Die besonderen Geschichten des 5:0 der Huskies gegen Kaufbeuren

Ein Tordebüt und der nächste Shutout

Fokussiert: Verteidiger Derek Dinger erzielt gegen Kaufbeuren sein erstes Saisontor.
+
Fokussiert: Verteidiger Derek Dinger erzielt gegen Kaufbeuren sein erstes Saisontor.

Die Kassel Huskies haben auch gegen den ESV Kaufbeuren nicht nachgelassen. Wir blicken auf die besonderen Geschichten rund um den 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)-Triumph des DEL2-Tabellenführers.

Kassel – Neunter Sieg in Folge mit der nahezu optimalen Punkteausbeute mit 26 von 27 Punkten – die Erfolgsserie der Kassel Huskies hat auch der ESV Kaufbeuren am Dienstagabend nicht stoppen können.

Der Tor-Debütant

Was gäbe es nicht alles zu sagen: Der Kanadier Ryan Olsen heizt mit einer überzeugenden Leistung den Kampf um die vier Ausländerplätze im Team an. Lois Spitzner festigt seinen Platz als erfolgreichster deutscher Stürmer im Team, Neuzugang Phil Cornet trägt sich auch im fünften Einsatz in die Torschützenliste ein. Wir aber rücken einen anderen Spieler in den Fokus: einen Verteidiger, der eher selten als Torschütze in Erscheinung tritt: Derek Dinger.

Was war das nicht für eine Geschichte in der vergangenen Saison. Eine gefühlte Ewigkeit wartete der Kasseler auf seinen Premierentreffer. Fast schien es, als wollte der Puck einfach nichts ins Tor, bis kurz vor dem Ende der Hauptrunde der Knoten platzte. Und nun hat Dinger am 18. Spieltag getroffen, nach zuvor sechs Vorlagen und einem Pfostentreffer in Freiburg – mit einem satten Pfund von der Blauen Linie 45 Sekunden vor der Schlusssirene. Ein Schuss, der auch Ausdruck seiner aktuellen Verfassung ist. Nach einem Sommer, in dem er lange auf einen neuen Vertrag warten musste, läuft es jetzt. „Ich habe viel Arbeit investiert und bin froh, dass sie Früchte trägt“, sagt er.

Nachdem die Huskies eine Weile mit fünf Verteidigern rotierten, hat er mit Troy Rutkowski jetzt einen festen Partner. „Das hat auf Anhieb geklappt, auch wenn wir uns gar nicht kannten. Wie blind wir uns verstehen, das sieht man in den Spielen.“ Heißt: Geht Rutkowski nach vorn, sichert Dinger ab. Sucht Dinger den Weg nach vorn, kann er sich darauf verlassen, dass sein Nebenmann hinten aufpasst. „Eine coole Sache“, sagt der Kasseler.

Der Shutout-König

Kaufbeurens Stürmer waren sauer. Richtig sauer. „Man ey, so ein Mist!“ – das hörte man immer wieder am Dienstagabend. Was ihnen die Laune dermaßen verhagelte? Huskies-Torhüter Leon Hungerecker.

Der parierte alle 25 Schüsse der Gäste, feierte so seinen dritten Shutout der Saison und ist nach seinem gegentorlosen Spiel beim 8:0 in Bad Nauheim inzwischen seit 159 Minuten unbezwungen. „Dass Jerry und ich so gute Zahlen haben, ist nicht allein unser Verdienst. Wir haben super Vorderleute, die sich in alles reinwerfen. Defensiv sind wir saustark“, sagt Hungerecker.

Sicherer Rückhalt: Torhüter Leon Hungerecker feiert seinen dritten Shutout.

Der 22-Jährige, der mit einer exzellenten Fangquote von 93,33 Prozent knapp hinter Teamkollege Jerry Kuhn (94,01) liegt, betont, dass ihn die Arbeit mit Torwarttrainer Antti Ore voranbringt. „Er hat mir beigebracht, mich auf meine Größe zu verlassen. Wir sind immer in Kontakt, Antti schreibt uns nach jedem Spiel“, so Hungerecker, der mit 1,90 Meter Größe Gardemaß hat.

Was aber macht ein Torhüter, wenn lange kein Schuss auf das Tor kommt? „Man darf nicht herumträumen. Jedem Torwart gefällt es eigentlich, wenn er 60 Schüsse auf den Kasten kriegt – bei uns sind es viel weniger, deshalb muss ich hellwach bleiben.“ Die Siegesserie, so Hungerecker, spielt bei den Huskies nur eine untergeordnete Rolle: „Wir gehen in jedes Spiel rein, als wäre es das erste – wir wollen es gewinnen. Über diese Serie freuen wir uns erst nach Spielende.“

Hungereckers Mitspieler können sich derweil auf eine süße Überraschung freuen. „Ich werde den Jungs für den dritten Shutout etwas mitbringen. Meine Freundin hat eine Süßigkeit gebacken“, erzählt er.

Burns geht es besser

Weder Husky Nathan Burns noch Kaufbeurens Tyler Spurgeon hatten den Zusammenstoß im Schlussdrittel kommen sehen. Benommen blieben beide nach einer unglücklichen Kollision liegen. Burns wurde danach in die Kabine begleitet. „Ihm geht es schon besser“, sagte Trainer Tim Kehler am Mittwoch. Der Stürmer werde behandelt. Eine genauere Prognose steht aus. Kehler erklärte: „Wir schauen von Tag zu Tag“. Burns hatte gerade erst eine Gehirnerschütterung überstanden.

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.