Darf man auch mit Erkältung mitlaufen?

Übersicht: Das sollten Sie wissen, wenn Sie Marathon laufen wollen

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Start beim 43. Berlin-Marathon am 25.09.2016.

42,195 Kilometer – die Distanz, die Sportler bei einem Marathon zurücklegen müssen. Als Disziplin wird der Marathonlauf der Leichtathletik zugeordnet, seine Länge ist jedoch alles andere als leicht.

Aktualisiert am 5. September 2017 - Und nur mit einer intensiven Vorbereitung zu bewältigen.

Marathon ist eine olympische Disziplin – bei den Spielen wird sie seit 1896 als erster organisierter Marathonlauf von Männern, seit 1984 auch von Frauen absolviert. Seinen Ursprung jedoch hat die Langdistanz in Griechenland: Der Legende nach soll sich ein Bote 490 v. Chr. nach dem Sieg der Athener gegen die Perser in der Schlacht von Marathon zurück auf den Weg nach Athen gemacht haben – was einer Strecke von etwa 40 km entspricht. Nachdem er die freudige Botschaft verkündete, sei er dann tot zusammengebrochen.

Soweit die Legende. In der Moderne wurde die genaue Streckenlänge des Wettkampfes lange Zeit immer wieder variiert: Erst 1921 wurden die noch heute gültigen 42,195 km durch den Weltleichtathletikverband als offizielle Distanz festgelegt.

Waren es damals nur wenige Läufer, die über diese Entfernung gegeneinander antraten, so sind es heute Tausende: Der Marathon hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Breitensportveranstaltung entwickelt. Auf der schnellsten Strecke der Welt, in Berlin, gehen mehrere zehntausend Läufer an den Start – sie werden dabei von mehr als 700.000 Zuschauern bejubelt.

Wir beantworten ein paar Fragen für all jene, die einmal (oder mehrmals) im Leben einen Marathon, zum Beispiel auch den in Kassel, laufen wollen:

Welche Laufschuhe sollte ich bei einem Marathon tragen?

Es gibt tatsächlich Läufer, die barfuß laufen. Dafür muss man allerdings lange üben – und warum sollte man eigentlich auf den Komfort eines Schuhs verzichten? Wer so natürlich wie möglich laufen möchte, kann immer noch auf sogenannte Barfußschuhe zurückgreifen, die im Grunde keine Dämpfung und auch keine Stütze bieten, aber zumindest den Fuß etwas vor äußeren Einflüssen schützen. Auch diese Variante jedoch ist selten und keineswegs für Einsteiger zu empfehlen.

Da es sich bei einem Marathon in der Regel um einen Straßenlauf handelt, sollten die Laufschuhe entsprechend gewählt werden: Trailschuhe mit einem griffigeren, stollenartigeren Profil eignen sich also nicht wirklich.

Überhaupt ist gerade die Frage nach dem richtigen Schuh nur schwer zu beantworten. Zu unterschiedlich sind sowohl Läufertypen (schwer, leicht, schlanker Fuß, breiter Fuß) als auch die individuellen Laufstile (Schwerpunkt auf Vorderfuß, Ferse oder Mittelfuß) und Vorlieben. Der eine mag gern eine besonders starke Dämpfung, der andere bevorzugt den direkten Bodenkontakt. 

Fest steht nur: Am Schuh sollte man nicht sparen. Wer die Möglichkeit hat und das Geld investieren möchte, kann eine Laufanalyse beim Experten durchführen, um zu erfahren, worauf er beim Schuhkauf besonders achten sollte. Und natürlich: Der Schuh sollte beim Marathon nicht das erste Mal getragen werden, sondern bereits etwas eingelaufen sein.

Viele weitere Tipps rund um das richtige Lauftraining liefert unser erfahrene Laufcoach Anna Hughes.

Was sollte ich vor dem Marathon essen?

Die Ernährung ist gerade bei der Langdistanz ein Schlüssel zum Erfolg, denn der Körper benötigt für die Bewältigung der Strecke viel mehr Energie, als ihm normalerweise zur Verfügung steht. Zum einen sollte man in den Wochen und Monaten vor dem Marathon auf langsamen, langen Läufen besonders den Fettstoffwechsel trainieren, damit dieser dann zuarbeiten kann, wenn sich die Kohlenhydratspeicher leeren. 

Während des Rennes kann man diese etwa durch Gels, Energieriegel oder natürliche Lebensmitteln wie Datteln immer wieder ein wenig auffüllen.

Idealerweise hat man das auch in den zwei bis drei Tagen vor dem Lauf getan: dann sollte man sogenanntes „Carboloading“ betreiben, also das Auffüllen der Speicher durch besonders kohlenhydratreiche sowie fett- und proteinarme Ernährung. Dabei sollte man zudem besonders viel trinken. 

Am Tag des Rennens selbst sollte man drei Stunden vor dem Start des letzte Mal etwas essen, und zwar schnell abbaubare Kohlenhydrate. Ein Buttertoast mit Marmelade ist also dem Vollkornmüsli hier unbedingt vorzuziehen. 

Generell gilt: Vor und während des Rennens sollte man nichts zu sich nehmen, was man nicht vorher auch schon ausprobiert hat.

Darf ich mit einer Erkältung Marathon laufen?

Bei solchen extremen Belastungen sollte man immer auf seinen Körper hören. Manch einer mag mit einer leichten Erkältung noch an den Start gehen wollen. 

Jedoch ist diese bereits ein Zeichen dafür, dass der Körper geschwächt ist, weswegen zu einer Pause zu raten ist. Die beste Leistung kann ohnehin nicht abgerufen werden - und es besteht die Gefahr, die Erkrankung zu verschleppen. 

In jedem Fall verzichten auf einen Start sollte man bei einer fiebrigen Erkältung. Zu groß ist in dem Fall die Gefahr einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung.

Was mache ich, wenn ich beim Marathon urinieren muss?

Was raus muss, muss raus. Viel schlimmer ist es, wenn man etwa aufgrund von Magenproblemen Durchfall bekommt. Zum Urinieren kann man schon einmal an einer wenig belebten Stelle an die Seite treten und in die Büsche pinkeln. Keine falsche Scham: Wer als Läufer an einem Marathon teilnimmt, wird dieses Bedürfnis verstehen. 

Komplizierter wird es beim Stuhlgang. Bei fast jeder Marathonveranstaltung gibt es aber an der Strecke auch Dixie-Klos, die man im besten Fall für Geschäfte jeder Art verwenden sollte. Das Pinkeln beim Lauf kann man meist gut unterbinden, indem man eine halbe Stunde vor dem Start das letzte Mal etwas trinkt und dann noch einmal ein Klo aufsucht.

Sie haben weitere Fragen - oder wollen es noch genauer wissen? Schreiben Sie unserem Laufexperten Jens Nähler an jna@hna.de. Oder treten Sie unserer Laufgruppe auf Facebook bei.

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