Das Jahr 2017 im Sport

Chaos um Spitzenläufer beim Kassel Marathon sorgte für bundesweites Medienecho

Ratlosigkeit: Abbruch des Marathons auf der Wolfhager Straße. Winfried Aufenanger (hinten, in der violetten Trainingsjacke) überbringt die Nachricht an die kenianischen Spitzenläufer. Foto: Scholz

„Dumm gelaufen“, „Chaos beim Kassel Marathon“, Spitzengruppe biegt falsch ab“ – die Schlagzeilen überschlugen sich. Das Medienecho wegen einer folgenschweren Panne beim 11. Kassel Marathons war enorm.

Wir blicken zurück auf ein denkwürdiges Wochenende und eine Veranstaltung, die in den zehn Jahren ihres Bestehens bereits über 100.000 Läufer mobilisiert hat.

Der Rückblick

Am Wochenende um den 1. Oktober waren offiziell 9132 Teilnehmer am Start des elften Kasseler Marathons. Mit viel Energie hatte das Orgateam um Winfried Aufenanger und den neuen Titelsponsor EAM die Veranstaltung auf den Weg gebracht. Beste Bedingungen bei rund 10 Grad. Sonnenschein auf der Damaschkestraße und dann die Startschüsse. Bereits auf dem ersten Kilometer setzt sich ein kenianisches Quartett vom Rest des Feldes ab. Einzig der für den PSV Grün-Weiß Kassel startende Ybekal Daniel Berye kann mithalten. Auf dem Weg in Richtung Wolfsanger läuft das Quintett über die Hafenbrücke – immer hinter dem vorausfahrenden Zeitfahrzeug her. In dem sitzen vier Kasseler, die die Strecke kennen und teilweise nicht das erste Mal dabei sind. Fakt ist: Das Zeitfahrzeug fährt auf der Ysenburgstraße weiter in Richtung Weserstraße, ohne nach rechts in die Josephstraße einzubiegen. Im nachfolgenden Tumult laufen die Kenianer zunächst weiter, bis sie auf der Wolfhager Straße von Aufenanger gestoppt werden. Weil der Rest des Feldes zu weit von der Spitzengruppe entfernt ist, sind die anderen Läufer nicht betroffen.

Die Stimmung ist bestens: Die Halbmarathonläufer beim Start auf der Damaschkestraße. Am Ende kommen nach Angaben des Veranstalters 2018 von ihnen ins Ziel am Kasseler Auestadion. Bester Kasseler Läufer war Jens Nerkamp, der am Ende Zweiter wurde mit einer Zeit von 1:07:50 Stunden. Foto: Fischer

Die Bewertung

7403 Läuferinnen und Läufer sind 2017 über die Ziellinie im Auestadion gelaufen. „Trotz des Malheurs mit der Spitzengruppe hatten wir eine sehr schöne und stimmungsvolle Veranstaltung. Begeistert bin ich von den Bambinis und Mini-Marathonis und vor allem von den starken Zeiten im Halbmarathon, die zeigen, was auf unserer Strecke möglich ist“, sagte Veranstalter Winfried Aufenanger in diesen Tagen. Zusammen mit dem neuen Titelsponsor EAM will der 70-Jährige auch im kommenden Jahr am 16. September die Erfolgsgeschichte fortschreiben und kann sich dabei inzwischen auf rund 1000 ehrenamtliche Helfer verlassen, die am Erfolg des Großprojektes mitarbeiten. Gegenüber 2016 waren zwar rund 1000 Läufer weniger gemeldet, aber für 2018 herrscht bereits jetzt Optimismus für eine Veranstaltung, die mit Bambinis, Minis, Walkern und Staffeln weit mehr ist als ein Marathon.

Der Ausblick

„Wir arbeiten intensiv an neuen und kreativen Ideen, mit denen wir den EAM Kassel Marathon 2018 beleben wollen, ohne den bewährten Rahmen groß zu verändern. Ich hoffe, dass wir die Teilnehmerzahlen wieder steigern können, und bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam mit den vielen Laufbegeisterten in der Region den erfolgreichen Weg weiter gehen werden“, sagt Organisationschef Winfried Aufenanger.

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