Keine Angst vor Geburtstagen

Kassel Marathon: Wie sich ältere Läufer auf lange Strecken vorbereiten

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Nicht zu bremsen: Daniel Ghebreselasie vom Laufteam Kassel beim Dehnen im Auestadion.

Sie sind beim Kassel Marathon dabei: Daniel Ghebreselasie und Jutta Siefert bringen immer noch Top-Leistungen auf der Langstrecke. 

Mit Anfang 30 war auf einmal dieses Gefühl da: „Ich war nach dem Studium noch im Referendariat und habe gemerkt, dass ich mich mehr bewegen muss“, erinnert sich Jutta Siefert. Heute ist die gebürtige Karlsruherin 50 Jahre alt und Richterin am Bundessozialgericht in Kassel. Und sie ist Läuferin mit einer Marathon-Bestzeit von 3:07 und einer Halbmarathon-Bestzeit von 1:27 Stunden.

„Ich bin zwar spät zum Laufen gekommen, aber es ist inzwischen ein wichtiger Teil meines Lebens“, sagt Siefert, die hier in Kassel beim PSV Grün-Weiß Kassel ihre sportliche Heimat gefunden hat. Über ihr Alter macht sich Siefert dabei nicht besonders viele Gedanken. Zwar werde das Laufen mit fortschreitemden Alter nicht leichter, aber motivieren könne sie sich vor allem durch das Laufen mit Freunden. Darüber hinaus setzt die Langstrecklerin auf Gemüse aus dem eigenen Garten.

„Das Essen bereiten mein Mann und ich meistens frisch am Abend zu. Ich esse zwar wenig Fleich, bin aber keine Vegetarierin. Auch eine Portion Pommes ist für mich kein Tabu“, sagt Siefert, die am kommenden Sonntag beim EAM Kassel Marathon im Halbmarathon an den Start geht. Einmal in der Woche nimmt Siefert zudem an einer beruflich organisierten Rückengymnastik im Bundessozialgericht teil.

Gymnastik macht auch Marathonläufer Daniel Ghebreselasie, der wie Siefert am Sonntag in Kassel beim Halbmarathon startet. Wie vom Arzt empfohlen, stehen Rücken- und Bauchtraining bei dem gebürtigen Eritreer auf dem Beiprogramm zum Lauftraining. Dabei können sich die Ergebnisse sehen lassen: 2:44 Stunden ist Ghebreselasies Marathon-Bestzeit – gelaufen in Frankfurt vor wenigen Jahren. Dabei wird Ghebreselasie, der für das Laufteam Kassel startet, am kommenden Dienstag 59 Jahre alt.

Genau wie Jutta Siefert stört ihn allerdings das Älterwerden nicht: „Da die Altersklassen beim Laufen alle nur fünf Jahre wechseln, ist man als 60-Jähriger in der gleichen Klasse wie ein 64-Jähriger – das ist natürlich ein Vorteil“, sagt Ghebreselasie der in Waldau lebt.

Von dort aus läuft er am liebsten zu seinem Arbeitsplatz in einem Hotel am Wilhelmshöher Bahnhof. „Ich kann dort duschen, und so habe ich einen Teil meines Trainings bereits absolviert. Nach der Arbeit laufe ich dann auch den Weg nach Hause. In Sachen Ernährung setzt auch Ghebreselasie auf wenig Fleisch. „Außerdem bin ich ein Nudelfan. Der Verzicht auf Süßigkeiten fällt mir nicht schwer, da ich ohne solche Verlockungen groß geworden bin.“

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