Er litt an Lymphdrüsen-Krebs

Trainer Toni Krinner (49) tot: Er wurde mit den Huskies Vizemeister

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Toni Krinner

Ravensburg. Traurige Nachricht aus Ravensburg: Eishockey-Trainer Toni Krinner ist in der Nacht auf Donnerstag seinem Krebsleiden erlegen. Der Greilinger wurde nur 49 Jahre alt.

Aktualisiert am 2. März 2017 um 17.30 Uhr: Krinner war eine prägende Gestalt des Kasseler Eishockeys. Er war Teil jener Mannschaft, die 1997 Deutscher Vizemeister wurde. Zwischen 1995 und 1997 absolvierte er insgesamt 91 Spiele für die Huskies in der DEL.

Die schockierende Nachricht verkündeten die Ravensburg Towerstars am Donnerstagvormittag: Geschäftsführer Rainer Schan zufolge ist Trainer Anton Krinner mit 49 Jahren in der Nacht an Lymphdrüsen-Krebs gestorben. 

Diagnose: Leber- und Nierenversagen bei Krinner

Die genaue Diagnose: Leber- und Nierenversagen. Vergangene Woche hatte sich der Bad Heilbrunner kurzfristig aus dem Sportbetrieb zurückgezogen. Er klagte über Schmerzen, ließ sich in die Klinik einliefern. Von offizieller Seite sprach man über eine Gallenstein-Operation. Doch nur kurze Zeit später die Gewissheit: Der Krebs ist zurück. 

Am 16. Juni 2015 hatte Krinner von seinem Krebsleiden erfahren. Zwei Jahre gaben ihm die Ärzte damals. Im Rachen fanden die Mediziner einen Tumor, der sich ausbreitete. Niemandem erzählte er von der Prognose. Doch weil die Chemotherapie so gut anschlug, machten ihm die Ärzte Hoffnung. Drei Wochen lang zog er sich in seine Jagdhütte in Hinterriß zurück. Er grübelte nach über sich und die Zukunft der Familie, die abgesichert sein soll nach dem Tod. In der Süddeutschen Zeitung machte er seine Leidensgeschichte öffentlich.

Krinner hinterlässt seine Lebensgefährtin samt kleiner Tochter sowie vier weitere Kinder. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, hatte ihn die Familie noch im Krankenhaus besucht.

Große Betroffenheit herrscht am Donnerstag auch bei den Huskies, die erst am Sonntag in eigener Halle gegen Ravensburg gespielt hatten (5:4). Schon war Krinner nicht dabei. Er lag offiziell wegen einer Gallen-Operation im Krankenhaus.

Kassels Trainer Rico Rossi sagt: "Das ist ein Schock für uns alle und ein großer Verlust für das deutsche Eishockey. Ich habe Toni schon lange gekannt, wir haben gemeinsam den C-, B-, und A-Trainerschein gemacht.. Er war ein guter Trainer und ein sehr guter Mensch. Er hatte so viel Spaß am Leben, war ein wunderbarer Familienvater. Er trug immer ein Lachen im Gesicht. Ging es aber um Eishockey, konnte er zu einem richtigen Tier werden."

Erinnerung an die Zeit in Kassel

2015, im ersten Jahr des Aufstiegs in die DEL2, hatten die Huskies bereits Bekanntschaft mit dem Trainer Krinner gemacht: Die von ihm betreuten Landshuter schalteten die Kasseler im Viertelfinale aus. "Er ist direkt nach dem Ende der Partie zu mir gekommen und hat mir die Hand geschüttelt und mit mir gesprochen, noch bevor er zu seiner eigenen Mannschaft gegangen ist. Das war eine große Geste", erinnert sich Rossi.

Krinner pflegte auch private Kontakte nach Nordhessen. Mehrfach traf er sich mit Freunden auch im Reinhardwald und im Kaufunger Wald zur gemeinsamen Jagd.

Toni Krinner nach Krebstod: Reaktionen von Weggefährten

„Mir tut seine Familie sehr leid. Ich persönlich verliere nicht nur einen langjährigen Wegbegleiter im Eishockey, sondern auch einen guten Freund. Er war 1997 einer der wenigen Deutschen in unserem Kader, ein klasse Sportler und stets fair.“ Uli Egen, 1997 Huskies-Manager

„Diese Nachricht trifft mich sehr. Ich kenne Toni schon seit Kindertagen. Im Dezember habe ich ihn zuletzt in Kassel getroffen, da war er noch so positiv eingestellt. Als Typ war er ein richtiger Tölzer, immer gerade heraus, dazu unglaublich mannschaftsdienlich. Er war nicht der Star unseres Teams, aber jemand, auf den wir uns immer verlassen konnten.“ Gerhard Brunner, 1997 Huskies-Trainer

„Toni war ein Pfundstyp. Er war Leistungsträger auf dem Eis und in der Kabine ein Spaßvogel und für jeden Scherz zu haben. Er wird auch als Trainer fehlen.“ Sepp Kontny, Torhüter  1997

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