Im Schlaf auf der Strecke

Kassel-Marathon: Familien liefen zusammen oder feuerten die Angehörigen an

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Heilende Hände: Tanja Peine und Sascha Seiffert (Rehamed) massierten Hania Lazaar nach dem Halbmarathon.

Kassel. Den ersten Halbmarathon hat Leni schon hinter sich. Dabei ist das Mädchen erst 14 Monate alt. Anstrengend war es für die Kleine aber nicht. Während der ersten acht Kilometer hat sie sogar geschlafen.

Leni wurde nämlich von ihren Eltern Katinka Minnich und Michael Kunze im Laufwagen die 21,0975 Kilometer geschoben. Nach 2 Stunden und 20 Minuten war die junge Familie glücklich im Ziel im Auestadion.

„Das ist ergreifend“

Martin Döring aus Heuthen bei Heiligenstadt kann auch glücklich über seine Familie sein. Frau, Sohn, Schwester und Neffe warteten auf der Haupttribüne des Auestadions mit einem Schild auf ihn. „Martin, Du bist der Beste“ war da zu lesen. Der 42-Jährige, der bereits beim Ironman mitgemacht hat, hat sich ganz spontan entschlossen, in Kassel den Halbmarathon mitzulaufen. Als Vorbereitung für den Marathon in Frankfurt.

Läufer Martin Döring wurde von seiner Familie mit diesem Schild überrascht. Mit ihm freuten sich (von links) seine Schwester Coony Kitsche, seine Frau Stefanie, sein Sohn Jonathan und sein Neffe Jonas.

Döring zeigte sich von der Atmosphäre in Kassel begeistert. „Das ist hier wirklich ergreifend, das Publikum ist super. Ein Dank auch an die ehrenamtlichen Helfer.“

Einer davon ist Dieter Küster. Der war um seinen Job nicht wirklich zu beneiden. Küster stand am Tor zum Stadion und achtete darauf, dass nur Leute mit Legitimation in den Innenraum des Stadions kommen. Von der eigentlichen Veranstaltung bekam er nichts mit. „Das macht mir aber nichts aus“, sagte Küster. „Ich helfe ja gerne.“

Seit fünf Jahren ist Dieter Küster aus Kassel ehrenamtlicher Helfer beim Marathon. Er war als Türsteher und -öffner im Auestadion eingesetzt.

Hilfe gab es für die geschlauchten Läufer, die fast alle mit einem glücklichen Gesicht ins Ziel kamen, auch von Sascha Seiffert und dessen Mitarbeitern von Rehamed. Sie boten kostenlose Massagen (acht bis 15 Minuten) für die Sportler an. „Das ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagte Hania Lazaar, die den Halbmarathon in einer Stunde und 54 Minuten gelaufen ist.

Wer solch ein Shirt für 30 Euro kauft, finanziert damit das Essen für Schüler in Kenia. Thomas Wuscher unterstützt die Aktion. Nähere Infos unter runnersheal.org.

Auch an der Strecke gab es jede Menge Unterstützung für die Läufer. An der Breitscheidstraße moderierte bei bestem Läuferwetter Lothar Ziegler von der TG Wehlheiden die Veranstaltung. Dass die Wehlheider zum Marathon im Vorderen Westen stehen, ist seit Jahren Tradition. Mit einer lauten Glocke wurden die Läufer auf die Zielgerade in Richtung Friedrich-Ebert-Straße geschickt.

Auch wenn die Temperaturen deutlich niedriger waren als in den vergangenen Jahren. Das Team der Baufirma Hermanns versorgte die Sportler mit Getränken an der Wilhelm-Speck-Straße.

Fleißige Helfer versorgten die Läufer mit Wasser, isotonischen Getränken und Bananen und Apfelstücken.

Mit Kaffee und frischen Brötchen feuerten (von links) Betty Szarka, Svea Sefoski, Jimmy Sefosky und Kristian Meyer die Läufer auf der Breitscheidstraße im Vorderen Westen an.

Betty Szarka, Svea Sefoski, Jimmy Sefoski und Kristian Meyer hatten ihr Frühstück am Sonntagmorgen auf die Straße verlegt. Mit Kaffee und Brötchen genossen sie den sportlichen Vormittag in der Sonne.

Julian Schäfer (von links), Manuel Wilm, Christian Damm und Julian Knaup kümmerten sich gut um größere und kleinere Verletzungen bei den Sportlern.

Gab es während des Halbmarathons noch verschlafene Gesichter hinter den Fenstern zu beobachten, füllte sich die Strecke zum Hauptlauf immer mehr. Mit Rasseln und Tröten wurden Handbiker, Läufer und Walker angefeuert. Geduld bewiesen auch die Autofahrer, die von den Helfern rund um die Strecke geleitet wurden. Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas länger dauerte, einmal sind auch die Autofahrer damit einverstanden, dass die Straßen den Läufern gehören.

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