HNA-Interview: TSV-Vorstandsmitglied Udo Riemann erläutert Gründe und Ziele eines weiteren Stützpunktes

In drei Jahren fit für den Marathon

Udo Riemann

Gudensberg. Noch ein Marathon-Stützpunkt? Noch ein Marathonstützpunkt. Nach Homberg, Schwalmstadt und Borken will sich auch der TSV Obervorschütz intensiv und mit einem im Verein eingebetteten Angebot der Vorbereitung auf den Kassel Marathon widmen.

Wir sprachen mit TSV-Vorstandsmitglied Udo Riemann, verantwortlich für die Laufabteilung des Vereins, über die Hintergründe dieser Entscheidung sowie das, was die neuen Laufinteressierten in Gudensberg erwartet.

Herr Riemann, was hat den TSV Obervorschütz dazu bewogen, einen Marathon-Stützpunkt einzurichten?

Udo Riemann: Zum einen unsere Sportler aus Gudensberg, die regelmäßig am Kassel Marathon teilnehmen. Sie wollen wir mit diesem Stützpunkt auf die Halbmarathon- und die Marathonstrecke vorbereiten. Zum andern bekommen wir immer weder Anfragen von Leuten, die den Wunsch haben, einen Marathon zu laufen, die aber nicht wissen, wie das geht. Ihnen wollen wir die Möglichkeit bieten, ihren Lebenstraum zu erfüllen.

Wie und unter welcher Leitung wird der Stützpunkt organisiert?

Riemann: Der Vorstand hat entschieden, dass es sich dabei um eine eigene Gruppe im Verein mit eigener Seite im Internet handeln wird. Ihr werden vom Verein die nötigen Einrichtungen und Trainingszeiten zur Verfügung gestellt. Leiter der Gruppe wird Stefan Ludwig, ein ausgebildeter Lauftrainer und Spezialist für den Marathon, der auch dafür sorgen kann, dass, wenn nötig, die Belastbarkeit der interessierten Läufer und Läuferinnen medizinisch überprüft wird.

Wie ist der Fahrplan des TSV Obervorschütz bis zum Startschuss? Wann soll‘s definitiv losgehen?

Riemann: Am 28. Juni um 18 Uhr gibt es im Dorfgemeinschaftshaus Obervorschütz eine Informations-Veranstaltung mit Winfried Aufenanger. Der Organisator des Kassel Marathon stellt den Kassel Marathon vor und zeigt darüber hinaus den Weg vom Anfänger zum Marathonläufer auf. Stefan Ludwig stellt sein Trainingsprogramm vor. Das erste Training ist am 11. Juli um 17.30 Uhr im Weinbergstadion.

Was sind die konkreten Angebote an die Laufinteressierten? Auf wie viele hoffen Sie?

Riemann: Wir rechnen mit 20 neuen Läufern und Läuferinnen. Geplant sind erst mal zwei Trainingseinheiten pro Woche. Eine im Stadion auf der Laufbahn und eine draußen auf unseren Feld- und Waldstrecken. Dazu kommen dann noch individuelle Hausaufgaben.

Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es bereits drei Marathon-Stützpunkte, dazu noch einen in Baunatal. Führt das nicht zu einer unnötigen Konkurrenz?

Riemann: Nein, ganz im Gegenteil, von dem neuen Stützpunkt profitieren alle. Denn wir haben sehr freundschaftliche Beziehungen zu Borken und Baunatal, wir ergänzen und helfen uns, nehmen an gegenseitigen Laufveranstaltungen teil oder organisieren den Crosscup Nordhessen sogar zusammen.

Was ist die Zielsetzung des Marathon-Stützpunkts? Liegt sie mehr im Breitensportbereich oder sollen möglichst viele dahin entwickelt werden, dass sie beim Kassel-Marathon über die 42,195 km teilnehmen können?

Riemann: Man könnte von einer Art Stufenmodell sprechen. Wir richten uns an Breitensportler und Anfänger und wollen die zunächst einmal fit machen, sodass sie in Kassel an der Staffel über zehn Kilometer teilnehmen können. Ein Jahr später soll der Halbmarathon und noch ein Jahr später der Marathon folgen.

Der TSV Obervorschütz ist eine traditionelle Laufhochburg mit starken Läufern besonders über die Mittelstrecke. Hoffen Sie nun darauf, schon in drei Monaten in Kassel auch einen überragenden Marathon-Läufer an den Start bringen zu können?

Riemann: Es wird sicherlich mehr Anmeldungen für den Kassel Marathon geben. Im Moment haben wir mit Uli Lattek einen ganz starken M 40-Läufer, der sonst eher auf der Mittelstrecke zu Hause ist, sich nun aber ganz auf den Marathon konzentriert.

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