Wiedersehen mit Ravensburg

Sportdirektor Klinge: „Towerstars haben viel Potenzial“

Jubel in Spiel zwei am 28. März 2016: Manuel Klinge freut sich nach einem Treffer, Ravensburgs Torhüter Matthias Nemec hat das Nachsehen.
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Jubel in Spiel zwei am 28. März 2016: Manuel Klinge freut sich nach einem Treffer, Ravensburgs Torhüter Matthias Nemec hat das Nachsehen.

Die Playoff-Reise führt die Kassel Huskies im Halbfinale nach Oberschwaben. Die Serie gegen die Ravensburg Towerstars startet am Montag. Sportdirektor Manuel Klinge erwartet eine schwere Aufgabe.

Kassel/Ravensburg – Die Ravensburg Towerstars haben sich am Dienstagabend mit einem 5:4-Sieg gegen die Tölzer Löwen durchgesetzt. Ein Halbfinalduell mit den Towerstars? Da war doch was. Ein Blick zurück, einer voraus und einer ins rund 470 Kilometer entfernte Ravensburg.

Der Blick zurück

DEL2-Playoffs, Saison 2015/16, Halbfinale – die Kassel Huskies setzen sich in sechs Spielen gegen die Towerstars durch, werden nach einem Sweep im Finale gegen die Bietigheim Steelers Meister. Schon damals dabei: Michi Christ, Marco Müller und als Kapitän der heutige Sportdirektor Manuel Klinge.

Und die Nummer neun der Huskies spielte im Halbfinale groß auf, gegen Ravensburg gelangen ihm drei Tore und vier Vorlagen. „Klar erinnert man sich gerne an die Zeit zurück. Aber daraus kann man natürlich keine Schlüsse mehr für die Spiele heute ziehen, das ist eine ganz neue Situation“, sagt Klinge.

Der Blick voraus

Nach dem Tabellenachten Heilbronn geht es nun also für die Huskies gegen den Hauptrundensiebten. „Die Mannschaft hat viel mehr Qualität, als es der Tabellenplatz aussagt“, erklärt der Sportdirektor.

Auch von vier Siegen in vier Hauptrundenspielen wolle man sich nicht blenden lassen: „Die Towerstars haben viel Potenzial, wir dürfen und werden sie auf keinen Fall unterschätzen.“ Einen Ravensburger kennt Klinge persönlich auch noch gut. Mit dem 35-jährigen Kai Hospelt spielte er zusammen in der Nationalmannschaft.

Wichtige Erkenntnisse sammelten Klinge und auch Trainer Tim Kehler schon bei den Spielen der Ravensburger gegen die Tölzer Löwen. „Die Tölzer waren im vierten Spiel nicht die schlechtere Mannschaft, hatte im zweiten Drittel mehrere Pfostenschüsse. Dann ging ihnen aber die Puste aus. Die Ravensburger sind breit aufgestellt und nicht so abhängig von einzelnen Spielern. Sie haben sich von Spiel zu Spiel gesteigert“, sagt Klinge.

Aktuell laufen die Planungen, was An- und Abreise sowie eventuelle Übernachtungen angeht. „Wir würden schon gern einen Tag vor dem Spiel anreisen, müssen aber auch ausloten, dass wir kein zusätzliches Corona-Risiko eingehen“, sagt der Sportdirektor.

Blick nach Ravensburg

Die Gemütslage ist geteilt bei den Towerstars. Das zeigt sich bei Trainer Marc Vorderbrüggen. Er freue sich über „den dreckigen Sieg“ gegen Bad Tölz im letztlich entscheidenden Spiel, sagte der 38-Jährige, ergänzte aber fast im gleichen Atemzug: „Es wird so definitiv nicht reichen für Kassel.“

Denn nach zwei schwachen Dritteln, in denen die Ravensburger von der Bad Tölzer Rumpftruppe mit elf Feldspielern zeitweise an die Wand gespielt wurden, drehten Joshua Samanski mit dem 4:4 (58.) und John Henrion mit seinem Treffer zum 5:4 23 Sekunden vor dem Ende die Partie noch und machten den Halbfinaleinzug klar. Vorderbrüggen, der nach der Entlassung von Rich Chernomaz Mitte Februar vom Assistenten zum Cheftrainer befördert worden war, setzt nun auf die Außenseiterrolle: „Ich freue mich riesig. Wir sind unter den Top vier und wollen jetzt die Großen ärgern.“

Eines aber steht bereits fest: Auch wenn die Fahrt nach Kassel durch die halbe Republik führt, so werden die Towerstars kein Übernachtungsgepäck mitbringen. „Wir starten am Montag um 10.15 Uhr in Richtung Kassel“, sagt Pressesprecher Frank Enderle. Gut sechseinhalb Stunden Fahrt im Mannschaftsbus planen die Towerstars ein. Gleich nach dem Spiel geht es zurück auf die Autobahn gen Heimat. Enderle erklärt: „Dann können die Spieler in ihren eigenen Betten schlafen, das ist immer noch am besten.“

Von Björn Friedrichs Und Michaela Streuff

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