Kurioses, Schönes, Herzergreifendes

Top 5 des Marathon-Wochenendes: Von Superman, Tigern und Kopflosen 

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Grün-Weiß regiert beim Heimspiel: Die Läufer des PSV Grün-Weiß Kassel haben in den verschiedenen Disziplinen mächtig abgeräumt.

Kassel. Wenn manchen der Kopf fehlt, Superman unterwegs ist und Grün zur Trendfarbe wird – dann, ja dann ist Marathon-Zeit in Kassel. Was auf und neben der Strecke so los war, haben wir in unserer Top 5 zusammengefasst.

1.  Die Überläufer: Sein Wohnzimmer sei der Centre Court von Wimbledon hat Boris Becker stets gesagt. Der liegt ja bekanntlich in London. In Kassel war das einstige Tennis-Idol zwar nicht, ein Wohnzimmer gibt’s hier aber trotzdem. Und zwar das Auestadion. Fragen Sie mal die Läufer des PSV Grün-Weiß Kassel. Die lieben nicht nur ihr Wohnzimmer, sondern auch ihr Marathon-Heimspiel. Und wer sich wohlfühlt, liefert Bestleistungen ab. Genau das haben die PSV-Asse getan. 

Im Halbmarathon, im Marathon, in den Staffeln – in allen Wertungen tauchen die Grün-Weißen weit vorn auf. Nicht wenige haben ihre persönlichen Bestzeiten verbessert. Anna Starostzik beispielsweise im Halbmarathon. Und sie erklärt auch, warum die Grün-Weißen so erfolgreich in Kassel sind: „Wir bereiten uns lange darauf vor – so ist es für alle immer ein Höhepunkt.“

2. Die Kopflosen: Mit seinem langen Hals ist Maskottchen Winnie der Schrecken aller Fotografen, für die Zuschauer hingegen ist der Emu ein Hingucker. „Er ist nicht zu übersehen, wir werden häufig angesprochen“, sagt Hannes Hassenpflug. Der 18-Jährige muss es wissen, denn er ist Winnie. Nun, genau genommen steckt er drin im Maskottchen. Er wechselt sich ab mit seinem Freund Lukas Frank. Und wir stellen fest: Ein Hingucker ist Winnie auch dann, wenn er mal kopflos ist. Denn auch Maskottchen-Träger müssen schließlich mal durchschnaufen.

Beißt sich durch: Tiger Julius Keil (25) aus Kassel.

3. Die Maskierten: Ich heb’ ab, nichts hält mich am Boden. Diese Textzeile stammt aus dem Song Astronaut von Sido und Andreas Bourani. Sie hätte aber auch gut ein Teil der Vereinshymne des Superhelden Superman sein können. Der lief übrigens gestern den Halbmarathon in Kassel. Also zumindest sein Ebenbild aus Gilserberg, der im normalen Leben den Namen Lukas Dippel trägt und 22 Jahre alt ist. Angefeuert wurde er unter anderem so: „Superman, flieg ins Ziel.“ Sein T-Shirt war der Anlass. Fliegen ging aber nicht. Er musste schon laufen.

Den Tiger in sich geweckt hat dagegen Julius Keil aus Kassel. Einen halben Marathon im Tiger-Einteiler zurückzulegen, da muss man schon schmerzfrei sein. Oder zumindest nichts gegen Schweiß haben. Das Kostüm hat sich der 25-Jährige aus Kassel eigentlich für Karneval gekauft. Zwischendurch wird es aber auch mal gewaschen. Sagt er zumindest selbst.

Ich heb’ ab: Superman Lukas Dippel (22) aus Gilserberg.

4.  Der Dauersieger: Wenn die Handbiker am Sonntagmorgen als Erste das Ziel im Auestadion durchqueren, dann sieht der Sieger meistens gleich aus. Weil es immer derselbe ist: Patrick Gabriel, 36 Jahre alt, aus Hannover. Zum sechsten Mal in Folge sicherte sich Gabriel den Sieg, auch wenn er langsamer als im vergangenen Jahr unterwegs war, wie er selbst zugab. Genug hat er von Kassel trotzdem noch nicht: „Ich nehme weiter teil, bis ich keine Lust mehr habe“, sagt er. Und die Konkurrenz stöhnt verzweifelt auf.

In Gedanken beim Vater: Sandra Barborseck (47).

5. Die Herzerwärmende: Als Sandra Barborseck (TV Breitenbach) vor einigen Jahren nach ihrem ersten Marathon in Kassel ins Stadion einlief, saßen ihre Eltern auf der Tribüne. Nun sagt sie: „Meinem Vater geht’s im Moment nicht so gut, und deswegen bin ich heute für meinen Vater gelaufen.“ Wir wünschen gute Besserung und hoffen, der Einsatz zahlt sich aus.

Hier finden Sie alle Fotos und Videos vom Kassel Marathon 2018. 

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