Järvinen und Collins die Top-Einkäufe der Kasseler

Viele Glücksgriffe und drei Dauerbrenner: Huskies-Spieler in der Einzelkritik

Ein wichtiger Faktor im Spiel der Huskies: Matt Tomassoni wurde in den letzten beiden Playoff-Spielen gegen Landshut schmerzlich vermisst. Foto: Schachtschneider

Kassel. Sie haben eine starke Saison gespielt: Als Aufsteiger sollte es für die Kassel Huskies in der Deutschen Eishockey-Liga 2 eigentlich nur gegen den Abstieg gehen.

Doch es zeigte sich: Da war mehr möglich. Kämpferherz, Siegeswillen und Teamgeist trugen die Huskies in der Hauptrunde auf Rang drei. Erst im Playoff-Viertelfinale war gegen Landshut Schluss. Die Spielzeit ist beendet. Wir ziehen Bilanz.

Torhüter

Mika Järvinen (26 Jahre/27 Spiele): Quasi aus dem Nichts zauberten die Verantwortlichen den Finnen Mitte September ins Tor. Er wurde binnen kürzester Zeit zum Publikumsliebling. Starker Rückhalt, dann lange Verletzungspause, in den Playoffs nicht in der überragenden Form der Hauptrunde. Trotzdem: Spieler des Jahres in der DEL2.

Jeff Frazee  (27/20): Zweiter Glücksgriff. Der US-Amerikaner kam, als Järvinen verletzt ausfiel. War immer da, wenn er gebraucht wurde. Überzeugte bei beiden Einsätzen im Playoff-Viertelfinale.

Kai Kristian (24/7): Als Nummer zwei gesetzt. Kam nur auf sieben Einsätze, weil Järvinen und Frazee meist den Vorzug erhielten.

Verteidigung

Sven Valenti (39 Jahre/53 Spiele/10 Tore/21 Vorlagen): Alter spielt bei ihm keine Rolle. Valenti war wieder einmal der große Stabilisator. Unverzichtbar wegen seiner Ruhe. Unverzichtbar wegen seiner Übersicht. Hatte selbst beim Rekordspiel in allen Verlängerungen noch Kraft für Vorstöße. Darf bei den Huskies noch 50 werden.

Matt Tomassoni  (25/52/11/31): Wie wichtig der US-Amerikaner ist, merkte man vor allem, als er nicht da war. Sein Fehlen in den letzten beiden Spielen gegen Landshut war einer der Faktoren des Ausscheidens. Vor allem in Über- und Unterzahl konnten die Huskies das nicht kompensieren.

Alex Heinrich (27/57/9/17): Das Eigengewächs verpasste kein einziges der insgesamt 57 Saison-Spiele – und das, obwohl er der einzige im Kader ist, der nebenbei arbeitet. Seine insgesamt 26 Punkte zeugen von seinen Offensivqualitäten. In den Playoffs neben Sven Valenti der beste Husky.

Marco Müller  (24/56/2/14): Agierte Heinrich offensiv, so interpretierte sein Defensivpartner seine Rolle eher defensiv. Ein solider Arbeiter, der sich unter der Führung von Cheftrainer Rico Rossi gut entwickelte und nur ein Spiel verpasste.

Sebastian Alt  (22/55/3/7): Sammelte zunächst erst Erfahrung an der Seite von Matthias Bergmann, übernahm nach dessen Weggang seine Aufgaben. Hat sich stetig gesteigert, war am Saisonende in Bestform. Sorgte auch immer mal wieder für Torgefahr.

Eric Stephan  (21/47/1/5): Kam, als Oberligist Jonsdorf Insolvenz anmeldete. Verpasste danach kein Spiel. Erfüllte unauffällig, aber konstant seine Aufgaben.

Mathias Müller (22/13/1/5): Kam im Tausch für Matthias Bergmann kurz vor Transferschluss nach Kassel. Ruhiger Vertreter seiner Zunft mit Offensivpotenzial. Bringt es bereits auf 140 Zweitliga-Spiele, war von Kooperationspartner Straubing Tigers an Zweitligist Kaufbeuren ausgeliehen. Nicht umsonst sagt Trainer Rossi über ihn: Ihm gehört die Zukunft.

