Mirko Pantkowski: Zweitliga-Debüt mit 16

Kassels Torhüter-Talent  spielte als Förderlizenzler in Heilbronn

Toptalent im Reisestress: Der Kasseler Mirko Pantkowski stand am Sonntag als Mannheimer Förderlizenzler für Heilbronn zwischen den Pfosten. Archivfoto: Fischer

Kassel. Ob er sich sein Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga 2 wirklich so vorgestellt hat?

Beim 2:12 der Heilbronner Falken bei den Löwen Frankfurt am Sonntagabend kam der junge Kasseler Mirko Pantkowski beim Stand von 0:5 nach 27 Minuten aufs Eis und so mit gerade einmal 16 Jahren zu seinem ersten Einsatz in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Erst im März hatte er für die Kassel Huskies sein Debüt in der Oberliga gegeben.

Eigentlich spielt der U17-Nationaltorhüter mit den Jungadlern in der Deutschen Nachwuchs-Liga DNL. Doch weil die Heilbronner Falken derzeit ein Torhüter-Problem haben (die Nummer eins Philip Lehr ist verletzt, Ersatzmann Florian Proske bei der U20-WM im Einsatz), holten sie sich personelle Unterstützung von DEL-Kooperationspartner Adler Mannheim. Und die statteten kurzerhand die Nummer eins ihres DNL-Teams mit einer Förderlizenz aus und schickten Pantkowski nach Heilbronn.

Auch wenn er am Sonntag siebenmal hinter sich greifen musste, nimmt er es sportlich: „Ich konnte nicht viel machen und habe mein Bestes gegeben. Es war trotz des Ergebnises eine gute Erfahrung. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen und unterstützt“, sagt er. „Ich habe viel gelernt und nehme nur das Positive mit. Anders als in der DNL wird mit mehr Tempo und viel mehr Kopf gespielt.“ Auf der Tribüne drückten Mama Marta und Papa Adam die Daumen - und nutzten die Gelegenheit, ihrem Sohn vor Heiligabend schnell noch ein Weihnachtsgeschenk zuzustecken.

Denn Pantkowski ist im Reisestress. Am Freitag ging’s von Mannheim nach Heilbronn. Abends saß er beim Heimspiel der Falken gegen Bietigheim (0:2) als Ersatzmann auf der Bank. Samstagmorgen ging’s um neun Uhr nach Bad Tölz zum Lehrgang der deutschen U17, von dort sonntags wieder nach Frankfurt, wo er abends sein DEL2-Debüt gab. Montagmorgen um vier Uhr in der Frühe machte er sich auf den Weg nach München, um dort die U17 zu treffen. Und mit der ging’s Dienstagmittag via Frankfurt nach Calgary zu einem internationalen Turnier (26. Dezember bis 1. Januar). Es wird das erste Weihnachtsfest sein, das er nicht zu Hause verbringt. „Bei uns geht’s eigentlich immer sehr traditionell zu. Wie wir mit der Mannschaft Heiligabend feiern, weiß ich jetzt noch gar nicht“, sagt der Keeper. Und ein bisschen Kassel hat Pantkowski irgendwie auch in Kanada dabei. Trainer der U17 ist Ex-Huskies-Coach Jürgen Rumrich, unter dem Pantkowski im März sein Oberliga-Debüt gab. Sein Geschenk hat der 16-Jährige übrigens schon ausgepackt: „Eine dicke Wintermütze. Die fehlte mir für Kanada noch.“

Von Michaela Streuff

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