Kasseler Jungs helfen bei Niederlage gegen Bietigheim aus

Huskies: Zwei Tage Erholungspause

Im Gespräch: die Führungsspieler Jerry Kuhn (links) und Stürmer Michi Christ.
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Im Gespräch: die Führungsspieler Jerry Kuhn (links) und Stürmer Michi Christ.

Neun Spiele in 18 Tagen – die eng getaktete Hauptrunde dieser speziellen DEL2-Saison hat es in sich. Kein Wunder, dass sich die Eishockeyprofis der Kassel Huskies nach dem Montagsspiel und der 2:3-Niederlage gegen Bietigheim nun über zwei freie Tage zur Erholung freuen.

Die Last-Minute-Niederlage: Besonders bitter wird eine Niederlage, wenn der entscheidende Treffer Augenblicke vor dem Ende fällt. Während die Roten Teufel aus Bad Nauheim – Gastgeber der Huskies am Freitag – 0,4 Sekunden vor dem Ende das 4:5 in Freiburg kassierten, blieb in Kassel die Uhr 12,8 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit stehen. Nachdem Norman Hauner die Huskies mit einem letzten Konter überrascht und mit dem 3:2 die erste Heim-Niederlage der Gastgeber nach zuvor 14 Siegen in Serie besiegelt hatte.

„Das darf nicht passieren“, ärgerte sich Michi Christ. „Wir haben nach dem 0:2 nicht den Glauben an uns verloren, haben uns zurückgekämpft und waren bis zum Gegentor die drückende Mannschaft.“ Ähnlich äußerte sich Trainer Tim Kehler. „Wir müssen 60 Minuten bis zur letzten Sirene spielen. Das war eine gute, aber auch schwierige Lektion für die Mannschaft.“ Die bleibt weiterhin Spitzenreiter, führt nach 39 Spielen und einer Partie weniger als Verfolger Bietigheim mit elf Punkten Vorsprung die Tabelle an.

Die Belastung: „Auch wenn wir gern spielen, es jeder Mannschaft so geht und wir wussten, dass es anstrengend wird: Jeder ist froh über eine Pause“, sagt Christ. „Ich bin angeschlagen, aber nicht wegen der Checks oder der geblockten Schüsse.“ Für seine beherzten Rettungstaten gegen Bietigheim hätte der 31-Jährige sicherlich eine Runde Sonderapplaus der Fans erhalten.

Vielmehr spielt der Stürmer aber auf den vollgepackten Zeitplan mit allein sechs Spielen in den vergangenen elf Tagen an. „Dabei haben die Playoffs ja noch nicht einmal angefangen. Im Fußball spricht bei englischen Wochen jeder über die Belastung der Spieler. Man sollte sich aber auch im Eishockey Gedanken machen, ob man die Spieler nicht besser schützen kann. Denn man darf nicht vergessen: Nach einem Spiel sitzen wir oft noch sechs Stunden im Bus. Das ist keine optimale Erholung.“ Immerhin, so ergänzt Christ: „Wir können glücklich sein, dass wir einen großen Kader haben.“

Das Lazarett: Für Nathan Burns (Kreuzbandriss) ist die Saison ohnehin beendet. Und während Corey Trivino zumindest wieder mit der Mannschaft auf dem Eis steht, und es „bei Clarke Breitkreuz nichts Schlimmeres ist“, so Huskies-Sprecher Jason Schade, fallen drei weitere Kasseler vorerst aus. Sie leiden an stets vage formulierten „Unterkörperverletzungen“. „Bei Brett Cameron wird es leider ein bisschen länger dauern“, erklärt Schade. Diagnosen stünden bei Lukas Laub (verletzt in Kaufbeuren), und Marc Schmidpeter, der gegen Bietigheim nach dem ersten Drittel vom Eis musste, noch aus. „Wir sind bislang sehr gut durch die Saison gekommen. Jetzt merkt man die hohe Belastung“, sagt Schade.

Die Kasseler Fraktion: Zumindest aber haben die Huskies noch Optionen in der Hinterhand. Und so vergrößerte sich am Montagabend die Kasseler Fraktion im Kader. Neben Christ, Derek Dinger und Paul Kranz standen mit Tim-Lucca Krüger und Lasse Bödefeld zwei weitere Kasseler Jungs auf dem Eis. Beide waren ebenso wie Sebastian Christmann erst in der vergangenen Woche mit einer Förderlizenz von Oberliga-Kooperationspartner Herford ausgestattet worden.

Am Sonntag noch feierten sie einen Überraschungssieg gegen Tabellenführer Hannover Scorpions mit Ex-Husky Alex Heinrich. „Am Montagmorgen dann waren wir bei den Huskies“, sagt Krüger. „Wir sind super von allen aufgenommen worden, das hat es uns sehr leicht gemacht. Dass wir gleich mit Michi auflaufen dürfen, das war cool. Er ist ja ein ziemlich erfahrener Stürmer.“ Krüger spielte bis zum Ende voll durch. „Die Jungs haben das gut gemacht, richtig Gas gegeben. Sie haben in der Oberliga einen Schritt nach vorn gemacht“, lobte sie Christ. Für Krüger und Bödefeld ging‘s übrigens schon gestern weiter. In Halle. Diesmal wieder in der Oberliga mit Herford.

(Von Michaela Streuff)

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