Kanadier überzeugt – Heute kommt Kaufbeuren

Husky Rutkowski Verteidiger – oder doch Torjäger?

Porträt: Der kanadischer Verteidiger Troy Rutkowski blickt in einer Spielszene konzentriert nach vorn.
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Fokussiert: Der kanadischer Verteidiger Troy Rutkowski hat mit den Huskies steht mit den Huskies derzeit auf Platz eins.

Wenn die Kassel Huskies heute Abend Kaufbeuren zum nächsten Heimspiel empfangen (19.30 Uhr), dann dürfte vor allem Verteidiger Troy Rutkowski wieder in den Blickpunkt rücken.

Auf dem Papier wird er als Verteidiger geführt – so langsam aber gerät Troy Rutkowski unter Verdacht. Nämlich, dass er eigentlich Stürmer ist. Schließlich ist der Kanadier mittlerweile auf Platz zwei der Huskies-Scorerliste geklettert – allein beim 4:1 gegen Ravensburg, im DEL2-Spitzenspiel am Sonntag, war er an zwei von vier Kasseler Toren beteiligt: als erster Torschütze sowie als Vorlagengeber beim zweiten Treffer durch Lois Spitzner.

Nach 15 Einsätzen bringt er es auf somit bereits auf sechs Tore und elf Vorlagen – nur Topscorer Corey Trivino ist noch besser (17 Spiele, fünf Tore, 21 Vorlagen). Gut möglich, dass Rutkowski auch heute gegen Kaufbeuren weiter an seiner starken Statistik arbeitet.

„Nein, nein, ich bin definitiv ein Verteidiger“, sagt er und lacht eher über den Verdacht. „Die Dinge laufen gerade einfach sehr gut für mich.“ Sein Erfolgsgeheimnis? „Spaß haben draußen auf dem Eis. Und den habe ich. Denn ich bin einfach glücklich, endlich wieder Eishockey spielen zu dürfen. Das, was ich am meisten liebe.“

Kein Wunder, die coronabedingte Zwangspause fiel für den 28-Jährigen noch ein wenig länger aus als für seine Kasseler Mitspieler. Im März absolvierte Rutkowski das letzte Pflichtspiel – für den österreichischen Alpenliga-Klub EHC Linz. Ende Oktober wurde Söhnchen Tate geboren – und der frischgebackene Papa stieß erst nach dessen Geburt zu den Huskies. Mittlerweile sind auch Ehefrau Shayna und Tate in Kassel angekommen.

Innerhalb kürzester Zeit ist Rutkowski ein Dreh- und Angelpunkt im Kasseler Spiel geworden. Er ist gesetzt in Überzahl und Unterzahl, bildet mit dem ebenfalls stark aufspielenden Derek Dinger ein harmonisches Duo. Außerdem nutzt Rutkowski die Chancen, die sich sich durch die Spielweise der Huskies in der offensiven Zone auch für Verteidiger eröffnen.

„Wir verteidigen, indem wir möglichst kurz nur in unserer eigenen Zone sein wollen. Dadurch ergeben sich im Angriff Möglichkeiten für alle Spieler, zu glänzen“, erklärt Tim Kehler. Der Trainer kennt seinen Top-Verteidiger schon lange. „Ich habe ihn bereits in der kanadischen U17-Nationalmannschaft betreut und danach seinen Weg verfolgt.“

Nun also tragen beide in Kassel zum Erfolg der Huskies bei. Rutkowski besetzt dabei den Platz und die Rolle, die in der vergangenen Saison Spencer Humphries als ausländischer Verteidiger inne hatte. „Troy erfüllt all das, für was wir ihn verpflichtet haben“, sagt der Coach. „Er spielt phänomenal.“ Vor allem in welch kurzer Zeit Rutkowski auf Touren gekommen sei, beeindrucke ihn, ergänzt Kehler. „Es ist unglaublich nach der langen Pause, die hinter ihm liegt.“

Das liege aber auch daran, dass er sich bei den Huskies äußerst wohl fühle, sagt Rutkowski. „Wir haben einen guten Mix in der Mannschaft, sind schnell, groß, die Chemie stimmt, und das System, das wir spielen, passt zu uns.“ Und wie sieht er seine Rolle selbst? „Ich bin ein verlässlicher Typ, dem Kommunikation wichtig ist, der einen guten ersten Pass spielt, Schüsse blockt. Dann kommt die Offensive automatisch.“

Kurzum: Besser als derzeit könnte es eigentlich kaum laufen. Und wohin der Lauf dieser Saison führen soll, daraus macht der begeisterte Hobbygolfer kein Geheimnis: „Klar ist es ein Traum für jeden Profi, in der höchsten Liga zu spielen. Der Aufstieg mit den Huskies in die DEL, das wäre das perfekte Szenario.“

(Von Michaela Streuff)

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