Heute Auftakt gegen Crimmitschau

Vor Pre-Playoffs: Experte Christof Kreutzer sieht Kassel Huskies vorn

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Startklar für die Pre-Playoffs: Huskies-Angreifer Sebastien Sylvestre könnte den Unterschied machen.

Ab heute zählt’s: Die Huskies starten um 19.30 Uhr in das erste von maximal drei Spielen gegen die Eispiraten Crimmitschau. Experte Christof Kreutzer macht den Vergleich.

Wie stehen die Chancen im Pre-Playoff-Duell der DEL2? Unser Experte Christof Kreutzer kennt als Trainer von Ligakonkurrent und Playoff-Teilnehmer Bad Nauheim beide Klubs und macht den Teamvergleich.

Torhüter: Mit Jerry Kuhn haben die Huskies einen sehr erfahrenen Torwart in ihren Reihen. Er ist ein Typ, der von hinten auf sein Team ausstrahlt, ein Kämpfer im Tor, der seiner Mannschaft Impulse gibt. Er bringt noch dazu Erfahrung aus der DEL mit. Mit Leon Hungerecker haben die Huskies zudem noch eine gute Alternative in der Hinterhand. Er ist ein guter junger Torhüter, den es gilt, aufzubauen. Der Vorteil liegt bei Kassel. Auch wenn Crimmitschaus Brett Kilar und Sebastian Albrecht ein Duo auf Augenhöhe bilden. Es bleibt abzuwarten, wer den Vorzug erhält. Aber beide werden sich in die Pre-Playoffs reinbeißen.

Fazit: Vorteil Kassel

Verteidigung: Die Kasseler Abwehr war die Saison über nicht so beständig, es gab viel Licht und Schatten. Auf dem Papier können die Verteidiger mehr. Aber zum Ende der Hauptrunde haben sie gezeigt, was der Kader hergibt. Auch die Erfahrung der Spieler könnte sich als Vorteil erweisen.

Die Eispiraten haben mit Carl Hudson einen sehr guten Ausländer, der den Takt vorgibt – vorausgesetzt, er ist rechtzeitig wieder fit. Crimmitschau hat relativ spät den Trainer gewechselt, seitdem stehen sie in der Defensive stabiler und sind insgesamt defensiver ausgerichtet.

Insgesamt sehe ich Kassel einen Tick vorn. Denn die Huskies könnten die Last auf mehrere Schultern verteilen, haben mehrere Verteidiger in ihren Reihen, die das Heft in die Hand nehmen können.

Fazit: Leichter Vorteil Kassel

Angriff: Da verfügen beide Teams über eine sehr hohe Qualität. Crimmitschaus Trumpf ist die Offensive. Sie haben in der Breite viele schnelle Spieler, auch das Umschaltspiel läuft gut. Da müssen die Huskies aufpassen. Die Angreifer sind in der offensiven Zone sehr beweglich. Da gilt es, gegenzuhalten. Ihre Topscorer Rob Flick und Patrick Pohl sind sehr gut auf den Schlittschuhen. Spieler wie Christian Hilbrich bringen noch dazu ihre Körpergröße ein.

Die Huskies haben eigentlich sehr viel Talent im Sturm. Und sie haben Sebastien Sylvestre. Ein Spieler, der den Unterschied machen kann, den der Gegner nie aus den Augen lassen darf. Er kann das Zünglein an der Waage sein. Ein weiterer Faktor ist Richie Mueller. Er kann aus jeder Position schießen. Deshalb sehe ich Kassel eine Nasenspitze vorn.

Special Teams: Da hält es sich die Waage. Statistisch gesehen, liegen beide auf Augenhöhe. Sylvestre kann in Überzahl jederzeit den entscheidenden Pass spielen. Crimmitschau wiederum profitiert im Powerplay von seinen schnellen Spielern.

Fazit: Ausgeglichen

Trainer: Kassels Coach Tim Kehler und Danny Naud in Crimmitschau verfügen beide über einen hohen Erfahrungsschatz. Beide sind sachlich und vermitteln ihre Vorstellungen auf ruhige Art und Weise an die Mannschaft. Naud hat erst im Februar die Eispiraten übernommen, daher ist es für ihn vielleicht etwas schwieriger. Beide sind tolle Kollegen.

Fazit: Ausgeglichen

Heimvorteil: In den Pre-Playoffs entscheidet jedes Spiel. Die Fans musst du sofort begeistern, mitnehmen. Eine gute Kulisse ist wichtig. Die Kasseler Fans, das weiß man schon aus der Historie heraus, können richtig Gas geben. Auch im Sahnpark in Crimmitschau gibt es eine gute Atmosphäre. Es ist ein enges, offenes Stadion mit guter Akkustik. Trotzdem hat Kassel die Nase vorn. 

Fazit: Vorteil Kassel

Aktuelle Form: Da ist Kassel klar im Vorteil. Auch wenn lange die Beständigkeit fehlte – spätestens als die Huskies die Leistung aufs Eis bringen mussten, um in den Pre-Playoffs zu landen, haben sie das gemacht. Wenn sie so weitermachen, auch in der Defensive, haben sie die Nase vorn. Crimmitschaus Leistungen waren schwankend. Als die Eispiraten bei uns gespielt haben, haben sie gut begonnen, aber hintenraus fehlte ihnen die Konstanz. Ebenso in der Hauptrunde, sie mussten am Ende um jeden Punkt kämpfen. Andererseits sind sie noch knapp in die Pre-Playoffs reingerutscht, das löst Euphorie aus. Und dieses positive Gefühl können sie mitnehmen, das kann Kräfte freisetzen. 

Fazit: Vorteil Kassel

Tipp: Wer das erste Spiel gewinnt, ist im Vorteil. Kassel ist der Favorit. Ich glaube, die Huskies entscheiden die Serie im dritten Spiel für sich.

Zur Person: Christof Kreutzer (51) trainiert seit Sommer den Eishockey-Zweitligisten Bad Nauheim. 2016 hatte ihn die DEL zum Coach des Jahres gekürt. Der Uerdinger, Bruder von Ex-Husky Daniel (39), war untrennbar mit seinem Heimatverein Düsseldorf verbunden, für den er während seiner aktiven Zeit ausnahmslos aufs Eis ging, mit dem er fünfmal Deutscher Meister wurde. Der ehemalige Verteidiger coachte im Nachwuchsbereich, wurde 2014 Co-Trainer der DEG, von 2015 bis 2017 war er Cheftrainer. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter.

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