1. Startseite
  2. Sport
  3. Kassel Huskies

Vor dem Saisonstart: Huskies-Trainer Bo Subr im Interview

Erstellt:

Von: Pascal Spindler, Björn Friedrichs

Kommentare

Vorfreude auf den Saisonstart: Die Kassel Huskies mit (von links) Marco Müller, Trainer Bo Subr und Hans Detsch.
Vorfreude auf den Saisonstart: Die Kassel Huskies mit (von links) Marco Müller, Trainer Bo Subr und Hans Detsch. © Schachtschneider, Dieter

Die Kassel Huskies starten heute in die neue DEL2-Saison. Im Interview spricht Trainer Bo Subr über die ärgsten Konkurrenten, Saisonziele und mögliche Überraschungen.

Kassel – Heute geht’s los: Die Kassel Huskies starten in die neue DEL-2-Saison. Der Eishockey-Zweitligist ist zum Auftakt beim ESV Kaufbeuren zu Gast (19.30 Uhr). Im Interview haben wir mit Huskies-Trainer Bo Subr gesprochen.

Herr Subr, Sie müssen es wissen: Wie wird man DEL-2-Meister?

Ich glaube nicht, dass es den einen Weg gibt. Es ist ein Prozess mit vielen Faktoren. Das ist jetzt erst der Start, wir dürfen nicht damit zufrieden sein, wo wir stehen. Wir müssen uns noch verbessern und am Ende der Hauptrunde am Höhepunkt sowie bereit für die Playoffs sein. Das ist die Zeit, in der es dann zählt.

Sind die Huskies denn stark genug, dass Sie Meistertrainer bleiben?

Unser Team ist wirklich gut. Wenn ich vergleiche, wo wir jetzt stehen und wo ich mit Frankfurt zum Start letztes Jahr stand, sind wir tiefer besetzt. Es geht aber tatsächlich darum, sich während der Saison stetig zu verbessern. Wir haben eine harmonierende Gruppe, die alle gute Eishockeyspieler sind. Das ist ein wichtiger Baustein. Der Titel ist unser Ziel. Aber das geht anderen Teams genauso.

Was haben Sie sich noch zum Ziel gesetzt?

Wichtig ist natürlich, die gute Stimmung in die Saison zu transportieren – auch damit die Spieler weiter alles füreinander geben. Es gibt für mich als Trainer aber auch ein paar Teilziele, die wir zu einer gewissen Zeit erreichen wollen. Wir können nicht jetzt schon Richtung Spitze des Berges schauen, wenn wir unten am Fuß stehen und die ersten Schritte machen.

Die Vorbereitung war mit sieben Siegen erfolgreich.

Das Wichtigste war, dass die Spieler wirklich eine beeindruckende Arbeitseinstellung mitgebracht haben. Wir haben jeden Tag – vor allem in den ersten zwei, drei Wochen – extrem hart gearbeitet. Dadurch haben wir jetzt viel Energie. Ein wichtiger Schlüssel ist auch, dass die Mannschaft daran glaubt, was wir vorhaben. Wir haben viele gute Dinge gesehen.

Was funktioniert denn noch nicht so gut?

(lacht) Es gibt schon ein paar Dinge, an denen wir arbeiten können. Für mich am wichtigsten ist die Beständigkeit, dass wir Wechsel für Wechsel über das ganze Spiel Leistung zeigen. Das ist bereits viel besser geworden, aber da geht noch mehr. Insgesamt sind wir mit der Vorbereitung sehr zufrieden.

Wie schwer ist es, ein neuformiertes Team zu einer Einheit zu formen?

Am wichtigsten ist, alle von unserem Weg zu überzeugen. Wir haben eine große Gruppe an Führungsspielern, die erfahren sind oder bei ihren vorherigen Teams Kapitän waren. Das macht es leichter.

Müssen Sie die vorhandene Euphorie einbremsen?

Nein, wir haben das Ziel aufzusteigen, und es ist gut, dass es Erwartungen an uns gibt. Die haben wir ja auch an uns selbst. Aber nochmal: Wir stehen am Anfang, in Kaufbeuren wartet der erste Schritt.

