"Komme nicht als Tourist"

Wiedersehen in Kassel: Ex-Husky Hugo Boisvert mit Bietigheim zu Gast

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Hat seit dieser Saison das Sagen an der Bande der Bietigheim Steelers: der ehemalige Huskies-Co-Trainer Hugo Boisvert. 

„Es wird anders sein. Und besonders.“ Hugo Boisvert wählt seine Worte mit Bedacht. Aus gutem Grund. Denn am Freitag steht für ihn eine besondere Partie auf dem Plan.

Als Chefcoach der Bietigheim Steelers kehrt er erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück – in die Kasseler Eissporthalle (Freitag, 19.30 Uhr). Die Huskies, zu denen er lange selbst gehörte, sind nun der Gegner. Sein Platz ist also nicht länger der als Co-Trainer auf der Kasseler Bank, so wie es in den vergangenen drei Jahren der Fall war, oder wo er als Stürmer zwischen 2006 und 2010 saß.

„Ich komme immer gern nach Kassel. Es ist der Ort, an dem ich als Spieler meine schönste Zeit hatte, an dem ich 2016 als Co-Trainer Teil der Meistermannschaft war. Aber ich komme nicht als Tourist.“ Klar, er will als Gast weder Geschenke bei seinem alten Klub lassen noch den Fokus vorab zu sehr auf die Huskies legen. „Wir konzentrieren uns auf uns selbst, werden alles geben, hungrig sein und da weiter machen, wo wir vor der Pause aufgehört haben.“

Denn die letzten drei Partien vor dem Deutschland-Cup gewannen die Steelers in Deggendorf, in Kaufbeuren und zu Hause gegen Crimmitschau, erzielten 19 Tore und sind mit 14 Punkten aus sieben Partien das viertbeste Auswärtsteam der DEL2. Ein bisschen Kevin Gaudet stecke noch in der Mannschaft, aber mittlerweile auch viel Hugo Boisvert, erklärt der 42-Jährige den Charakter des Teams. Von Gaudet, seinem Vorgänger, der die Steelers sechsmal in Folge ins Playoff-Finale geführt und sich im Frühjahr mit dem Meistertitel verabschiedet hatte, hat er manches übernommen. „Auch wenn ich meine eigenen Ideen umsetze, warum soll ich nicht etwas beibehalten, das gut lief?“, erklärt Boisvert. „Die Erwartungen sind von allen Seiten sehr hoch. Wir hatten anfangs unsere Höhen und Tiefen, aber die Phase der Umstellung ist vorbei. Zuletzt haben wir an Stabilität gewonnen.“ Ob der junge Cheftrainer auf die angeschlagenen Frederik Cabana, Shawn Weller und Ilya Sharipov zurückgreifen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Nicht nur deshalb betont er aber auch: „Wir wissen, dass es keine leichte Aufgabe wird. Kassel ist kein Team, das länger auf Platz elf stehen wird. Dazu haben sie zu viel Talent.“ Ein Kasseler Team, das gegen den aktuellen Fünften aus Bietigheim als Außenseiter ins Rennen geht. Ein Team, das ausgerechnet in Bietigheim Ende September seinen letzten überzeugenden Auftritt ablieferte, 8:3 gewann und danach in eine Krise schlitterte, die letztlich das Trainerkarussell in Gang setzte: Rico Rossi, mit dem sich Boisvert drei Jahre lang den Schreibtisch in der Huskies-Kabine teilte, ist nun Sportlicher Leiter. An der Bande stehen mit Bobby Carpenter und Tim Kehler gleich zwei neue Coaches. Über diese Veränderungen urteilt Boisvert nüchtern: „So läuft unser Geschäft eben, auch wenn es unglücklich für Rico ist.“ Mit seinem ehemaligen Cheftrainer steht Boisvert weiterhin in Kontakt und sagt: „Rico ist ein großartiger Trainer.“ Doch ihre gemeinsame Zeit ist eben Vergangenheit. Boisverts Gegenwart und Zukunft liegt in Baden-Württemberg. Ehefrau Kim, Tochter Adea (15) und der eishockeyverrückte Sohn Zavier (12) schlagen langsam Wurzeln. Und der Familienvater beginnt nach und nach, die Bietigheimer zu verstehen. „Denn der Dialekt, der hier gesprochen wird, ist ganz schön stark.“

Problemlos verstehen aber wird er am Freitag den Applaus der Kasseler Fans. Applaus, mit dem sie so manchen verdienten Ex-Husky empfangen. Auch wenn dieser nun als Gegner zurückkehrt.

Zum Thema: Kassel Huskies: Tim Kehler kommt, Mark MacMillan ist schon wieder fort

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