Bewegung für Nordhessen

Bereit für den Marathon: Meike Banze hat die Lust am Laufen wiederentdeckt

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Es kann losgehen: Studienteilnehmerin Meike Banze aus Wabern schnürt sich die Laufschuhe vor der Abschlussuntersuchung auf der Buchenau-Kampfbahn in Kassel.

Kassel. Zehn Kilometer - der Respekt ist groß. Meike Banze startet am Sonntag erstmals beim Kasseler Marathon, und zwar in der Staffel. „Ich bin bis jetzt noch nie so weit gelaufen“, sagt die Lehrerin aus Wabern.

Die 35-Jährige nimmt an der Lauf- und Fastenstudie des Kasseler Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Kuno Hottenrott teil (Hintergrund). Auf der Buchenau-Kampfbahn in Kassel hatten die Probanden nun ihre Abschlussuntersuchung. Ein Ergebnis steht für Banze bereits fest: Sie hat die Lust am Laufen wiederentdeckt.

Dank der Studie und ihres Trainings fühlt sich die Mutter einer Tochter fitter denn je. Nicht nur körperlich. Geistig sei sie frischer, „und ich gehe generell motivierter an viele Dinge heran“, berichtet Banze. Seit dem Beginn der Untersuchung im Februar hat die Hobbyläuferin vier Kilogramm abgenommen. Fünf weitere sollen noch purzeln. Zurecht sagt sie: „Ich bin wirklich stolz auf mich.“ Werte wie Körperfett, Blutdruck und Herzfrequenz hätten sich stetig verbessert.

Auch Hottenrott blickt zufrieden auf den Verlauf seiner Studie. „Wir haben zum einen tolle Ergebnisse erzielt, zum anderen gab’s während dieser drei Monate keine Kritik von den Teilnehmern“, sagt der Direktor des Instituts für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung an der Uni Halle-Wittenberg. Nach der ersten Durchsicht der Untersuchungsergebnisse könne er Banzes Verbesserungen generell auf alle Teilnehmer übertragen. Die 84 Probanden waren in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Hälfte lief und fastete. Die andere trainierte ebenfalls nach Plan, erhielt auch ein Ernährungsprogramm, fastete aber nicht. Zu dieser Gruppe gehörte Meike Banze.

Kuno Hottenrott

Vor allem der Ernährungsaspekt hätte sie an dieser Studie gereizt - und natürlich das Trainieren nach Plan. „Weil alle Teilnehmer voll durchgezogen haben, entstand ein gewisser Druck. Aber das war gut so“, fasst Banze zusammen. Soll heißen: Früher hätte sie irgendwelche Gründe vorgeschoben, sich nicht die Sportklamotten anzuziehen. „Erstaunlich, dass es dann ja doch geht.“ Zuletzt schnürte sie sich viermal pro Woche die Laufschuhe. Die einzelnen Einheiten variierten von 30 Minuten bis zu anderthalb Stunden. So viel ist sicher: Jetzt will die Lehrerin der Anne-Frank-Schule in Fritzlar unbedingt dranbleiben.

Trotz allen Respekts vor der Distanz freut sie sich auf Sonntag. Banze übernimmt die Startposition in der Staffel, die ausschließlich aus Studienteilnehmerinnen besteht. Nach drei Monaten Trainieren nach Plan und gesunder Ernährung sind alle bereit für den Marathon. Vor vier Monaten wäre das für Meike Banze noch undenkbar gewesen.

Die Lauf- und Fastenstudie

Mit 84 Teilnehmern ist Prof. Dr. Kuno Hottenrott im Februar in die Lauf-und Fastenstudie gestartet. Mehr als 1000 Hobbysportler hatten sich auf unseren Aufruf hin beworben. Der Kasseler Sportwissenschaftler möchte ermitteln, welche Wirkungen mit kurzzeitigem Nahrungsverzicht (Intervallfasten) in Kombination mit Training erzielt werden können. Die Frage: Bewirkt Ausdauertraining mit Fasten mehr als Ausdauertraining ohne Fasten? Zu diesem Thema gibt es noch keine Ergebnisse.

Die exakten Ergebnisse stehen noch nicht fest. Die veröffentlichen wir zu einem späteren Zeitpunkt.

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