Wie schätzen Sie den ersten Gegner ein?

Ich habe mir Kaufbeuren in der Vorbereitung angeschaut und glaube, sie könnten eine der Überraschungen werden. Sie sind ein gutes Team, haben eine gute Struktur. Defensiv sind sie stark, schalten schnell um und kontern gefährlich. Dazu haben sie gute junge Spieler.

Torwart Philipp Maurer fällt lange aus. Nun wurde mit Jake Kielly ein Importspieler als Ersatz geholt.

Das ist keine so leichte Situation, wie manch einer zu glauben scheint. Wenn die Heilung bei Philipp gut verläuft, könnte er nächstes Jahr wieder spielen. Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt leider keinen deutschen Torhüter auf dem Markt, der auf dem Level ist, das wir gern hätten. Die verbliebene Option ist ein Import-Goalie. Und Jake hat im Training einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Bei ihm glauben wir, dass er der Beste ist, den wir bekommen konnten. Jake ist ein schneller, großer Torwart – und ein guter Typ.

Sie haben einen großen Kader, deshalb werden Spieler pausieren müssen. Wie hart ist es, solche Entscheidungen zu fällen?

Jetzt nach der Vorbereitung ist es auf jeden Fall eine harte Entscheidung, weil sich alle Spieler gut oder sogar besser als erwartet gezeigt haben. Einigen zu sagen, dass sie trotz guter Leistung nicht eingesetzt werden, ist eine der schwersten Sachen als Trainer. Man weiß außerdem immer erst nach dem Spiel, ob es die richtige Entscheidung war. Trotzdem glaube und hoffe ich, es ist eher Vor- als Nachteil, einen großen Kader zu haben.

Wie schätzen Sie die vier Import-Feldspieler ein?

Sie haben allesamt ein hohes Niveau. Jamie Arniel ist ein Vollblutprofi, er geht mit gutem Beispiel voran. Joel Lowry ist stark rund herum ums Tor, er ist ein Anführer in der Kabine. Steven Seigo ist ein starker Skater, er hat große Erfahrung und kann das Spiel aufbauen. Und Tim McGauley kann den Unterschied ausmachen, wenn man ein Tor braucht. Er bringt positive Energie rein und wird immer besser.

Und wer kann Topscorer bei den Huskies werden?

Für mich ist das nicht so entscheidend, solange das Team funktioniert. Wir haben mit den Imports, Tristan Keck und Tomas Sykora einige Kandidaten, die viele Punkte sammeln können, genauso die starken Verteidiger Joel Keussen und Max Faber. Wir sind nicht abhängig von einem oder zwei Akteuren.

Wer kann die Fans positiv überraschen?

Die jungen Spieler haben alle Qualität. Oleg Tschwanow und Alec Ahlroth werden in Zukunft richtig gute Spieler sein, Pierre Preto und Darren Mieszkowski werden hoffentlich den nächsten Schritt machen. Eigentlich könnten alle positiv überraschen. Auch Hans Detsch, der ja eher für seine körperliche Spielweise bekannt ist, hat beispielsweise in der Vorbereitung viele schöne Tore geschossen.

Wer sind die härtesten Konkurrenten in der Liga?

Da gibt es einige. Krefeld als Absteiger wird stark sein, Dresden und Ravensburg sicher auch. Mit Tim Kehler haben sie einen guten Trainer. Auch Landshut hat in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlassen. Bayreuth hat sich namhaft verstärkt, Kaufbeuren könnte die unbekannte Größe sein, auch Heilbronn.

Wissen Sie schon, was Sie am 16. April machen?

Mh, da muss ich nachgucken. Das ist ein Dienstag, oder? Startet da das Playoff-Finale? Ich hoffe, dass ich da auf der Trainerbank stehe. Ich kann es nicht zu hundert Prozent sagen, aber das ist das Ziel.

Von Björn Friedrichs Und Pascal Spindler

Auch interessant

Kommentare