favoriten sind gebunden

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