Das H von Sarpei steht für Frühlingsgefühle

Hans Sarpei wird Läufer: Kultkicker startet beim Berliner Halbmarathon

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Macht immer eine gute Figur: Hans Sarpei, Ex-Fußballer, Moderator, "Let's Dance"-Gewinner, Facebook-Star und nun auch Läufer.

Mit viel Witz wurde der ehemalige Fußball-Profi Hans Sarpei nach seiner Karriere Kult. Nun startet er beim Berliner Halbmarathon - und macht auch daraus ein Ereignis.

Früher wollte Hans Sarpei auf keinen Fall das machen, für das ihn an diesem Wochenende seine Fans feiern werden. Der ehemalige Fußballprofi, der erst nach seiner Karriere Kult wurde, läuft am Sonntag in Berlin seinen ersten Halbmarathon. Das ist erst einmal nichts Besonderes, da Millionen Menschen in ihrer Freizeit rennen. Allein in Berlin gehen am Sonntag 36.000 Teilnehmer über die 21,1 Kilometer an den Start. Aber Sarpei macht auch aus einem Laufwettkampf ein Ereignis.

In einem Werbefilmchen sieht man den ehemaligen Profi von Schalke, Wolfsburg und Leverkusen durch einen Park laufen. Dem Fragesteller sagt er, dass die zwei Stunden am Sonntag eine Reise werden. Der dazugehörige Slogan lautet: "Das H steht für Frühlingsgefühle." Es ist ein typischer Sarpei-Witz. Auf Tele 5 moderierte der Deutsch-Ghanaer einst die lustige Sendung "Hans Sarpei - Das T steht für Coach". Bei Facebook hat er mehr als 600.000 Fans, die Sprüche lieben wie "Hans Sarpei kann seine eigenen Elfmeter halten".

Dass der 41-Jährige einen Halbmarathon durchsteht, darf man von einem ehemaligen Hochleistungssportler eigentlich erwarten. Allerdings war Sarpei noch in einer Zeit aktiv, in der Laufen für Fußballer im Training vor allem eine Strafe war. Als er seine Profikarriere 1998 bei Fortuna Köln begann, gab es noch keine Konzepttrainer und Fitness-Coaches. Die Laufleistung der Spieler wurde noch nicht gemessen. Stattdessen rauchten viele Stars nach dem Schlusspfiff erst einmal eine Zigarette.

Das änderte sich erst nach der Jahrtausendwende, als das Spiel athletischer wurde. Heute rennen Mittelfeldspieler in 90 Minuten 12 oder noch mehr Kilometer. Sie traben dabei kaum, sondern sprinten und stoppen unentwegt. Ein Marathonläufer würde so eine Belastung kaum durchstehen. Umgekehrt ist es für Fußballer ungewohnt, auf einmal 21 oder gar 42 Kilometer am Stück zu laufen.

Darum hat auch Sarpei zunächst gedacht: "Wenn ich mit dem Fußball aufhöre, laufe ich nicht mehr. Das ist langweilig." Stattdessen hat er versucht, sich mit Golfen und Tennis fitzuhalten. Für die eine Sportart war es ihm jedoch oft zu kalt und für die andere braucht man einen Partner. Also hat er doch angefangen, mit kurzen Dauerläufen über zwei Kilometer.

Freunde von ihm laufen Marathon. Die 42 Kilometer sind auch sein großes Ziel. Die halbe Distanz in Berlin ist darum nur eine Zwischenetappe. Wann auch immer Sarpei in der Hauptstadt ins Ziel kommen wird - man wird auf Facebook dabei sein können. Ein Mitarbeiter läuft mit und wird von der Strecke berichten. Vielleicht tanzt er sogar ins Ziel. 2015 gewann er immerhin schon die RTL-Show "Let's Dance".

Der erste Fußballer, der als Läufer Schlagzeilen macht, ist er allerdings nicht. Der ehemalige Verteidiger Dirk Schuster, der nun Trainer beim Zweitligisten Darmstadt 98 ist, rennt regelmäßig, auch Marathondistanzen. Thomas Hitzlsperger, einst einer der laufstärksten deutschen Mittelfeldspieler, kann man fast täglich im Englischen Garten in München beim Training sehen. Ihn zu überholen, wird allerdings schwierig. Er ist immer noch topfit. Und falls Nationalspieler Sami Khedira nach seinem Karriereende Läufer werden sollte, müsste sich so mancher Spezialist warm anziehen: Der Profi von Juventus Turin soll die 1000 Meter im Training schon in sagenhaften 2:30 Minuten absolviert haben.

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