Vier starke Minuten reichen nicht: Kassel Huskies verlieren in Kaufbeuren

Ryan Olsen (rechts)
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Traf in Kaufbeuren: Ryan Olsen (rechts, Archivbild)

Die Hetzjagd der Huskies in der DEL 2 macht auch an einem Samstag nicht halt. Kassels Eishockeyspieler absolvierten in Kaufbeuren das fünfte Spiel in neun Tagen.

Ein Kräfteverschleiß, dem sie diesmal Tribut zollen mussten. Zwei Tage nach dem Derbysieg gegen Frankfurt reichten dem souveränen Spitzenreiter vier überragende Minuten mit drei Toren nicht. Auch wegen ihrer Schwäche im Überzahlspiel unterlagen die Kasseler 3:4 (0:1, 3:2, 0:1). Am Montag geht die Hetzjagd mit dem Heimspiel gegen Verfolger Bietigheim weiter. 

Brett Cameron, der im Derby gegen Frankfurt verletzt ausgeschieden war, fehlte auch beim ESV. Im Tor stand diesmal Leon Hungerecker. Und der musste in der 11. Minute erstmals den Puck passieren lassen. Philipp Krauß fälschte den Schuss von Fabian Koziol entscheidend ab. Das war die erste Chance des Spiels - und gleich die Führung der Gastgeber. Kaufbeuren, das zumindest am Dienstag pausieren konnte, wirkte in der Folge auch etwas frischer als die Kasseler, die defensiv zwar gut arbeiteten, offensiv aber keine Akzente setzten konnten in diesem Auftaktdrittel. Die beste Chance hatte Marc Schmidpeter Sekunden vor der Pausensirene, als er am kurzen Eck vorbeischoss.

Auch das Mitteldrittel begann nicht gut für Kassel, das in der 25. Minute 0:2 hinten lag. Sami Blomquist traf gegen ein Gästeteam, das bis hierher wenig auf das Eis bekommen hatte, das nach Spitzenreiter aussah. Und das dann wie reagierte? Im Stile eines Spitzenreiters! Als wäre es ein Leichtes, angesichts des Rückstands einen Gang hochzuschalten, drehten die Huskies auf. Plötzlich lief die Scheibe. Plötzlich wurde es gefährlich. In nur vier Minuten drehten sie das Spiel. Ryan Olsen machte den Auftakt (27.). Kurz darauf kam es zu einer Premiere: Vincent Saponari jagte den Puck zum Ausgleich in den rechten Winkel, erzielte sein erstes Tor für die Huskies. Für die Krönung dieser Phase sorgte dann Ryon Moser, der allein auf Jan Dalgic zulief und dem Schlussmann den Puck zwischen den Schonern durchschob. In der 31. Minute lag Kassel 3:2 in Führung.

Das Problem mit dem Hochschalten eines Ganges ist aber: Es geht auch wieder einen Gang runter. Zwei Strafen gegen die Gäste, eine gegen die Gastgeber - und als eine zwischenzeitliche 3:4-Unterzahl gerade abgelaufen war, erzielte Kaufbeuren den Ausgleich. Topscorer John Lammers überraschte Hungerecker mit einem Schuss aus spitzem Winkel (37.). Alles wieder offen.

So ausgeglichen wie das Ergebnis war dann auch das Schlussdrittel. Als Tyler Spurgeon für einen hohen Stock 2+2 Strafminuten erhielt (48.), hatten die Huskies zumindest personell vier Minuten lang Übergewicht. Was sie daraus machten, das war aber dürftig. Gelinde ausgedrückt. Eine Torschance spielten sie nicht heraus. 

Wie es besser geht, zeigten dann die Gastgeber. Oliver Granz kassierte eine unglückliche Strafe, als er erst aus- und dann in den Gegenspieler rutschte. Es dauert nur elf Sekunden, bis Tobias Wörle freigespielt war und Hungerecker keine Chance ließ. In der 56. Minute hatte Kaufbeuren die Partie wieder zurückgedreht. Und weil die Huskies eine weitere Überzahl ungenutzt ließen, blieb es bei diesem 4:3 - und der zweiten Auswärtsniederlage der Gastgeber in dieser kräftezehrenden Woche.

So haben die Kassel Huskies gespielt

Tore: 1:0 (10:21) Krauß (Koziol, Thomas), 2:0 (24:10) Blomqvist (Gracel, Lewis ), 2:1 (26:09) Olsen (Spitzner), 2:2 (27:47) Saponari (Spitzner), 2:3 (30:06) Moser (Granz), 3:3 (36:08) Lammers (Spurgeon, Gracel ), 4:3 (55:15) Wörle (Spurgeon, Lammers - 5:4)

Strafminuten: Kaufbeuren 10 - Kassel 12.

Schiedsrichter: Kapzan /Singer

(Frank Ziemke)

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