Weltklasse-Eishockey in der Kasseler Eishalle

Wingas-Cup: Huskies fiebern Turnier mit internationalen Top-Teams entgegen

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Ein Puckzauberer: Maxim Afinogenov (hinten) ist der Kapitän von Vityaz Podolsk. Hier setzt er sich durch gegen Nikita Gusev von KHL-Meister SKA St. Petersburg.

Kassel. Auf geht’s: Die Kassel Huskies empfangen ab Dienstag Weltklasse-Eishockeyteams zum Wingas-Cup in der Kasseler Eissporthalle.

Der Kasseler Sponsor Wingas macht’s möglich, und so wirbeln ab Dienstag neben den heimischen Cracks auch Slovan Bratislava aus der Slowakei, der HC Vityaz Podolsk aus Russland und Dinamo Riga aus Lettland mit Olympiastars, Weltmeistern und NHL-Legenden in der Eissporthalle.

Das Programm der Teams

Als erstes Team ist Dinamo Riga am Sonntag via Frankfurt in Kassel eingetroffen. Heute kommt Bratislava per Bus an, und am späten Abend das Team aus Podolsk bei Moskau via Frankfurt. Alle Mannschaften machen Quartier im Hotel H4 an der Stadthalle. Ab Dienstag haben alle Teams täglich zwischen 9 und 13 Uhr die Möglichkeit, je 30 Minuten zu trainieren. Riga und Podolsk bekommen Umkleidekabinen im Auestadion, bleiben während ihrer Spiele aber in der Eishalle.

Das Programm für Fans

Feuerschlucker, ein Spielchen der Young Huskies und ein Auftritt der Kunstlauf-Talente des EVK – rund ums Eishockey wird den Fans ein Rahmenprogramm geboten. Höhepunkt: Bei der Fanparty am Donnerstag ab 21 Uhr spielt die nordhessische Kultband Rockmachine auf, es wird Bratwurst, Steaks, Hot Dogs und Cocktails geben.

Die Eintrittskarten

Das Interesse am Wingas-Cup geht weiter über Nordhessen hinaus. Bislang wurden mehr als 8000 Eintrittskarten abgesetzt. Tickets gibt es im Sportshop Eissporthalle, der dienstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet ist, in allen Vorverkaufsstellen der Huskies wie dem Fanpoint am Friedrichsplatz sowie im Internet:

www.kassel-huskies.com

www.powerplay.wingas.com

Die Perspektive der Huskies

„Diese Gegner haben nicht nur DEL-Niveau, sondern sind absolute Weltklasse“, sagt Rico Rossi über die Rivalen seiner Huskies beim Wingas-Cup fast ein wenig ehrfürchtig. Der Trainer weiß um die krasse Außenseiterrolle seiner Truppe. Auch weil die Kasseler erst seit einer Woche auf dem Eis sind, die KHL-Teams dagegen schon mehr als einen Monat lang. Rossi lachend: „Aber selbst wenn wir schon drei Monate trainieren würden, wäre die Rollenverteilung gleich.“

Er sieht sich bei aller Vorfreude auf das Turnier und „den Stolz, dass wir uns mit solchen Gegnern messen können“, auch in einer kleinen Zwickmühle. „Einerseits wollen wir hier unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen und kein Kanonenfutter sein. Andererseits können wir für dieses großartige Turnier nicht unsere gesamte Planung über den Haufen werfen. Unser Fokus liegt natürlich ganz klar auf der DEL2 und dem ersten Ziel der Playoff-Teilnahme.“

Am Sonntag haben sich Trainer und Team beim Zissel auf das Turnier eingestimmt. „Die Stimmung ist bestens“, sagt Rossi und kündigt an: „Alle sind fit. Der ein oder andere wird aber mal ein Spiel pausieren. Denn jeder soll die Chance haben, solch ein Turnier zu spielen.“

Die Spiele beim Wingas-Cup

Dienstag

15 Uhr: Bratislava - Riga

19 Uhr: Huskies - Podolsk

Mittwoch

15 Uhr: Riga - Podolsk

19 Uhr: Kassel - Bratislava

Donnerstag

13.30 Uhr: Bratislava - Podolsk

18 Uhr: Riga - Kassel

Etwa 21 Uhr: Fanparty mit den Spielern beider Teams, Livemusik von Rockmachine, Bratwurst, Steak, Hot Dogs und Cocktails.

Slovan Bratislava: Die lebende Legende

Herkunft: Bratislava (die Übersetzung auch des früheren Namens Pressburg), Hauptstadt und größte Metropole der Slowakei mit 425 000 Einwohnern im Dreiländereck mit Ungarn und Österreich, nur 55 Kilometer entfernt von Wien. Wahrzeichen der Stadt an der Donau und den Karpaten ist die 907 erstmals erwähnte (Press-) Burg.

