Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte

10 Jahre Kassel Marathon: Viel Ausdauer für die Region

Kassel. Kaum zu glauben, aber wahr: Der Eon Kassel Marathon wird zehn Jahre alt. In diesem Jahr fallen vom 16. bis 18. September - zum ersten Mal im Spätsommer - die Startschüsse für die einzelnen Laufwettbewerbe fallen.

Viele weitere Videos aus den vergangenen Jahren können Sie sich hier ansehen.

Dann können Organisatoren, Helfer, Zuschauer und Sportler auf eine nordhessische Erfolgsgeschichte zurückblicken, die aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Kassel kaum noch wegzudenken ist.

"Natürlich sind wir stolz auf unsere Ausdauer und dass wir bis heute durchgehalten haben", sagt Veranstaltungschef Winfried Aufenanger, der das Mammutprojekt im Juni 2007 aus der Taufe hob. Mit zuletzt 11.500 Teilnehmern kann die Veranstaltung zwar nicht mithalten mit den Großereignissen von Berlin, Frankfurt, Köln oder Hamburg, aber durch ihre Vielfältigkeit punkten. Walker, Inliner, Staffeln, Halbmarathonis und jetzt erstmals auch die ganz Kleinen (Bambini) kommen auf ihre Kosten. Und darüber hinaus hat der Kasseler Lauf schon lange einen heimlichen Star: den Mini-Marathon. Der 4,2 Kilometer lange Lauf führt durchs Buga-Gelände und hatte im vergangenen Jahr erstmals über 5000 Teilnehmer. "Damit ist in Deutschland nur Berlin größer", freut sich Aufenanger. 

Ein Rückblick.

2007: Debüt bei 30 Grad

Der erste Sieger: Der Kenianer Francis Kiprop.

Hitze! Warm war es am 10. Juni 2007 bereits beim Startschuss um 8.30 Uhr. Beim Zieleinlauf der Elite gegen 10.45 Uhr waren die Sanitäter vor den Kasseler Messehallen bereits in Alarmbereitschaft versetzt. Und da war der erste Kasseler Marathon für die breite Masse noch lange nicht beendet. In der Mittagszeit überschritt die Quecksilbersäule dann die 30-Grad-Marke. Machte aber nichts: Die 6117 Teilnehmer waren begeistert, und die meisten kamen wieder.

2008: Ziel in der Halle

Zu Gast in Kassel: Extremsportler Joey Kelly.

Die Stimmung war nicht optimal. Am 1. Juni 2008 lag das Ziel in der Rothenbachhalle. Einer Kenianerin war das egal. Beatrice Omwanza siegte zum zweiten Mal nach 2007 und wollte das Preisgeld von rund 5000 Euro dafür einsetzen, zu Hause die Ausbildung ihrer Tochter zu sichern. Fast 70 000 Zuschauer wollten aber nicht nur ihren Sieg sehen: Viel Beifall erhielten auch der frühere deutsche Meister Konrad Dobler und der Extremsportler Joey Kelly.

2009: Marakass und Inliner

Rasanter Anblick: Das Feld der Inliner.

Dieses Mal waren 8571 Teilnehmer gemeldet. Bereits vor dem Hauptfeld gingen die Inliner auf die Strecke, die des Öfteren mit in Kassel von der Partie waren. Gestartet wurde wieder an den Messehallen, aber dieses Mal tauchte ein eigenwilliges Wesen zwischen den Läufern auf: Mit Marakass hatte der Kasseler Marathon nun auch ein Maskottchen in Gestalt eines Laufschuhs in Menschengröße. Im Mini-Marathon lief Laura Hottenrott zum dritten ihrer insgesamt vier Siege.

2010: Nur noch eine Runde

Präsentiert die neue Strecke: Veranstaltungschef Winfried Aufenanger.

Eine logistische Herausforderung wird gemeistert. Der Kasseler Marathon verläuft erstmals über eine Runde durch die Stadt. Der Schritt war nötig geworden, um mehr Läufer für die klassische 42,195 Kilometer lange Strecke zu mobilisieren. Der Kenianer Joel Chepkopol läuft mit 2:12:54 Stunden Streckenrekord.

