Von Gemüsefarmen bis kuriosen Zufallstreffen

Nicht nur Meer und Metropolen: So urlauben die Spieler der Kassel Huskies

Kassel. Der Sommer ist ihre Auszeit vom Eishockey. Natürlich trainieren die Huskies für die neue Saison, doch Zeit für Urlaub bleibt ebenso.

Viele Spieler zieht es in warme Gefilde. Oder in die Ferne. Oder in die Wärme mit der Familie. Sechs Kasseler haben für uns ihr privates Fotoalbum geöffnet.

Hilft in den Ferien auf der familieneigenen Gemüsefarm in Kanada: Stürmer Jens Meilleur.

1. Jens Meilleur: Urlaub heißt für Jens Meilleur nicht nur Heimatbesuch, sondern auch ein Stück Arbeit. Denn wenn der 24-Jährige nach Saisonende ins heimische Marquette im kanadischen Bundesstaat Manitoba fliegt, weiß er, es steht nicht nur Sommertraining auf dem Programm. Seine deutschen Großeltern Johannes und Hedwig Itzki, die in den 1950er-Jahren nach Kanada auswanderten und denen er seinen deutschen Pass zu verdanken hat, bauten eine Gemüsefarm auf. Die hat sich längst zu einem florierenden Familienunternehmen entwickelt. Auf 520 Hektar – umgerechnet 5,2 Quadratkilometer und damit in etwa halb so groß wie Vellmar – wachsen Blumenkohl, Mais, Brokkoli, Kohl, Kartoffeln, Salat und Gurken. „Morgens bin ich für die Bewässerung zuständig, nachmittags trainiere ich“, fasst Meilleur seinen Tagesablauf zusammen. „Ich mag es, mit meiner Familie zusammenzuarbeiten, draußen in der Natur zu sein. Es ist ein schöner Kontrast zu acht Monaten Eishockey.“

Mama Astrid, Papa Jerry, Meilleurs Brüder und jüngere Schwester packen ebenfalls mit an. Und nebenbei tut er noch was für seinen Vitaminhaushalt: „Im Moment steht ziemlich oft Gemüse auf dem Speiseplan“, sagt er.

Dinner mit Aussicht: Torhüter Markus Keller mit Freundin Satu während des Urlaubs in Hurghada/Ägypten.

2. Markus Keller: Obwohl er in der Kälte sein Geld verdient, sagt Markus Keller: „Ich bin ein absoluter Sommermensch.“ Hat zur Folge: Im Urlaub geht’s immer ab in den Süden – auch wenn Freudin Satu aus Finnland stammt. In diesem Jahr waren sie erst im ägyptischen Hurghada, dann auf der Kanareninsel Fuerteventura. „Das Meer ist ein Muss“, erklärt der Torhüter. „Nach Ägypten wollte ich immer mal.“ Strand, Fitness, Relaxen stand auf dem Programm.

Selfie aus Belgrad: Marco Müller auf dem Kalemegdan.

3. Marco Müller: Ihn hat es an ein eher ungewöhnliches Reiseziel verschlagen: Zwei Wochen lang urlaubte er mit seiner Freundin in deren Heimatstadt Belgrad in Serbien. „Ich bin zum ersten Mal dort gewesen. Es ist eine schöne Stadt, in der man viel unternehmen und super ausgehen kann. Die Menschen sind ausgesprochen gastfreundlich“, sagt Marco Müller. Mit Englisch und ein paar Brocken Deutsch komme man gut zurecht.

Sein Tipp: der Aussichtspunkt auf dem Kalemegdan, der einen Blick über die gesamte Stadt bietet. Er hat aber auch gesehen, dass die Spuren des Balkankrieges aus den 1990er-Jahren noch sichtbar sind. „Manche Häuser stehen noch zerbombt da. Allerdings wird derzeit viel getan, das Stadtbild herzurichten.“

Dreimal Carciola: Der große Adriano (links), der kleine Adriano (Mitte), Sohn von Fabio (rechts) in Augsburg.

