Stürmer gehört auch mit Kreuzbandriss für Trainer Egen zu den Huskies

Mark Soares: verletzt – und doch dabei

Verpasst kein Spiel der Huskies: Mark Soares Foto: Schachtschneider

Kassel. Eigentlich wäre er ja lieber woanders. Würde nicht bei jedem Heimspiel in der Eissporthalle nur auf der Tribüne sitzen und den Kassel Huskies die Daumen drücken. Nein, Mark Soares wäre sehr viel lieber unten auf dem Eis und würde das tun, was er am besten kann: auf Torejagd gehen.

Doch das ist auf ungewisse Zeit unmöglich: Seit Anfang September, da hatte er gerade zwei Vorbereitungsspiele für die Huskies absolviert, zwingt den Kanadier ein Kreuzbandriss zur Pause. „Mark gehört trotz seiner Verletzung dazu und ist ein Teil unserer Mannschaft“, sagt Trainer Uli Egen.

Nicht ohne Grund. Denn der verletzte Stürmer, dessen Freundin Patricia in Kaufbeuren lebt, ist in Kassel geblieben und absolviert hier seine Reha. Jeden Tag ist er in der Kabine bei den Huskies. Versteht sich auch mit Brad Snetsinger bestens, den die Huskies als Ersatz für ihn verpflichtet hatten. Bezahlt wird er mittlerweile von der Berufsgenossenschaft. „Die medizinische Versorgung ist klasse. Deshalb bin ich geblieben“, erklärt er. Jeden Tag verbringt er bis zu zweieinhalb Stunden mit Witek Szota, dem Physiotherapeuten der Huskies. Dazu arbeitet er an seiner Fitness, soweit das möglich ist. Immerhin, es geht aufwärts. Seit sechs Wochen braucht der 27-Jährige keine Krücken mehr, die Schmerzen sind weniger geworden. Natürlich habe er auch schlechte Tage. Dann könne er das Knie schlecht beugen, sagt Soares. „Aber Jammern hilft nicht. Ich denke positiv und blicke nach vorn.“

Die Gedanken an jenes Spiel gegen Dresden, jenen Moment, als ihn Max Prommersberger checkte, das Gefühl, das etwas mit dem rechten Knie nicht stimmte – all das verfolgt ihn weiterhin. „Die Erinnerung kommt leider immer wieder hoch. Das möchte ich nicht noch einmal erleben“, gesteht Soares. Aber, sagt er, auch wenn er sich immer vor einem Kreuzbandriss gefürchtet habe, sei das eben das Risiko, das der Sport mit sich bringe. „Es ist bitter. Ich war selten in solch guter Form wie zu diesem Zeitpunkt.“

Doch genau daraus zieht er auch Kraft. „Die Ärzte sagen, dass ich keine Folgen davontragen werde. Ich werde wieder so gut werden, wie ich es im September war.“ Bis dahin versucht Soares, auch der zusätzlichen Freizeit etwas Positives abzugewinnen. Seinen Uni-Abschluss in Wirtschaft hat er schon länger in der Tasche. Derzeit bildet er sich übers Internet als Fitness-Trainer fort – es sind seine Alternativen für die Zeit nach dem Eishockey.

Rückkehr noch ungewiss

Doch ein Leben ohne die Puckjagd will er sich derzeit noch nicht vorstellen. „Eishockey ist meine Leidenschaft. Ich will zurück.“ Wann es tatsächlich so weit sein wird, ist noch unklar.

Acht Monate bis ein Jahr könne die Pause dauern, hatten die Ärzte anfänglich prognostiziert. „Ich hoffe, dass es nur sechs, sieben Monate sind“, sagt Soares. Das wäre März, April – Playoffzeit.

Von Michaela Streuff

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