Sie sagen, wo es langgeht

Ohne ehrenamtliche Helfer läuft nichts beim Marathon - Familie Klein ist aus Dankbarkeit dabei

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Beim Kassel-Marathon im Einsatz: Elke und Walter Klein aus Vellmar-Frommershausen, die am Sonntag als Abschnittsleiter fungieren. F

Kassel/Vellmar. Wer Elke und Walter Klein fragt, warum sie sich als Helfer beim Kassel-Marathon engagieren, dann antworten sie prompt: Klar, es mache Spaß. Der Hauptgrund ist aber ein anderer.

Die Eheleute wissen, dass eine solche Veranstaltung ohne Freiwillige nicht funktioniert. Sie gehören der LG Vellmar an und sind regelmäßig in anderen Städten bei Laufveranstaltungen aktiv. Dort sehen sie, was die Ehrenamtlichen auch für sie leisten. Aus dieser Dankbarkeit heraus ist ihr Einsatz beim Kassel-Marathon zu sehen – auch an diesem Wochenende.

Elke und Walter Klein sind Abschnittsleiter. Auf der Strecke zwischen Katzensprung und Karl-Marx-Platz tragen sie die Verantwortung dafür, dass alles läuft. Sie teilen die Streckenposten in diesem Gebiet ein, sind für sie erste Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt. Alle zusammen achten so darauf, dass es in diesem Gebiet zu keinen Komplikationen kommt und die Läufer freie Bahn haben.

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt. Die Kleins haben in fast zehn Jahren als Marathon-Helfer schon so einiges erlebt: Autofahrer, die mit ihrem Wagen trotz Straßensperrung auf die Marathonstrecke fahren wollen. Busfahrer, die offensichtlich vergessen haben, dass sie am Tag des Marathons einen Umweg zu absolvieren haben. Und Taxis, die hartnäckig auf den Marathon-Abschnitt drängten. Aber: „Zu wirklich heiklen Situationen ist es nie gekommen“, sagt Elke Klein.

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Mit einem breiten Kreuz und der Extra-Portion an Mobilität ihres Mannes haben sie noch jede Lage entschärft: Walter Klein ist während der Veranstaltung nämlich mit dem Motorrad unterwegs. Mitunter helfen er und seine Frau auch jenen, die an einem Sonntagmorgen nicht mitbekommen haben, dass irgendetwas anders ist. Immer wieder sehen sie an Bushaltestellen Menschen sitzen, die auf den Bus warten, während vor ihnen ein Marathonläufer nach dem anderen vorbeikommt.

Für Elke und Walter Klein ist der Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes Ehrensache. Da macht es auch nichts, wenn sie am Tag des Marathons schon um 5 Uhr aufstehen und anschließend ihren Streckenabschnitt absperren müssen. Sie verstehen das ganze auch als Dienst an ihrem Hobby Laufen.

Für sie, die im Vellmarer Ortsteil Frommershausen wohnen, war und ist es der richtige Ausgleich zum Arbeitsleben. Beide sind 62, beide sind noch berufstätig: Walter Klein arbeitet in der Qualitätssicherung bei Krauss-Maffei Wegmann, Elke Klein ist in einem Ingenieurbüro für die EDV zuständig. Am Wochenende ist aber erst mal der Marathon an der Reihe.

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Grüne Linien sind schon da

Mancher Autofahrer wird sich seit Dienstag gewundert haben: Was machen bloß die grünen Linien auf der Straße? Die Antwort hat mit dem Kassel-Marathon zu tun, der am Wochenende stattfindet. Die grünen Linien dienen den Läufern der 42,195 Kilometer langen Strecke als Orientierungsmarken. Aufgebracht wurden sie am Montagabend von Mitarbeitern der Firma Schalles. Sie benutzten eine Farbe, die nach einiger Zeit abgefahren wird. Unser Bild vor der Friedenskirche zeigt unsere Volontärin Mona Linke, die am Sonntag ebenfalls mitläuft.

Schon gewusst?

  • Beim Kassel-Marathon sind annähernd 1100 freiwillige Helfer im Einsatz. Es gibt rund 250 Streckenposten, die wiederum die Abschnittsleiter einteilen. Wer im Übrigen am Wochenende noch helfen möchte, der kann sich im Marathon-Büro melden. Telefon: 05 61/9 3316 66.
  • Der Kassel-Marathon ist in vier Abschnitte eingeteilt, für die es jeweils Abschnittsleiter gibt.
  • Mit Hilfe von Polizeibeamten wurden am Montagabend die grüne Linie auf Kassels Straßen angebracht, die den Marathon-Läufern am Sonntag den Weg weisen soll. Diese grüne Linie kommt erstmals beim Kassel-Marathon zum Einsatz. Insgesamt dauerte es fünf Stunden, bis die 42,195 Kilometer für den Marathon ausgewiesen waren.
  • Genau genommen gibt es nicht eine grüne Linie, sondern zig grüne Linie, die derzeit das Straßenbild prägen. Nach jeder 50 Zentimeter langen Linie folgt nämlich eine zwei Meter große Lücke. Interessant: Die Maschine, mit der die Farbe für die Linien aufgetragen wurde, ist eigentlich auf die Markierungen an Flughäfen ausgerichtet. Sie wurde laut Projektleiter Alexander Bressler von der ausführenden Firma Schalles extra modifiziert.
  • Bei der aufgetragenen Farbe handelt es sich um eine stark verdünnte High-solid-Farbe.
  • Insgesamt gibt es am Wochenende acht Wettbewerbe: den Marathon, den Halb-Marathon, die Marathon-Staffel, den Mini-Marathon, den Power-Walking-Halbmarathon, den Nordic-Walking-Lauf über acht Kilometer, den Handbike-Halbmarathon und den Bambini-Lauf.

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