Deutsche Halbmarathon-Meisterin startet beim Kassel Marathon

Simret Restle-Apel ist der Konkurrenz auf den Fersen

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Zum ersten Mal in Kassel mit von der Partie: Die deutsche Halbmarathon-Meisterin Simret Restle-Apel konzentriert sich auf den Start auf der klassischen Marathonstrecke.

Stars und Sternchen, aber auch ein Lauf für jedermann und jedefrau. Wir haben mal nachgefragt, was Simret Restle-Apel als Top-Läuferin nach Kassel lockt, und warum normale Freizeitläufer aus der Region beim Eon Kassel Marathon mit von der Partie sind.

Mit Simret Restle-Apel vom PSV Grün-Weiß Kassel startet am Sonntag eine Läuferin beim Kasseler Marathon, die in der Vergangenheit nicht immer unumstritten war.

Bei der gebürtigen Eritreerin wurde vor drei Jahren bei einer Trainingskontrolle das verbotene Mittel Erythropoietin (EPO) nachgewiesen. Es folgte eine zweijährige Sperre und die sportliche Rückkehr im vergangenen Jahr.

Der Kasseler Marathon rückt näher. Warum starten Sie in diesem Jahr hier? 

Restle-Apel: Ich bin Mitglied bei Grün-Weiß Kassel, und Winfried Aufenanger hat als Trainer immer zu mir gehalten. Jetzt will ich hier vor Kasseler Publikum zeigen, was ich kann. Der Lauf ist eine Herzenssache. Bisher ist die Vorbereitung optimal gelaufen – es war hart, aber gut.

Organisieren Sie Ihr Training immer noch selbst? 

Restle-Apel: Eigentlich schon, aber der Start in Kassel ist schon etwas Besonderes für mich. Da habe ich mich entschlossen, den Ratschlägen meines Trainers zu folgen.

Und wohin soll das führen? Die Bestzeit in Kassel liegt bei 2:35:23 Stunden … 

Restle-Apel: Über Zeiten will ich nicht sprechen, auch wenn ich das Potenzial habe. Manchmal läuft alles bestens, bis zum Tag vor dem Start, wo es einem schlecht geht. Dann war die ganze Mühe umsonst.

Ihre Bestzeit liegt bei 2:42:28 Stunden. Ist das in Kassel drin? 

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Restle-Apel: Es muss alles stimmen, um Top-Zeiten zu erreichen. Ich laufe ohne Uhr. Ich will mich voll auf mich selbst konzentrieren und mich nicht von der Taktik der Konkurrenz oder von Zwischenzeiten abhängig machen. Ich weiß, dass das ungewöhnlich ist, aber dieser Stil passt zu mir.

Im Vorfeld sind Sie über 10-Kilometer-Rennen bis zum Halbmarathon gekommen. War der Marathon der logische letzte Schritt? 

Restle-Apel: In diesem Jahr schon.

Wie ist das eigentlich bei Läufen mit internationaler Konkurrenz. Gibt es eine zusätzliche Motivation? 

Restle-Apel: Klar. Mir ist es wichtiger, in einem international gut besetzten Lauf Siebte zu sein, als einen kleinen Stadtlauf zu gewinnen.

Wohin geht denn sportlich die Reise? 

Restle-Apel: Ich will noch weit kommen und mich möglichst oft bei großen Titelkämpfen der internationalen Konkurrenz stellen.

Und privat? Wie steht es um Ihr Heimatland und Ihre Familie dort? 

Restle-Apel: Meine ganze Familie ist in Eritrea. Ich habe noch sieben Geschwister, die im ganzen Land verteilt sind. Ich selbst kann nicht mehr dorthin zurück, aber wir telefonieren alle paar Tage. Allerdings erfahre ich nicht das, was ich wissen will. Alle sind vorsichtig am Telefon, weil wir Angst haben, dass Gespräche abgehört werden. Trotzdem gibt mir die Familie Halt aus der Ferne.

Ein paar Jahre kann es mit dem Laufen noch weitergehen. Schon Pläne für die Zeit danach? 

Restle-Apel: Vielleicht arbeite ich als Trainerin weiter, aber im Moment könnte ich mir auch vorstellen, Flüchtlingen zu helfen. Da möchte ich mich mehr engagieren, denn jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, etwas zu erreichen.

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