Vor dem Hessenderby in der Playoff-Viertelfinal-Serie

Teamvergleich: Ex-Husky Schlager nimmt Huskies und Löwen unter die Lupe

+
Startklar für die Playoffs: Die Huskies (von links) Alexander Heinrich, Matt Neal, Sam Povorozniouk und Marco Müller in den neuen Trikots.

Kassel. Das Warten hat ein Ende: Am Dienstag starten die Kassel Huskies beim Erzrivalen in Frankfurt in die Playoff-Viertelfinal-Serie. Die Löwen haben die Hauptrunde als Dritter beendet, die Huskies als Sechster. Doch wer hat die besseren Karten?

Einer, der mit Bad Tölz gegen beide Teams in der Hauptrunde angetreten ist, ist Philipp Schlager. Der Ex-Husky vergleicht die Teams vor dem Playoff-Start am Dienstag.

Die Torhüter

Die Huskies haben auf dieser Position ein Luxusproblem: Markus Keller und Mirko Pantkowski sind beide besser als die Frankfurter Keeper. Antti Karjalainen hat viel prallen lassen. Klar ist es immer unglücklich für ein Team, wenn Torhüter mit Verletzungen zu kämpfen haben. Gerade in den Playoffs brauchst du eine starke Nummer eins hinter dir, auf die du dich verlassen kannst.

Vorteil: Da hat Kassel in jedem Fall die Nase vorn. 

Die Verteidiger

In solch einer Serie kommt es auf die Konzentration an. Gerade die Verteidiger können sich keine Fehler leisten. Sie dürfen nicht schlampig und zu langsam sein beim Aufbaupass oder die Lücke zur neutralen Zone nicht zu groß werden lassen. Auch wenn James Wisniewski nicht mehr da ist: Die Huskies sind gut aufgestellt. Gegen einen Marco Müller spielst du als Stürmer nie gern. Er ist einer, der in die Ecke geht, und dann kommt auch schnell mal ein schöner Zweikampf dabei raus, weil er nah an dir dran ist und dich hart angeht. Diese physische Note haben die Frankfurter zwar nicht. Aber auch sie haben viel Klasse in ihrer Hintermannschaft: bei Tim Schüle angefangen, der fünftbester Scorer im Team ist, über Dominik Tiffels bis hin zu Eric Stephan.

Vorteil: Beide Teams sind auf Augenhöhe. 

Die Stürmer

Da fällt mir bei den Huskies natürlich als Erster Braden Pimm ein, der eine extrem starke Saison spielt und ein klasse Spielertyp ist. Er schießt Tore, spielt Pässe, kämpft, fährt Checks: Er wird sehr, sehr wichtig für die Huskies in den Playoffs sein. Der Neue, Sam Povorozniouk, hat einen guten Eindruck hinterlassen, Adriano Carciola ist brutal gefährlich, Alex Lambacher hat sich klasse entwickelt, und wenn Toni Ritter ein gutes Spiel macht, ist er eine Bereicherung. Wenn er Gas gibt, fliegt er übers Eis. Insgesamt ist Kassel im Sturm gut besetzt, vor allem auch in der Breite.

Die Frankfurter haben nicht so viele Angreifer in ihren Reihen. Über die Qualitäten eines C.J. Stretch brauchen wir nicht groß zu sprechen, um einen Namen zu nennen. Natürlich haben die Löwen starke Individualisten. Aber den Löwen fehlt jene Tiefe, die die Huskies im Angriff haben.

Vorteil: Kassel Die Trainer 

Ich kenne nur Rico Rossi persönlich. Es kommt jetzt darauf an, was er machen wird, wie er sich gibt. Paul Gardner scheint eine ziemlich gerade Linie zu fahren. Das Wichtigste in den Playoffs ist, dass die Coaches eine gute Strategie haben und sie an den Gegner anpassen, ihn auch mal überraschen. Beide Trainer sind lange im Geschäft und kennen sich bestens aus.

Die Special Teams

Wahrscheinlich kommt es in dieser Serie auf die Specialteams an. Frankfurt ist bärenstark in Überzahl, stellt nicht umsonst das beste Powerplay-Team der Liga. Mir persönlich hat Stretch da sehr gut gefallen. Er ist auch in Überzahl enorm gefährlich. Die Huskies hingegen sind eine sehr gute Unterzahlmannschaft.

Vorteil: Frankfurt 

Die Serie

Das wird einfach nur ein großer Spaß. Frankfurt gegen Kassel, und das in den Playoffs - besser geht es doch auch für die Fans nicht. Ich erwarte eine sehr enge Serie, keinen einseitigen Sweep wie in den Vorjahren und eine Entscheidung erst im siebten Spiel - und zwar zugunsten der Huskies. Sie werden in Frankfurt das 4:3 in der Serie und damit die Halbfinal-Teilnahme perfekt machen.

Unser Experte Philipp Schlager

Philipp Schlager (31) spielte von 2008 bis 2010 und 2016 für die Huskies, in dieser Saison geht er für seinen Heimatverein Bad Tölz aufs Eis - derzeit als Topscorer. Er ist verheiratet.

Nicht nur sportlich gibt es ein Kräftemessen der beiden hessischen Metropolen: Lesen Sie hier, wie sich Kassel und Frankfurt auch kulturell messen - unser Städtevergleich.

Ergebnisse, Tabellen, Statistiken zur DEL2

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.