Orientierungshilfe soll unverzüglich verschwinden

Kassel-Marathon: Ärger um Linie für Läufer auf der Straße

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Streitpunkt Sprühkreide: Wie hier in Berlin soll auch beim Kassel-Marathon eine Linie auf die Straßen aufgetragen werden. In Kassel soll sie nach Möglichkeit grün werden. Denn diese Farbe würde nicht mit Markierungen kollidieren, die für Verkehrsteilnehmer wichtig sind.

Kassel. Ärger macht sich rund um den Kassel-Marathon 2018 breit. Grund ist eine Linie, die den Läufern auf der Straße eine Orientierung geben soll - damit es nicht wieder so peinlich endet wie 2017.

An einer Stelle ist der Kassel-Marathon im vergangenen Jahr nicht ideal – nun ja: verlaufen. Das wiederum hat damit zu tun, dass sich die Spitzenathleten tatsächlich verlaufen haben, weil sie falsch geleitet wurden. Die Aufregung war groß, der Kassel-Marathon bundesweit ein Thema, über das nicht nur in der Presse geschmunzelt wurde.

Große Enttäuschung: Die Spitzengruppe bog beim Marathon 2017 falsch ab. Somit wurden alle Favoriten disqualifiziert.

Zu solch einem Fauxpas (alle Marathon-Top-Stars liefen in die falsche Richtung) soll es diesmal nicht kommen, wenn es am 16. September mal wieder darum geht, wer in Kassel am schnellsten die 42,195 Kilometer bewältigt. Deswegen will Marathon-Chef Winfried Aufenanger mit einer Linie auf den Straßen arbeiten, die den Läufern und auch deren Begleitern in den Fahrzeugen den Weg weist.

Linie für Marathon muss direkt danach verschwinden

Allerdings gibt es Probleme; Aufenanger und die Stadt Kassel kommen nämlich irgendwie nicht zusammen bei diesem Thema. Dabei geht es um eine Auflage der Stadt. Die hat prinzipiell nichts gegen eine solche auf den Straßen angebrachte Linie, fordert aber in einer schriftlichen Stellungnahme des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes zugleich: „Um Irritationen bei den Verkehrsteilnehmern, insbesondere an neuralgischen Punkten wie großen Kreuzungen, zu vermeiden, ist dem Veranstalter aufgegeben worden, die Markierung erst kurz vor dem Lauf aufzubringen und sie nach Abschluss umgehend wieder zu beseitigen.“

Aufenanger wiederum sagt, dass eine unverzügliche Beseitigung ein Ding der Unmöglichkeit sei. Er zweifelt die Begründung an und verweist auf andere Städte. Dort dürfe eine solche Linie nach einem Marathon auch länger sichtbar sein; es gäbe dort keinerlei Probleme.

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Grüne Linie mit Sprühkreide wäre Alternative

Angedacht ist in Kassel eine grüne Linie, die mit einer sich selbst auflösenden Sprühkreide angebracht werde und zum Farbkonzept des Kassel-Marathons passe. Vorteil laut Aufenanger: Das Grün kollidiere nicht mit Farben auf Verkehrszeichen, weil die schlicht kein Grün enthalten. Also könne die Linie auch nicht zu Irritationen führen. Der Nachteil: Bis sich die Sprühkreide auflöst, dauert es in der Regel ein paar Tage – und das ist nicht unverzüglich.

Aufenanger hofft, dass es doch noch eine Einigung mit der Stadt gibt. „Wir kämpfen für die Linie“, sagt er. Zumal sie die kürzeste Route markiert. Ein Fauxpas wie im vergangenen Jahr wäre schlicht ausgeschlossen, außerdem würden die Läufer nicht unnötig Meter verschenken, sollten sie immer auf der Linie laufen. Die Frage ist jetzt nur, ob das Thema noch einmal die Sackgasse verlässt.

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