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Kassels Thomas Reichel: Wie ein Grizzly zum Husky wird

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Von: Björn Friedrichs

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Hier noch für Wolfsburg, inzwischen aber für Kassel auf dem Eis: Thomas Reichel ist per Förderlizenz vom DEL-Klub an den Zweitligisten ausgeliehen.
Hier noch für Wolfsburg, inzwischen aber für Kassel auf dem Eis: Thomas Reichel ist per Förderlizenz vom DEL-Klub an den Zweitligisten ausgeliehen. ©  Imago Images/Johannes Traub

Eishockeyklubs beziehen sich bei ihren Namen ja oft auf die Tierwelt. Es gibt Eisbären, Adler, Tiger, Haie – manch südhessische Vereine wählen sogar so etwas Sonderbares wie Löwen zum Wappentier. Auch Thomas Reichel kennt sich mit ihnen aus.

Kassel - Thomas Reichel ist zwar erst 23 Jahre alt, aber Tiere hat er schon einige auf seinen Trikots präsentiert. Nun ist er kürzlich etwas überraschend zum Husky geworden. Per Förderlizenz kam er vergangene Woche von DEL-Klub Grizzlys Wolfsburg nach Nordhessen. Heute geht’s für Kassel gegen den EHC Freiburg (19.30 Uhr).

„Ich wurde super aufgenommen und war jetzt froh, meine ersten Spiele machen zu können. Das Wochenende ist gut gelaufen“, sagte der Stürmer am Sonntag nach dem 5:1-Sieg seiner neuen Mannschaft gegen Regensburg. Der gebürtige Nürnberger spielte viele Jahre in der Jugend bei den Starbulls in Rosenheim. Dort wurde er auch Junioren-Nationalspieler, noch vor seinem 18. Geburtstag stand er in Oberliga und DEL 2 auf dem Eis. Über die weiteren Stationen Lausitzer Füchse, Crocodiles Hamburg und Eisbären Berlin ging es vergangenes Jahr zu den Grizzlys nach Wolfsburg. Dort und bei Oberligist Hannover Scorpions kam er zum Einsatz.

Bullen, Füchse, Krokodile, Eisbären, Grizzlys, Skorpione – und nun also Huskies. Wie kam es aber zu dem Wechsel nach Kassel? „Das war alles recht kurzfristig, auch für mich. Es hatte sich in Wolfsburg ein bisschen abgezeichnet, dass es für mich schwierig wird. Da kamen viele Verletzte zurück, der Kader war wieder vollzählig. Ich hätte womöglich auf der Tribüne gesessen“, erzählt Reichel, der vor dem DEL-Saisonstart aber noch vier Spiele in der Champions Hockey League für Wolfsburg gemacht hatte. „Ich will Spielzeit sammeln, egal in welcher Liga. Das ist in meinem Alter das Wichtigste. Ich will nicht auf der Tribüne sitzen. Es gab die Option mit Kassel und dann ging es sehr schnell.“

Anders als in der DEL 2 gibt es in der DEL keine U24-Regelung, sondern eine U23-Regelung. Reichel ist dort nun also ein Ü23-Spieler. Deshalb jetzt der Wechsel zu den Huskies.

Der Schritt eine Liga tiefer soll aber kein Rückschritt sein. „Ich kenne die Liga aus meiner Zeit zuletzt in Weißwasser. Ich habe daher schon ein gewisses Niveau erwartetet, war aber trotzdem etwas überrascht, wie brutal das Level im Training bei den Huskies war. Das ist echt top hier“, sagt Reichel und ergänzt: „Umso höher das Niveau, desto besser spielt man auch selbst. Das wollen wir jetzt auch in den Spielen umsetzen.“ Am besten gleich heute. Mit dem EHC Freiburg ist ein Top-Team der ersten vier Spieltage zu Gast. Siege gegen Landshut, Dresden und Weißwasser, dazu eine knappe Niederlage gegen Spitzenreiter Kaufbeuren – und um bei den Tiernamen zu bleiben: Die Wölfe aus dem Breisgau sind ein unangenehmer Gegner.

Die Eishockeyfamilie

Thomas Reichel kommt aus einer echten Eishockeyfamilie. Vater Martin Reichel war lange Jahre deutscher National- und DEL-Spieler, Onkel Robert spielte für Tschechien und machte mehr als 830 Spiele in der NHL. Thomas’ Bruder Lukas spielt ebenso in Nordamerika (bei NHL-Klub Chicago Blackhawks) wie auch Cousin Kristian (bei den Manitoba Moose in der AHL). 

(Von Björn Friedrichs)

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