Huskies reagieren gefasst auf Entscheidung der Zweitliga-Klubs – Hoffen auf Neuanfang

Kassel Huskies: Der Vorhang ist gefallen

Kassel. Der letzte Vorhang für das Kasseler Eishockey auf großer, professioneller Bühne ist gefallen. Nur ein einziger Zweitliga-Vertreter stimmte am Montag für eine Aufnahme der Huskies in die Bundesliga. - eine derbe Abfuhr für die Schlittenhunde durch die ESBG, der den Zweitliga-Spielbetrieb organisierenden Eishockey-Spielbetriebs-GmbH.

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„Ich bin tieftraurig. Fakt ist, wir werden in Kassel definitiv kein Eishockey in den beiden höchsten deutschen Spielklassen sehen. Diese Entscheidung ist bitter und ein Rückschritt in fast vergessene Tage“, sagte Sportdirektor Fabian Dahlem.

Mehrere Stunden hatte er gemeinsam mit Huskies-Boss Dennis Rossing in einem Restaurant gewartet, ohne aber noch einmal persönlich vor den Zweitliga-Klubs sprechen zu dürfen. Dann erhielten beide von Insolvenzverwalter Dr. Franz-Ludwig Danko telefonisch die Nachricht, dass die Klubs gegen Kassel gestimmt hatten.

 „Dennis Rossing war sehr getroffen. Er war bereit, alles zu tun und alles in die Waagschale zu werfen, um die Huskies zu retten. Er wollte das Eishockey hier auf andere Beine stellen“, berichtete Dahlem. Ob Rossing sich weiterhin im Eishockey engagiert, konnte Dahlem nicht sagen. „So kurz danach ist es nicht an der Zeit, danach zu fragen.“ Rossing selbst war gestern Abend nicht erreichbar.

Dafür sprachen andere. „Es ist eine fundamentale Niederlage“, sagte auch Huskies-Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle. „Mir tut es sehr leid für die unglaublichen Fans hier und das Engagement von Dennis Rossing.“ Der Moment sei bitter, doch Westhelle sagte auch: „Etwas Neues muss entstehen. Das Eishockey darf in Kassel nicht brach liegen.“ Man müsse nun die bestmögliche Option für den Eishockey-Standort Kassel finden, betonte auch Dahlem.

Gespräche stehen an

In den nächsten Tagen werden die Verantwortlichen darüber Gespräche führen. Konkreteres wollte gestern noch niemand sagen. „Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht an“, sagte Westhelle. Doch nicht nur über die weitere sportliche Zukunft müssen die Verantwortlichen beraten.

Fest steht auch: Die Huskies GmbH wird nun über das normale Insolvenzverfahren abgewickelt. Dafür zuständig ist Insolvenzverwalter Dr. Franz-Ludwig Danko. Er prüft derzeit, ob sich ein Gang vor den Bundesgerichtshof lohnt, um Regressforderungen gegen die DEL geltend zu machen.

Zukunft in der Oberliga?

Ungeachtet neuer, aber von Dr. Danko bestätigter Gerüchte, offizielle Vertreter der drittklassigen Oberliga West hätten in Kassel angeklopft wegen eines Starts der Huskies in dieser nicht von der ESBG verwalteten Liga, deutet nun alles auf einen kompletten Neubeginn der Nordhessen hin - in der untersten Spielklasse. Hessenliga also ist angesagt für ein Amateurteam der Eishockey-Jugend Kassel.

Das erste Punktspiel dieser Young Huskies in der heimischen Eissporthalle ist vorgesehen für den 8. Oktober um 19 Uhr gegen die EG Diez-Limburg.

Von Gerald Schaumburg und Michaela Streuff

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