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Wende in 23 Sekunden

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Entwischt: Husky Pierre-Luc Sleigher (links) lässt den Kölner Christoph Ullmann hinter sich.  Foto:  ISPFD
Entwischt: Husky Pierre-Luc Sleigher (links) lässt den Kölner Christoph Ullmann hinter sich. Foto:  ISPFD

Köln. In der zweiten Drittelpause sah es noch gut aus. Die Huskies hatten bei den optisch überlegenen Kölner Haien, zur lautstarken Freude ihrer gut 200 mitgereisten Fans, in der 39. Minute mit einem Klassekonter durch den neunten Saisontreffer von Topskorer Josh Soares plötzlich das 1:0 vorgelegt.

Doch den Gastgebern bekam die Pause besser: Mit einem Doppelschlag binnen 23 Sekunden machten sie aus dem Rückstand ein 2:1, legten zehn Minuten später kurz hintereinander noch zwei Treffer nach und retteten sich am Ende mit 4:3 (0:0, 0:1, 4:2) über die Zeit.

Der Endspurt mit zwei Überzahltreffern von René Kramer und Derek Damon konnte Huskies-Trainer Stéphane Richer nicht wirklich versöhnen: „Wir haben wieder einen Weg gefunden noch zu verlieren“, beklagte er einmal mehr das bekannte Syndrom seiner Truppe, „40 Minuten lang haben wir sehr kompakt gestanden, nur wenige Chancen der Kölner zugelassen.“ Klar, da war zwar reichlich viel Betrieb vor Torwart Adam Hauser, „doch mit seiner starken Leistung wäre es auch möglich gewesen, hier etwas mitzunehmen“.

„Köln hat mehr Qualität“

„Letztlich hat Köln aber wesentlich mehr Qualität im Kader“, urteilte Bundestrainer Uwe Krupp, der auf der Tribüne die Kölner Olympiakandidaten Marcel Müller und Christoph Ullmann („Kommt immer besser in Fahrt“) sowie den Kasseler Manuel Klinge in Augenschein nahm. „Die Huskies waren für die Haie ein ganz unangenehmer Gegner. Wenn da nicht die beiden schnellen Tore zu Beginn des letzten Drittels gewesen wären - wer weiß?“

Trotz reichlichen Scheibenbesitzes - hochkarätige Chancen verzeichneten die Kölner nicht, im Gegenteil: In der 7. Minute scheitert Soares knapp an Keeper Weibel. Selbst eine doppelte Unterzahl überstehen die Gäste locker, die selbst aber erst ganz am Ende aus ihren Powerplay-Möglichkeiten Kapital schlagen können. KEC-Trainer Bill Stewart, der Stéphane Richer herzlich begrüßte („Da kommt ja mein alter Captain aus Mannheimer Zeiten“), sagte es kurz: „Unser Powerplay war ohne den gesperrten Ciernik schlecht, das war nur ein Arbeitssieg.“

Immerhin gelang den Haien mit Stewart der sechste Heimerfolg in Serie, die Playoffs bleiben in Reichweite. „Für Kassel wird das viel schwerer“, meinte Uwe Krupp, und auch Richer wirkt nachdenklich: „Natürlich bleibt Platz 10 unser Ziel, aber man muss auch die Realitäten sehen.“ Und da gelingt es eben einer so jungen Mannschaft nicht, aus einem 1:0-Vorsprung mehr zu machen. Damon war direkt vor dem 1:1 nicht so geschickt wie zuvor Soares beim 1:0 (39.). Eine von Pierre-Luc Sleigher aus der eigenen Zone auf die Kölner blaue Linie gechipte Scheibe schob der punktbeste Husky (34 Zähler schon) gekonnt an Weibel vorbei ins Netz.

Nach der 2:1-Führung dominierte Köln, Kassels junge Garde war geschockt. „Wir müssen unbedingt mal 60 Minuten die Konzentration hoch halten, nicht nur 40“, ärgerte er sich über die entscheidende Phase, „denn wir sind gekommen, um Punkte zu holen“.

Die nächste Chance dafür gibt es schon morgen um 19.30 Uhr. Endlich wieder einmal auf eigenem Eis, wenn die Iserlohn Roosters zu Gast sind.

Von Erhard Füsser

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