4. Adriano Carciola: Im Hause Carciola wird Familie ganz groß geschrieben. Im Juli fliegt der gesamte Clan ins eigene Ferienhaus auf die Insel Sizilien in die Nähe des Ortes Taormina. Dort, mit Blick auf den Ort, wo unlängst die Regierungschefs der G7 zusammenkamen, genießen Papa Pippo, Mama Lucia, Fabio (31) mit Freundin Iva und Sohnemann Adriano (2), Schwester Giusi, Oma Maria und Huskies-Stürmer Adriano (29) mit Freundin Madlen die Sonne Italiens. Er erklärt: „Das ist bei uns seit Jahren Tradition. Wir freuen uns auf die Treffen im Sommer.“ Adriano Carciola hat unlängst einen neuen Zweijahresvertrag bei den Huskies unterschrieben. Fabio indes lebt mit seiner Familie in Augsburg, spielte zuletzt für den Oberligisten Sonthofen. Klar, dass sich Adriano die Gelegenheit nicht entgehen ließ, den großen Bruder und kleinen Neffen mit gleichem Namen dort auch zu besuchen.

Wenn die Huskies mit den Handballern: Zufällig haben auf Mallorca die Huskies (von links) Marco Müller, Alex Engel und Alex Heinrich die Melsunger Handballer Michael Allendorf, Michael Müller und Zwilling Philipp (vorn) kennengelernt.

5. Alex Heinrich: Ein großer Urlaub ist in diesem Jahr ausgefallen – nach der Sprunggelenksverletzung steht für den Verteidiger stattdessen Reha auf dem Programm. Eine kurze Auszeit aber gab es: auf Mallorca. Vier Tage Jungesellenabschied. „Mit einer reinen Jungstruppe“, sagt Marco Müller grinsend. Denn er war ebenso Teil der 13-köpfigen Gruppe wie andere bekannte Kasseler Eishockey-Spieler: Stefan Heinrich, Alex Engel, Jan und Mirko Pantkowski sowie Jürgen Trattner.

Und wie es der Zufall so will: Manchmal ist die Welt ein Dorf. „Ich dachte, die kenne ich doch“, erinnert sich Alex Heinrich und lacht. Dem Trio am Nebentisch ging es wohl ebenso.

Denn da saßen drei Bundesliga-Handballer der MT Melsungen. Michael und Philipp Müller sowie Michael Allendorf. „Wir kannten uns vorher nur vom Sehen. Jetzt werden wir auf jeden Fall mal zum Handball gehen“, sagt Heinrich.

Auf der Brooklyn Bridge: Michi Christ mit Vater Holger.

6. Michi Christ: Ein Lied kann der 28-Jährige nun nicht mehr singen: „Ich war noch niemals in New York“. Denn dort war er nun zum ersten Mal. „Meine Eltern sind absolute Fans der Stadt. Sie waren vor sieben Jahren zum ersten Mal dort und wollten es irgendwann mal meinem Bruder und mir zeigen“, sagt der Stürmer.

Nun machten Papa Holger und Mama Gabi ernst und luden Thomas und Michi ein. Sieben Tage in die Stadt, die niemals schläft. „Wir haben jede Menge Sightseeing gemacht“, blickt Michi Christ zurück. Morgens um acht Uhr ging es los: Aufs Empire State Building, das neue World Trade Center, im Helikopter über Manhattan, aufs Rockefeller Center, fasst Christ seine Highlights zusammen. „Mein Vater könnte sofort nach New York ziehen, er ist der perfekte Reiseführer.“

Auch Zeit für ein Wiedersehen mit einem Ex-Husky blieb: „Drew MacKenzie habe ich getroffen. Er lebt jetzt in New Canaan, eine gute Stunde außerhalb New Yorks. Er hat mit Eishockey aufgehört und arbeitet jetzt ganz normal. Wir haben uns zum Mittagessen getroffen.“

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