Du sollst kurz vor dem Ziel keine Frau mehr überholen

Nicht drängeln und spucken: Zehn Laufgebote für den Kassel- Marathon

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Es sollte geregelt zugehen: Beim Kassel-Marathon sollte man beispielsweise keine Kopfhörer tragen und nicht auf den Boden spucken.

Beim Kassel-Marathon muss man einfach nur laufen? Nein, man sollte sich auch an einige Regeln halten - zum Beispiel an die zehn Gebote von Marathon-Bundestrainerin Kathrin Dörre-Heinig.

Am Sonntag fällt der Startschuss für den Kassel-Marathon. Ab da haben Marathonläufer nur noch eines vor Augen – und zwar die Ziellinie. Wie die erreicht wird, ist doch eigentlich egal, oder? Falsch. Wer am Wochenende beim Kassel-Marathon an den Start geht, muss sich auch auf der Strecke benehmen. Mithilfe von Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig haben wir zehn Gebote für den Lauf-Klassiker aufgestellt.

1. Du sollst deine Leistung richtig einschätzen. 

Selbstüberschätzung ist nicht nur peinlich, sondern für die wirklich Guten ein echtes Hindernis. Wer auf zehn Kilometern solide 50 Minuten läuft, ist vielleicht im Hobbysport ein recht guter Läufer. Bei den Kenianern in der ersten Reihe hat derjenige beim Start trotzdem nichts zu suchen. Katrin Dörre-Heinigs Rat: Im richtigen Startblock einordnen.

2. Du sollst keine Frau mehr kurz vor der Ziellinie überholen. 

Dörre-Henig weiß, wovon sie spricht: „Bei einem Lauf in Freiburg sind ein paar Männer die ganze Zeit in meinem Windschatten gelaufen und haben mich im Stadion dann kurz vorm Ziel überholt.“ Liebe Männer, das geht gar nicht. Erstens überholt man kurz vorm Ziel keine Frau mehr. Und zweitens schon gar nicht, wenn sie zuvor die ganze Zeit vorn lag.

3. Du sollst keine Kopfhörer beim Laufen tragen. 

„Das ist richtig gefährlich“, sagt die Bundestrainerin. Vor allem beim Wettkampf. Hier ist es besonders wichtig, aufmerksam zu sein und zu hören, was hinter und neben einem passiert. Auf dem Laufband ist Musik völlig okay, aber auf der Marathon-Strecke? Auf gar keinen Fall.

4. Du sollst anderen Läufern helfen, wenn sie stürzen. 

Das versteht sich eigentlich von selbst. Gerade bei den Hobbyläufern im hinteren Pulk. Dörre-Heinig weiß: „Bei den Profi-Läufern geht es um jede Sekunde und meistens auch um viel Geld.“ Es fahren genügend Helfer neben den Läufern her, die im Notfall einspringen können. Hinten gilt jedoch: Helfen geht über Gewinnen.

5. Du sollst nicht drängeln. 

Auf jeder Laufstrecke gibt es enge Passagen. Klar, die Besten laufen sowieso eher selten in Gruppen. Aber wer sich aus dem Mittelfeld nach vorn kämpfen will, der sollte sich breite Straßenabschnitte zum Überholen suchen. Drängeln ist beim Kassel-Marathon 2018 unhöflich und – Geheimtipp – nützt meistens gar nichts. Dabei kommt ein Läufer nämlich nur aus seinem Rhythmus.

6. Du sollst schnellere Läufer durchlassen. 

Nicht für die Schnellen, auch für die Langsamen heißt es: Gutes Benehmen, bitte. Wer schneller ist, ist schneller. Da bringt es niemandem etwas, eine Mauer zu bauen und bessere Läufer nicht durchzulassen. Niemand muss einen Hechtsprung in den Graben machen. Einfach ein paar Meter zur Seite zu treten, reicht schon völlig.

7. Du sollst dich beim Überholen bemerkbar machen. 

Ein nettes „Entschuldigung“ kann Wunder beim Überholen wirken. Dörre-Heinig rät: „Wer nichts sagen möchte, sollte zumindest einen größeren Bogen um den Vordermann laufen.“ Hauptsache, es gibt keine Karambolage.

8. Du sollst deine Trinkbecher nicht anderen vor die Füße werfen. 

Keinem geht die Puste mehr oder weniger aus, wenn er den Trinkbecher nach den Verpflegungsstellen an die Seite wirft und nicht direkt vor den Füßen des Hintermannes fallen lässt. Dadurch kann es richtig böse Stürze geben.

9. Du sollst nicht auf die Straße spucken. 

Igitt. Ekelhaft ist das ja schon beim Training, aber beim Wettkampf ist das ein absolut schlechtes Benehmen. Also entweder ein Taschentuch dabei haben oder herunterschlucken. Kleiner Tipp am Rande: Niemand wird schneller, je öfter er auf den Boden spuckt.

10. Du sollst dich bei der Startnummer-Ausgabe hinten anstellen. 

Wer nicht pünktlich kommt, hat eben Pech gehabt. Niemand hat Lust, auf seine Startnummer zu warten. Dass ein Bekannter in der Schlange weiter vorn steht, ist aber kein Grund, sich dort einfach mit einzureihen. Am klügsten ist es ohnehin, sich seine Startnummer schon ein oder zwei Tage vorher abzuholen.

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