Kassel verliert in Heilbronn trotz 4:0-Führung

Williams wird zum Schreckgespenst für die Huskies

Enttäuscht: Huskies-Stürmer Brett Cameron und seine Mitspieler verließen das Eis am Sonntag mit hängenden Köpfen. Trotz 4:0-Führung standen die Huskies am Ende beim Auswärtsspiel in Heilbronn mit leeren Händen da.
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Enttäuscht: Huskies-Stürmer Brett Cameron und seine Mitspieler verließen das Eis am Sonntag mit hängenden Köpfen. Trotz 4:0-Führung standen die Huskies am Ende beim Auswärtsspiel in Heilbronn mit leeren Händen da.

So verrückt ist Eishockey: Die Kassel Huskies liegen bei den Heilbronner Falken nach dem ersten Drittel deutlich vorne, fahren am Ende aber beim 5:7 (4:0, 0:2, 1:5) dennoch ohne Punkte nach Hause.

Kassel/Heilbronn – Eine 4:0-Führung, die nicht zum Sieg reicht – was Heilbronn in den Playoffs der vergangenen Saison in Kassel erlebten, bringen die Huskies am Sonntag bei den Falken fertig. Bei der 5:7 (4:0, 0:2, 1:5)-Niederlage wird Hattrickschütze Jeremy Williams passend zu Halloween zum Schreckgespenst.

Der Spielverlauf wurde dabei völlig auf den Kopf gestellt. Die Huskies nämlich beginnen eiskalt vor dem Tor. Lukas Laub kurvt durch die Angriffszone, schlenzt Richtung Tor, wo Brett Cameron den Schläger ausstreckt und unhaltbar für Florian Mnich zum 1:0 abfälscht (4.).

Heilbronn wechselt früh den Torwart

Dieser Treffer gibt den Huskies Aufwind. Troy Rutkowskis Schuss kann Mnich noch parieren (6.), wenige Momente später ist er aber erneut geschlagen. Ein Schuss von Joel Keussen prallt an einem Abwehrbein ab, Laub arbeitet den Puck zu Corey Trivino und der schießt unbedrängt das 2:0.

Besser kann es im ersten Drittel kaum laufen. Keine zwei Minuten nach dem 2:0 steht es nämlich schon 3:0. Lois Spitzner umkurvt das Tor, hält einfach mal drauf und Mnich lässt den Puck durchrutschen (9.). Jetzt gelingt alles. Wieder keine zwei Minuten später der nächste Treffer: Die Huskies kombinieren sich durch die Angriffszone, Cameron bedient Trivino mustergültig und der überwindet Arno Tiefensee zum 4:0 (11.). Tiefensee? Ja, die Falken haben da schon den Torhüter gewechselt.

Doppelschlag im zweiten Drittel

In der Folge lassen die Huskies Heilbronn aber ins Spiel kommen. Jonas Neffin rettet gegen Justin Kirsch und Julian Lautenschlager (18.), verhindert so den Gegentreffer. Das ändert sich dann im zweiten Drittel. Die anfangs hellwachen Huskies wirken schläfrig. Erst lässt Noah Dunham nach Querpass Neffin keine Abwehrchance (33.), dann macht Jeremy Williams den Doppelschlag unhaltbar zum 2:4 perfekt (34.). Mit etwas Glück und viel Neffin bleibt es bis zur Drittelpause dabei, auch weil der junge Goalie kurz darauf doppelt gegen Williams zur Stelle ist (37.).

Die Pause aber hilft den Huskies nicht weiter. Im Gegenteil. Zwar trifft Jamie MacQueen in Überzahl den Außenpfosten, dann schlagen aber wieder die Falken doppelt zu. Williams hält den Schläger bei einem Pass von Kenney Morrison hin – 3:4 (42.). Lautenschlager fälscht einen harmlosen Schuss unhaltbar ab – 4:4, Ausgleich (44.). Die Huskies schwimmen, können sich kaum noch Chancen erspielen – und werden bestraft. Der völlig entfesselte Williams trifft den Pfosten (49.), dann Luca Tosto zum 5:4 (53.).

Huskies kommen noch einmal zurück

Der ECK wirkt geschlagen, kommt aber tatsächlich noch einmal zurück. Oliver Granz zieht von der Blauen Linie ab, vor dem Tor nimmt Timo Gams Tiefensee die Sicht. Der Puck schlägt zum 5:5 ein (54.). Abgefälscht oder nicht? Egal.

Ein Horrorabend für die Torhüter, der für den Kasseler noch schlimmer wird. Williams trifft die Latte (56.), der folgende Schuss von Morrison aus dem Halbfeld rutscht Neffin irgendwie durch. 5:6 – und noch nicht der Schlussakkord.

Die Huskies nehmen den Torwart vom Eis, wollen etwas Zählbares mitnehmen. Den letzten Treffer aber macht Heilbronn. Und natürlich ist es Williams, das Schreckgespenst, der zum 7:5 ins leere Tor trifft (60.).

Statistik

SR: Bauer/Kapzan - Tore: 0:1 (3:35) Cameron (Laub, Geischeimer), 0:2 (7:05) Trivino (Keussen, Tramm), 0:3 (8:56) Spitzner (Gams), 0:4 (10:22) Trivino (Cameron), 1:4 (32:25) Dunham (Tosto, Thiel), 2:4 (33:43) Williams (Blackwater), 3:4 (41:01) Williams (Morrison, Krenzlin), 4:4 (43:15) Lautenschlager (Thiel), 5:4 (52:04) Tosto (Thiel, Dunham), 5:5 (53:47) Gams (Granz, MacQueen), 6:5 (55:24) Morrison (Williams, Della Rovere), 7:5 (59:10) Williams (Della Rovere) - Strafminuten: Heilbronn 4 - Kassel 12

Von Björn Friedrichs

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