2011: Kleines Jubiläum

Pressechef Michael Küppers spricht vom „kleinen Jubiläum“, und erstmals wird die Grenze von 10 000 Teilnehmern überschritten. Die Inliner tragen in diesem Jahr ihre Halbmarathon-Meisterschaften in Kassel aus. Dennoch stagniert die Veranstaltung bei weniger als 300 Teilnehmern. Der MiniMarathon wächst weiter.

2012: Im Auestadion

Top-Kulisse: Joseph Daudi aus Kenia läuft als Erster über die Ziellinie im Auestadion.

Was lange währt, wird endlich gut: Zuerst zu marode und dann gesperrt wegen des Umbaus, ist das renovierte Auestadion die Endstation für die Läufer und Walker. Vor allem die prall gefüllte Haupttribüne sorgte für die notwendige Stimmung beim Zieleinlauf. Die Teilnehmerzahl klettert weiter auf 11.201.

2013: Erstmals im Regen

Auf dem Weg in die Buga: Die Mini-Marathonis.

Regenschirme waren weit verbreitet. Anders als in der Vergangenheit war es am 12. Mai 2013 kalt und feucht in Kassel. Während sich die Läufer mehr oder minder warmliefen, machte sich das trübe Wetter bei den Zuschauern bemerkbar, die dieses Mal nicht wie gewohnt die Kasseler Straßen säumten. Winfried Aufenanger und sein Team bauten derweil die Veranstaltung weiter aus: Erstmals wurden die Deutschen Kirchenmeisterschaften innerhalb des Kasseler Marathons ausgetragen. Im Ziel hatte daher auch der liebe Gott ein Einsehen: Es klarte auf.

2014: Äthiopier in Kassel

Startet für den PSV Grün-Weiß Kassel: Ybekal Daniel Berye.

Mit 2:16:45 Stunden ist er Kassels schnellster Marathonläufer. Daniel Ybekal Berye wird beim achten Kasseler Marathon Achter, aber sein Fokus liegt nicht nur im Sport. Berye ist Mitglied der oppositionellen äthiopischen Partei EPPF (Patriotische Front der Äthiopischen Völker) und als Vorsitzender in Hessen für die Öffentlichkeitsarbeit der äthiopischen Exilpartei verantwortlich. Bekannter wurde er zuletzt auch durch den Dokumentarfilm „Der Langstreckenläufer“, der beim Kasseler Dokumentarfilmfest gezeigt und prämiert wurde.

Kassel Marathon 2014 - Impressionen von der Zielgeraden I

2015: Das Jahr der Rekorde – 11.500 Teilnehmer

Jeder ist ein Sieger: Die Medaillen.

Der Mini-Marathon verzeichnet erstmals mehr als 5000 Anmeldungen. Die Inliner sind nicht mehr mit dabei, und der Kasseler Marathon scheint vorerst bei rund 11.500 Teilnehmern seine Obergrenze erreicht zu haben. Aus Kasseler Sicht kommt es allerdings im Frauenrennen zu einer kleinen Sensation: Die in Wiesbaden lebende aber für den PSV Grün-Weiß Kassel startende Simret Restle-Apel gewinnt als erste Deutsche den Kasseler Marathon und schrammt mit 2:37:48 Stunden nur knapp am Streckenrekord vorbei.

Kassel Marathon 2015: Impressionen von der Strecke 

Auf den Erfolg folgt im Februar dieses Jahres die Tragödie: Simret Restle-Apel stürzt aus fast zehn Metern Höhe vom Dach eines Wohnhauses und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Die Laufkarriere der 33-jährigen gebürtigen Eritreerin ist damit beendet. Inzwischen befindet sich Restle-Apel auf dem Weg der Besserung und plant einen Besuch in Kassel.

2016: Up to come...

Jedes Jahr findet ein Testlauf für den Kassel Marathon statt - so auch unter idealen Wetterbedingungen im August 2016. Am 18. September wird es dann ernst für alle Staffel-, Halbmarathon und Marathonläufer. 

Testlauf für den Kassel Marathon 2016

Links:

Hier finden Sie Tausende Fotos aus den vergangenen Jahren.

Offizielle Webseite des Kassel Marathons

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Rubriklistenbild: © Foto: Archiv/nh

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