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Vor Spiel in Crimmitschau: Stephan Tramm über seine Situation bei den Kassel Huskies

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Von: Björn Friedrichs

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Stephan Tramm (rechts) von den Kassel Huskies im Laufduell mit Freiburgs Lennart Otten.
Stephan Tramm (rechts) von den Kassel Huskies im Laufduell mit Freiburgs Lennart Otten. © Fischer, Andreas

Vor dem Eishockey-Spiel der Kassel Huskies in der DEL2 heute in Crimmitschau blicken wir etwas genauer auf Verteidiger Stephan Tramm.

Kassel – Glaubt man allein den Zahlen, sind die Kassel Huskies erfolgreich, wenn er auf dem Eis steht: Stephan Tramm, Verteidiger beim Eishockey-Zweitligisten, führt mal wieder die Plus-/Minus-Statistik (siehe Hintergrund) beim DEL-2-Klub an. Wir haben mit dem 23-Jährigen über Zahlen, die besondere Beziehung zu Abwehrpartner Joel Keussen und das heute anstehende Auswärtsspiel bei den Eispiraten Crimmitschau (20 Uhr) gesprochen.

Die Plus-/Minus-Statistik

Die Plus-/Minus-Statistik gibt für Feldspieler die Differenz an Toren und Gegentoren an, die gefallen sind, während sie auf dem Eis standen. Der Wert erhöht sich um +1, wenn ein Tor für sein Team fällt, während er auf dem Eis ist. Der Wert sinkt um -1 bei einem Gegentor. Bei den Huskies folgen auf Stephan Tramm (+20) Joel Keussen (+15), Brett Cameron (+8) und Mitch Wahl (+7).

Welche Rolle spielt für Tramm also die Führung in der teaminternen Statistik? „Für Verteidiger ist sie immer ein bisschen wichtiger, auch weil wir mehr auf dem Eis sind. Mein Wert liegt aber natürlich auch an meinen Mitspielern und meinem Abwehrpartner Joey Keussen“, sagt der gebürtige Hamburger, der bei +20 steht. Vergangene Saison lag er zum Hauptrundenende mit +40 nicht nur bei den Huskies ganz vorne, sondern sogar in der ganzen DEL 2.

Tramm über Abwehrpartner Keussen

Mit Keussen, der vor der vergangenen Saison nach Kassel kam, bildet er seither ein Verteidigerpärchen. „Wir sind die gleichen Spielertypen, anderswo würden wir deshalb wahrscheinlich gar nicht zusammenspielen. Gerade das macht uns aber so gut, ich kann viel von ihm lernen“, sagt Tramm.

Vor allem der Ehrgeiz verbinde die beiden: „Wir gehen beide richtig genervt vom Eis, wenn ein Gegentor gefallen ist. Wir analysieren jeden Treffer.“ Tramm profitiere von der Erfahrung des sieben Jahre älteren Keussens. „Vergangene Saison wollte ich wirklich alles besprechen. Da hat Joey gesagt: ‘Spiel doch einfach.’ Diese Ruhe macht es aus.“

Und inzwischen hat sich der frühere Jugendstürmer auch zu einem zuverlässigen Punktesammler entwickelt. In dieser Spielzeit steht er bei drei Treffern und zwölf Vorlagen. „Ich nehme mir vor der Saison immer nur vor, gut zu spielen. Der Rest kommt dann von alleine“, so Tramm und ergänzt: „Ich habe mir meine Schusszahlen aber mal angeguckt, da bin ich dieses Jahr schon fast auf dem Stand von letzter Saison.“ Tatsächlich gab er 2020/21 in der Hauptrunde 61 Schüsse ab, jetzt sind es nach 28 Spielen schon 52. „Es müssen ja keine schönen Tore sein. Aber wenn man aus den richtigen Positionen schießt, klappt es irgendwann.“

„War mit Saisonstart auch nicht zufrieden“

Nicht nur bei Stephan Tramm, auch bei den Huskies klappt es inzwischen immer besser. Zuletzt gab es erstmals in dieser Spielzeit fünf Siege in Folge. „Ich war mit dem Saisonstart auch nicht zufrieden. Da wurde es aber von außen schlimmer gemacht, als es eigentlich war. So eine Finalniederlage wie die gegen Bietigheim gibt es nur einmal in 20 Jahren. Wir sind auch nur Menschen“, blickt Tramm zurück.

Symptomatisch für den Saisonstart war das erste Spiel beim heutigen Gegner in Crimmitschau. Klar überlegene Huskies führten „nur“ 1:0, durch eigene Fehler gaben sie die Partie dann aus der Hand. Ergebnis: 1:4. „Damals wussten noch nicht alle, was unser System ist, was von ihnen verlangt wird. Wenn wir jetzt unser schnelles Eishockey durchziehen, gewinnen wir Spiele“, sagt Tramm, für den die Begegnung bei den Eispiraten auch ein Wiedersehen mit seinem Freund und früherem Abwehrpartner Mario Scalzo wird.

Als wir vergangene Saison im Dezember 2020 mit Tramm sprachen, sagte er: „Wir sind kein Zauberteam. Wenn wir aber hart arbeiten, sind wir ein Topteam.“ Auf diesen Satz von damals hingewiesen, sagt der 23-Jährige heute: „Vergleiche sind immer schwierig, weil andere Charaktere in der Mannschaft sind. Ich würde das aber in Hinblick auf diese Saison wieder unterschreiben.“ Dass die Huskies inzwischen auf Platz fünf geklettert sind, zeige, „dass wir zuletzt mit das beste Hockey gespielt haben.“ Das soll heute in Crimmitschau so weitergehen. (Björn Friedrichs)

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