Der Klub: Während die Fußballer des 1919 gegründeten SK Slovan 1969 sogar den Europapokal der Pokalsieger gewannen (gegen den FC Barcelona), gibt es den Hockey-Club Slovan seit 1921. Er gewann 1979 den Titel in der Tschechoslowakei und war ab 1998 acht Mal slowakischer Champion – zuletzt 2012. Seither spielt Slovan in der KHL. Zu den vielen Spielerlegenden des Klubs gehören die Stastny-Brüder Anton, Marian und Peter; außerdem Vladimir Dzurilla, Joschi Golonka, Vaclav Nedomansky und Miroslav Satan.

Letzte Saison: KHL, Platz 17, Playoffs verpasst.

Aktuelles Team: Bratislavas Kapitän Andrej Meszaros bestritt 695 NHL-Spiele, Michael Sersen und Juraj Mikus waren Vizeweltmeister 2012. Jan Buchtele (27) war mit Pardubice zweimal tschechischer Meister (2010 und 2012), der Kanadier Barry Brust (33) stand 2011/12 im Straubinger DEL-Tor.

HC Vityaz Podolsk: Die russischen Ritter

Herkunft: Podolsk, Russland, 190 000 Einwohner zählender Vorort im Süden Moskaus an der Pachra. Das Dorf Podol wurde 1606 erstmals erwähnt. Neben dem Eishockeyteam ist Speerwerfer Sergej Makarow (44) bekannt, der 2003 in Paris Weltmeister wurde.

Der Klub: Vityaz (sprich Witjas) ist das russische Wort für Recke oder Degen. Der Verein wurde 1996 in Podolsk gegründet, spielte aber von 2004 bis 2013 in Tschechow. Die „Ritter“ schafften 2005 den Aufstieg in die russische Superliga, die später in der KHL aufging. Das Team ist bekannt für physisches, nordamerikanisch geprägtes Eishockey. 2008 spielte auch der deutsche Nationaltorwart Dimitri Pätzold (34, jetzt Straubing) bei Vityaz.

Letzte Saison: KHL, Platz 11, im Playoff-Viertelfinale der Gruppe mit 0:4 an KHL-Meister St. Petersburg gescheitert.

Aktuelles Team: Prominentester Spieler ist Maxim Afinogenov (37). Der russische Rechtsaußen war Weltmeister 2008 und WM-Zweiter 2002 und ’10, Olympia-Dritter 2002. Er bestritt 700 NHL-Spiele. Torwart Mikhail Biryukov stand im Weltmeister-Team 2008 und 2012, der Schwede Niclas Burström gewann 2014 WM-Bronze. Kapitän Alexei Semyonov (36) war 219 Mal in der NHL aktiv für Edmonton, Florida und San José.

Dinamo Riga: Der Stolz Lettlands

Herkunft: Riga, Hauptstadt Lettlands, mit 770 000 Einwohnern größte Stadt des Baltikums mit toller Altstadt (seit 1225) und einer großen, enthusiastischen Eishockey-Fangemeinde.

Der Klub: Seit 2008 spielt Dinamo in der KHL, erreichte 2010 und 2011 das Viertelfinale, seit 2014 (Achtelfinale) aber wurden die Playoffs nicht mehr erreicht. Zu den Eigentürmern gehören Ex-Präsident Guntis Ulmanis und der ehemalige Premierminister Aigars Kalvitis. Von 1940 bis 1995 spielte der Klub unter diversen Namen in der sowjetischen Liga und gewann 1988 die Vizemeisterschaft. Legendäre Spieler: Helmut Balderis, Arturs Irbe, Oleg Znaroks; Trainer: Viktor Tichonow.

Letzte Saison: KHL, Rang 28 (von 29), Playoffs verpasst.

Aktuelles Team: Bei Dinamo Riga ist der Trainer der größte Star: Sandis Ozolins (44) gewann 1996 mit Colorado Avalanche, Uwe Krupp und Joe Sakic den Stanley-Cup, kommt auf 1012 NHL-Einsätze und acht Allstar-Team-Berufungen als Verteidiger. Zu den Stützen zählen die Brüder Mikelis (63 WM-Spiele) und Krisjanis Redlihs, der 2007/08 in Hamburg spielte. Außerdem die NHL-erfahrenen Kanadier Karl Stollery (23 Spiele) und Colton Gillies (154), der wie Danny Kristo einst Junioren-Weltmeister war.

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