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Huskies und die Energiekrise: „Werden das Eis nicht mitten in der Saison abtauen“

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Von: Björn Friedrichs

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Das Zuhause der Kassel Huskies: die Eissporthalle im Kasseler Süden.
Das Zuhause der Kassel Huskies: die Eissporthalle im Kasseler Süden. © Andreas Fischer/skypic

Der Sport blickt besorgt auf die Konsequenzen der Energiekrise – vor allem das Eishockey. Wie sieht es bei den Kassel Huskies und der Eissporthalle aus?

Kassel – Das Eishockey, für das ein immenser Aufwand betrieben werden muss, steht vielerorts vor einer unsicheren Zukunft. Dass sich das Sterben älterer Hallen nun beschleunigt, gilt als ausgemacht. „Die Gefahr besteht definitiv“, sagt Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey-Liga. Wie sieht es bei den Kassel Huskies und der Eissporthalle aus?

„In Kassel muss sich aktuell niemand Sorgen um das Profi- und Jugendeishockey machen“, sagt Paul Sinizin. Der Geschäftsführer der Huskies hat vergangenes Jahr angefangen, in Umbau und Renovierung der Eissporthalle zu investieren – zum richtigen Zeitpunkt, wie es nun scheint. „Letztes Jahr wurde noch Gas benutzt für die Erwärmung der Halle und des Wassers. Ohne zu wissen, was in der Ukraine passieren wird, haben wir uns damals aber schon vom Gas getrennt. Das läuft jetzt über Fernwärme und Strom“, sagt der 42-Jährige.

„Das Thema, dass Deutschland mehr Eishallen braucht, ist eine Vision. Aber viel wichtiger ist erst einmal, die Hallen zu erneuern, die wir haben“, sagte Marc Hindelang, Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes, kürzlich dem Magazin Eishockeynews. Genau das passiert in Kassel.

Auch beim Bauabschnitt in diesem Jahr habe laut Sinizin von vornherein die Energieeffizienz im Fokus gestanden. So wird aktuell die Lüftungsanlage modernisiert, ebenso die Ammoniakanlage, mit der das Eis bereitet wird. Was die Eisbereitung kostet, sei aktuell schwer zu sagen, so Sinizin, der ergänzt: „Durch den Wärmehaushalt draußen rund um die Halle und dadurch, dass die Anlage bearbeitet wird, fehlen uns da die Erfahrungswerte.“

Man profitiere beim Betrieb der Halle aber auch von Arbeiten aus dem Vorjahr, als unter anderem auf LED-Licht umgerüstet und die Betonfläche unter dem Eis von Farbschichten befreit wurde. „Die Kühlanlage muss nun nicht mehr erst durch die Gummifarbe kühlen“, sagt Sinizin. Im Frühjahr soll zudem der erneuerte Teil des Dachs Richtung der Straße Am Auedamm mit einer 400 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage ausgestattet werden – alles Pläne, die schon lange vor einer absehbaren Energiekrise angestoßen wurden. „Der Fokus liegt darauf, dass die Halle autark betrieben werden kann“, sagt Sinizin.

Genau dieser Betrieb wird laut dem Huskies-Geschäftsführer trotz der Renovierungen doppelt so teuer wie in der Vergangenheit: „Die steigenden Kosten treffen uns brutal. Zum Glück hatten wir für den Umbau schon einen großen Puffer eingeplant.“ Bei alten Energiepreisen hätten sich die Kosten auf 20 000 bis 30 000 Euro pro Monat belaufen. Nun ist es deutlich mehr. „Sobald Anträge möglich sind, erhoffen wir uns Unterstützung von Land und Bund“, so Sinizin.

Er stellt aber auch klar: „Es muss sich niemand Gedanken wegen der Kostenstruktur machen. Sofern es von der Politik keine Vorgaben gibt, werden wir das Eis nicht mitten in der Saison abtauen. Trotzdem sind alle Profi- und Nachwuchsspieler sowie die Mitarbeiter angehalten, auf alles zu achten, auch wenn es nur eine kleine Lampe ist.“

Von Björn Friedrichs

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