Zuvor siegte Dinamo Riga 3:2 gegen Slovan Bratislava

Wingas-Cup: Beherzte Huskies verlieren gegen russischen Topklub Vityaz 1:4

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Die Kassel Huskies haben sich in ihrem Spiel gegen den russischen Favoriten teuer verkauft.

Kassel. Die Eiszeit in der Kasseler Eissporthalle hat begonnen. Am Nachmittag besiegte Dinamo Riga das slowakische Team Slovan Bratislava. Am Abend unterlagen die Huskies dem russischen Favoriten Vityaz 1:4.

Die Huskies haben sich beim internationalen Turnier gegen den stärksten der drei KHL-Klubs, Vitjaz Podolsk, in ihrem ersten Spiel am Dienstagabend 55 Minuten mehr als achtbar geschlagen. Vor der tollen Kulisse von 3576 Zuschauern unterlagen sie 1:4 (1:1, 0:1, 0:2).

Ein Hauch von großem Eishockey lag schon zu Beginn in der Luft. Die russische Hymne weckte Erinnerungen an legendäre Länderspiele der Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Und sie haben ja viele Nationalspieler mit Unmengen internationaler Erfahrung in ihren Reihen, die Russen aus Podolsk – angeführt vom ehemaligen NHL-Star Maxim Afinogenov, ihrem stellvertretenden Kapitän.

Die Frage war, wie sich die Huskies nach gerade mal einer Woche gemeinsamen Trainings schlagen würden. Die Antwort: Mehr als nur respektabel. Klar war ihnen die Nervosität anzumerken. Mancher Pass kam nicht an, eine doppelte Überzahl ließen sie ungenutzt. Dem 0:1 ging ein Abstimmungsfehler in der Hintermannschaft voraus: Die Scheibe landete bei Roman Horak, der allein vor dem Kasten von Markus Keller auftauchte. Und der Tscheche verlud Keller doppelt, guckte sich seelenruhig die Ecke aus und hob dann die Scheibe ins Netz. So einfach, so beeindruckend kann Eishockey sein (8.).

Nun war es aber nicht so, dass die Huskies sich versteckten. Sie suchten, wann immer sich die Gelegenheit gegen das Defensivbollwerk der Russen bot, den Weg vors Tor. Als auch dort einmal die Zuordnung nicht stimmte, war Lukas Koziol zur Stelle. Der Neuzugang aus Krefeld schob Igor Saprykin den Puck frech durch die Hosenträger (12.). Kann man auch als deutscher Zweitliga-Spieler mal so machen, sehr zur Freude der Fans. Es hatten wohl nicht viele damit gerechnet, dass ihrer Mannschaft tatsächlich ein Treffer gelingen würde. Die Lautstärke, mit der das Ramalamadingdong angestimmt wurde, gibt es sonst jedenfalls eher in den Derbys zu hören.

Es waren Szenen wie diese, die diesen Eishockeyabend so unterhaltsam machten. Und vor allem wie jene, in der die Russen erneut in Führung gingen. Ein Angreifer stand frei vor Markus Keller, jeder, auch der Kasseler Keeper erwartete, dass Artyom Shvets-Rogovoi ihm die Scheibe querlegen würde. Tat er aber nicht. Keller hatte die kurze Ecke geöffnet, und der Russe versenkte den Puck genau dort (29.). Ein Treffer mit Prädikat Weltklasse. Klasse war aber auch das Publikum. Jeder Check, jedes Solo, so wie etwa das vom anderen Neuzgang Patrick Klöpper kurz vor dem Ende des zweiten Drittels, bedachte es mit Szenenapplaus.

Klar, dass diese Partie wenig Aussagekraft hat. Klar, dass die Beine der Huskies immer schwerer wurden. Aber in der Defensive sah das – abgesehen vom Doppelschlag der Russen innerhalb von 21 Sekunden in der 56. Minute – schon ganz ordentlich aus und auch die gelegentlichen Nadelstiche nach vorn ließen sich sehen. Heute geht es für die Huskies weiter gegen Bratislava (19 Uhr).

Schiedsrichter: Hoppe, Hurtik (Bad Nauheim) 

Zuschauer: 3576

Tore: 0:1 (7:42) Horak (Shvets-Rogovoi), 1:1 (11:44) Koziol (Klinge, Pimm), 1:2 (28:03) Shvets-Rogovoi (Vyglazov, Nikulin), 1:3 (55:24) Afinogenov (Kopeikin,Vyglazov), 1:4 (55:35) Mankinen (Rissanen)

Strafminuten: Kassel 4, Vitjaz 8

Riga besiegt Bratislava

Den Auftakt des internationalen Turniers mit drei Teams aus der russischen Spitzenliga KHL hatte am Mittwochnachmittag Slovan Bratislava aus der Slowakei und Dinamo Riga bestritten. Die Letten setzten sich in einer temporeichen Partie mit 3:2 (1:1, 2:0, 0:1) durch. 

Einige hundert Fans hatten bereits frühzeitig den Weg in die Eishalle gefunden, neugierig darauf, wie sich die Topteams, die auf Einladung von Sponsor Wingas nach Kassel gekommen sind, sich spielerisch präsentieren. 

Bildergalerie: Erster Spieltag beim Wingas-Cup in der Kasseler Eishalle

Und schon nach Spiel eins steht fest: Die KHL-Teams, deren Vorbereitung Anfang Juli begonnen hat, sind in starker Verfassung, körperlich präsent und reaktionsschnell.

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