Sturm

Adriano Carciola (27/53/23/37). Das war oft eine Freude, ihm zusehen. Wirbelte mit seinem Tempo und seiner Wendigkeit Defensiven durcheinander. Manch gegnerischer Trainer wünschte ihn in die DEL. Dann kamen die Playoffs – und nichts war mehr zu sehen vom bisherigen Carciola. Das aber wohl auch als Folge einer Verletzung.

Mike Collins (24/56/30/58). Wow! Neben Järvinen der Top-Einkauf der Huskies. Was für Tore, was für Vorlagen. Selbst Sven Valenti war froh, den US-Stürmer nicht als Gegenspieler zu haben. Am Ende ging dem Topscorer aber etwas die Kraft aus. Schade für alle: Wird kaum zu halten sein.

Daniel Schmölz (23/41/21/24). Die Leihgabe aus Köln brauchte etwas, um in Schwung zu kommen. Wurde dann aber mit jedem Tor selbstsicherer und stärker. Darf gern von der Leihgabe zur Festanstellung mutieren.

Manuel Klinge (30/ 48/20/18): Der Kapitän stand zwar im Schatten von Topscorer Collins, spielte aber trotzdem eine gute Saison. Stellte sich oft in den Dienst der Mannschaft. Eine knifflige Verletzung warf ihn zwischenzeitlich zurück. In den Playoffs blieb er allerdings hinter den Erwartungen zurück.

John Zeiler (32/48/10/31). Die blauen Flecke, die Zeiler sich für die Huskies zuzog, möchte niemand zählen. In wie viele Schüsse kann ein Spieler sich eigentlich werfen? Sein Wert ist nicht allein auf dem Eis zu messen. Trainer Rossi rühmt seine Vorbildfunktion für das Team.

Peter Flache (33/32/7/14): Kam Mitte Dezember aus Straubing zu den Huskies. Harmonierte gut mit Klinge und Zeiler. War nicht als Mann für die wichtigen Tore geholt worden, sondern um die physische Komponente im Team zu stärken. Die Rolle füllte er gut aus.

Jens Meilleur  (22/57/18/15): Der jüngste Dauerbrenner im Team. Begeisterte vor allem anfangs in der Reihe mit Carter Proft und Michi Christ. Traf zwar häufiger in der ersten Saisonhälfte als in der zweiten, ist aber ein junger Spieler mit Zukunft. Die anfängliche Torgefahr hätte den Huskies in den Playoffs gut getan.

Carter Proft  (20/56/5/17). Und die wichtigste Statistik: 150 Strafminuten. Proft ist einer der Männer fürs Grobe. Torgefahr ließ er häufig vermissen. Als junger Spieler und Center mit deutschem Pass trotzdem ein Mann mit Perspektive.

Michi Christ  (25/45/9/12): Der nimmermüde Kämpfer. Hat eine solide Saison gespielt. Wurde von einer hartnäckigen Fußverletzung aus der Bahn und dem Rhythmus geworfen. Kann mehr, als seine neun Tore und zwölf Vorlagen ausdrücken.

Marco Habermann (24/51/2/4): Kam erst später richtig in Schwung. Erhielt mit viertem Sturm viel Eis-Zeit in den Playoffs.

Austin Wycisk (34/56/11/11). Vor der Saison einer der Letzten, die zum Team stießen. Spielte aber eine solide Saison. Vor allem auch in Unterzahl zeigte er seinen Wert.

Conor Morrison (26/57/9/16): Der Sohn von Mister Dave Morrison hat wechselvolle Wochen hinter sich. Verpasste kein Spiel, deutete oft an, was in ihm steckt. Traf im Winter aber lange das Tor nicht. Dafür in den Playoffs wieder besser.

Dominik Patocka  (21/57/1/2): Ein Mann für die Zukunft. Oft als Ergänzungsspieler im vierten Sturm im Einsatz.

Daniel Kunce (21/19/3/0). Pechvogel der Saison. Kam monatelang wegen einer Schambeinentzündung nicht mehr zum Einsatz.

Außerdem eingesetzt: Verteidiger Matthias Bergmann (wechselte für Mathias Müller nach Kaufbeuren), Torhüter Simon Nielsen (entpuppte sich als einzige Fehlverpflichtung, erhielt schnell die Freigabe), Torhüter Tobias Arndt (für den Notfall lizensiert)

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