Der Senior ist wieder dabei

Marathon mit 76: Jürgen Palt ist in Kassel einer der ältesten Starter

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Ohne Sport geht’s nicht: Auch mit 76 Jahren ist Jürgen Palt nicht zu stoppen.

Beim Gedanken an Sport lächeln andere in seinem Alter nur müde. Nicht so Jürgen Palt. Er ist 76 Jahre alt, doch ein Leben ohne Bewegung ist für ihn schlicht undenkbar.

Deshalb steht für ihn ein Termin auch jedes Jahr fest im Kalender: der des Kassel-Marathons.

Seit 2007 hat er keine Veranstaltung verpasst. „Ich mache mit, weil es zu Hause stattfindet“ erklärt er. Logisch, dass er auch am 17. Mai auf die Strecke geht.

Im Halbmarathon wird er antreten – und die Zeit, die er erreichen will, die kann sich sehen lassen: „2014 bin ich 1:56 Stunden gelaufen. Jetzt hoffe ich darauf, wieder unter zwei Stunden ins Ziel zu kommen“, nennt er sein persönliches Ziel. Zum Vergleich: Markus Jahn, Sieger über die 21 Kilometer 2014, brauchte 1:13:52 Stunden.

Sein Alter ist Palt kaum anzumerken. „Ich fühle mich glatt 20 Jahre jünger“, erklärt er und lacht. Kein Tag, andem er keinen Sport treibt. Laufen, Radfahren, Gymnastik, Schwimmen – all das steht für den Triathleten und Läufer des TSV Heiligenrode auf dem Programm. Dazu regelmäßig Wettkämpfe am Wochenende. Einziges Problem: „Es gibt in meiner Alterklasse so gut wie keine Konkurrenz mehr, das ist wirklich schade.“ Er sei gern draußen an der frischen Luft, wenn möglich auch mit seiner Frau Anne (74), die seine Liebe zum Sport teilt – wie auch Sohn Stefan, Tochter Britta und die drei Enkel Lisa (16), Selina (12) und Felix (11), der auch beim Mini-Marathon am 16. Mai an den Start gehen will.

Palt ist gebürtiger Bremer, vor 40 Jahren verschlug es den ehemaligen Maschinenbau-Techniker nach Heiligenrode. Mit dem Umzug in die Region änderten sich auch die sportlichen Vorlieben. „Früher bin ich gerudert und hatte mit einem Freund ein Segelboot“, blickt Palt zurück. Dann habe er irgendwann mal 80 Kilogramm gewogen. Er stellte mit Unterstützung seiner Frau die Ernährung um. Nahm zehn Kilogramm ab. Kam zum Triathlon, Laufen. Und das erfolgreich.

Ans Aufhören denkt er übrigens noch lange nicht. „Ich bin noch immer nicht der Letzte. Meine Frau hat einmal gesagt: Wenn ich als Letzter ins Ziel komme, und schon abgebaut wird, dann ziehe ich dich aus dem Verkehr.“ So weit aber ist es noch nicht. Palt sagt: „Ich will mit 80 noch starten.“

Zunächst einmal zählt’s jedoch am 17. Mai beim Halbmarathon. „Ich hoffe auf gutes Wetter, darauf, dass es nicht regnet. Ich möchte unbeschwert laufen, den Wettkampf ohne Unfall überstehen und den Zieleinlauf im Stadion genießen. Denn das ist etwas Besonderes.“

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