Verrücktes Wochenende

Huskies: Zufrieden nach zwei starken Derbys - aber nur zwei Punkte

Zu selten landete der Puck im Tor. Auch Huskies Taylor Carnevale (rechts) bringt die Scheibe in dieser Szene nicht an Nauheims Torhüter Mikko Rämö und Verteidiger Hagen Kaisler vorbei. Foto: Storch

Bad Nauheim. Es war ein irgendwie verrücktes Derby-Wochenende. Auch dann noch, als der letzte Puck gespielt war.

Noch Minuten nach dem Spiel in Bad Nauheim standen die Fans der Kassel Huskies in ihrem Block und feierten ihre Mannschaft. Die Mannschaft, die nicht etwa gewonnen hatte, sondern 2:3 verloren. „Verrückt“, sagte Trainer Rico Rossi, „unsere Fans waren einfach unglaublich. Ich habe die ganze Zeit gestaunt, wie laut sie waren. Wir bedanken uns für diese Unterstützung.“

Es war ein anstrengendes Wochenende für Kassels Eishockeyspieler und ihre Anhänger. Zwei Derbys. Erst das gegen Frankfurt, dann eben das in Bad Nauheim. Und es hinterließ zwiespältige Gefühle. „Wir sind super zufrieden. Es war ein sehr positives und sehr emotionales Wochenende. Die Art, wie wir gespielt und gekämpft haben, hat mir gefallen“, sagte Rossi. Das, was halt eben nicht ganz passte: „Wir haben nur zwei Punkte geholt. Da hätten wir gern mehr gehabt. Aber ich kann gut damit leben.“

Dass dem 4:3-Erfolg nach Penalties gegen die Frankfurter Löwen am Sonntag in Nauheim nichts weiteres Zählbares folgte, hatte vor allem einen Grund: „Wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt. Wir haben ja sogar dreimal das leere Tor nicht getroffen“, ärgerte sich Rossi. Und Co-Trainer Hugo Boisvert schüttelte nur den Kopf: „Wir haben so gekämpft. Wir haben so gut gespielt. Aber wir haben uns nicht belohnt. Wir sind sehr enttäuscht.“

Aber es gab eben auch die andere Seite, den Auftritt der Mannschaft, die gegen Frankfurt zahlreiche Ausfälle ebenso wegsteckte wie einen 0:3-Rückstand. Die sich in Nauheim von der frühen Spieldauerstrafe gegen Braden Pimm nicht aus der Bahn werfen ließ – die doch gerechtfertigt war, weil Dusan Frosch bei Pimms Aktion einen Schneidezahn verlor.

Die Huskies waren über weite Strecken in einem packenden, hochintensiven Duell die spielerisch bessere und dominante Mannschaft. In der sich auch zeigte, dass Neuzugang Mike Little gute Chancen auf einen Vertrag über die vier Testspiele hinaus haben dürfte. Neben seinem dritten Treffer imponierte Rossi vor allem, „dass er die Scheibe gut im Griff hat und viel Geduld zeigt“. Doch auch Littles starker Auftritt sorgte nicht dafür, dass die Huskies zurückschlagen konnten, als die Gastgeber durch Joel Keussens 3:2 im Schlussdrittel erstmals in Führung gingen.

Rossi musste so am Ende feststellen: „Es war nicht unser Tag.“ Und das paradoxe Fazit ziehen: Die Kasseler gewannen diesmal das Spiel, das sie zwischenzeitlich schon fast verloren hatten. Und sie verloren das Spiel, das sie mit etwas mehr Konsequenz eigentlich verdient gewonnen hätten. Es war eben ein durch und durch verrücktes Derby-Wochenende.

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