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Kassel Huskies: Kecks Dreierpack und Detschs Premiere

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Von: Björn Friedrichs

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Hat momentan allen Grund zu Strahlen: Tristan Keck, Stürmer der Kassel Huskies, führt nach seinem Dreierpack gegen die Ravensburg Towerstars die Torjägerliste der DEL2 an.
Hat momentan allen Grund zu Strahlen: Tristan Keck, Stürmer der Kassel Huskies, führt nach seinem Dreierpack gegen die Ravensburg Towerstars die Torjägerliste der DEL2 an. © Schachtschneider, Dieter

So viele Tore haben die Huskies in dieser Saison noch nicht geschossen: Beim 9:3-Sieg gegen Ravensburg standen neben Torjäger Tristan Keck auch noch andere Personen im Fokus.

Kassel – Was für ein Eishockey-Abend in der Kasseler Eissporthalle. Die Huskies schlugen am Sonntag im vermeintlichen Spitzenspiel die Ravensburg Towerstars mit 9:3 (2:2, 5:0, 2:1). Es war ein Spiel, das zig Geschichten zu erzählen hatte. Von einem Torjäger, der immer weiter trifft – diesmal sogar dreifach. Von beendeten Durststrecken. Von einem Goldhelm, der Vorlagen am Fließband serviert. Und von einem Ex-Trainer, der sich seine Rückkehr anders vorgestellt hatte.

Der Dreierpack

Den wir in Anlehnung an einen Hattrick jetzt mal Kecktrick nennen. Tristan Keck gelingt aktuell alles, drei Tore steuerte er gegen die Towerstars bei. Bei seinem 3:2 zauberte er erst Gegenspieler Fabian Dietz einen Knoten in die Beine und tunnelte dann Torwart Jonas Langmann. Keck war bereits für das DEL-2-Tor des Monats Oktober nominiert, dieser Treffer war eine weitere Bewerbung.

„Der Kecker ist brutal gerade. Ich glaube, der denkt sich, die Gegner spielen ohne Torhüter“, sagte Sturmkollege Hans Detsch lachend. Kriegt Keck den Puck, kann man fast sicher mit einem Tor rechnen. Das dachte sich wohl auch Verteidiger Stephan Tramm vor dem 7:2. Als Keck von der Strafbank kommend den langen Pass von Thomas Reichel bekam, sprang Tramm auf der Bank auf, streckte die Arme aus und jubelte, bevor der Stürmer überhaupt in Tornähe war. „Ich war mir sicher, dass er den macht. Kecker ist aktuell heiß“, sagt Tramm und ergänzt grinsend: „Ich habe allerdings auch am Freitag in Heilbronn bei einer ähnlichen Situation und einem anderen Mitspieler früher gejubelt, da ging das schief.“ (hier gibt‘s die Videohighlights der DEL2, das 7:2 fällt ab 5:27 Minuten)

Seit Sonntag ist Keck mit 15 Toren bester Schütze der Liga, 14 davon schoss er in den letzten neun Spielen. „Beim Eishockey geht es immer auf und ab. Die Phase zu Saisonbeginn, als mir kein Treffer gelang, war sehr frustrierend. Aber das macht die Zeit jetzt umso schöner“, sagt Keck.

Nach seinem dritten Tor fuhr er grinsend zur Bank, holte sich dort die Gratulation ab. Zwar flogen keine Kappen auf das Eis, wie es in Nordamerika bei einem Hattrick üblich ist, aber darüber konnte der Deutschkanadier hinwegsehen. „Ich habe es genossen und die anderen haben den Witz angedeutet, ihre Helme auf das Eis zu werfen“, so Keck grinsend. Seinen letzten Dreierpack schoss er vor zwei Jahren, als er für Coventry in England spielte.

Die Durststrecken

Endlich hat es geklappt, endlich hat auch Fan-Liebling Hans Detsch sein erstes Saisontor erzielt. Beim 4:2 profitierte der 28-Jährige von der mustergültigen Vorlage von Reichel. „Die Last war gar nicht so groß. Es gibt so einen Punkt, da denkt man nicht mehr viel nach. Irgendwann wird das Tor schon fallen. Umso mehr freue ich mich aber, dass es jetzt geklappt hat.“ Insgesamt läuft es in der Huskies-Offensive richtig rund, seit Sonntag stellen sie den besten Angriff der Liga. „Wir hatten immer viele Chancen und uns angekreidet, zu wenig daraus zu machen. Wir hatten viele Spiele, die wir dominiert, aber nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben“, so Detsch.

Ebenfalls befreit jubelte Tomas Sykora nach seinem 5:2. Der Stürmer hatte zwar schon am dritten Spieltag in Dresden getroffen, wartete aber seit seiner Verletzungspause auf ein Tor.

Der Goldhelm

Bleibt trotz Kecks Torserie erstmal Max Faber. Der Verteidiger glänzte erneut als Vorlagengeber, assistierte bei drei Treffern. Mit 19 Torvorlagen ist Faber ligaweit der Zweitbeste dieser Statistik hinter Freiburgs Tyson McLellan (24). Vor allem Fabers punktgenaue Pässe aus der eigenen Zone in den Angriff bereitet den Gegnern Kopfzerbrechen.

Der Ex-Trainer

Tim Kehler hatte sich seine Rückkehr nach Kassel anders vorgestellt. Bei der Pressekonferenz zeigte er sich aber als fairer Verlierer und sagte: „Wir sind ein junges Team und in unserer Entwicklung noch nicht da, wo die Huskies stehen. Heute waren wir meilenweit von ihrem Leistungsvermögen entfernt.“

Huskies-Dreierpacks

Tristan Keck ist natürlich nicht der erste Spieler der Kassel Huskies, dem drei Tore gelungen sind. Zuletzt traf ein Kasseler am 3. April 2021 dreifach, wie wir in Zusammenarbeit mit dem Huskywiki nachgeschaut haben – damals Ryan Olsen beim 8:4 gegen Bad Tölz.

Das Besondere: Zwei Tage zuvor hatte Eric Valentin beim 10:3 gegen Kaufbeuren schon einen Dreierpack geschnürt, neun Tage zuvor Olsen selbst beim 7:1 gegen Bayreuth. Ein Blick lohnt sich auch zurück nach 2016. Damals schoss Jamie MacQueen drei Tore – wie Keck gegen Ravensburg. Die Huskies verloren trotz 4:0-Führung noch 4:5 nach Penaltyschießen.

Besonders war das 7:3 gegen Kaufbeuren im Oktober 2019: Da gelang sowohl Ben Duffy als auch Alex Karachun ein Dreierpack – für Karachun war es sogar der zweite Heim-Dreier in Folge. Er hatte schon zuvor gegen Heilbronn einen solchen erzielt.

Von Björn Friedrichs

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