Fünf Läuferinnen rücken am Sonntag in den Fokus – Favoritin Kejeta könnte Streckenrekord knacken

Melat Yisak Kejeta vom PSV Grün-Weiß Favoritin beim Frauen-Halbmarathon 

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Favoritin über die 21 Kilometer: Melat Yisak Kejeta (PSV) ist in toller Form. 

Kassel. Am Sonntag um 9.15 Uhr fällt an der Damaschkestraße der Startschuss für den Halbmarathon. Bei der elften Auflage des Laufklassikers rücken die Läuferinnen in den Mittelpunkt.

Von „geballter Frauenpower“ spricht Marathon-Chef Winfried Aufenanger. Ein Überblick über für Läuferinnen, die für Top-Zeiten gut sind.

• Melat Yisak Kejeta (PSV Grün-Weiß Kassel/ Bestzeit: 1:10:27 Stunden): Sie kommt mit der Empfehlung der zweitbesten Zeit, die in diesem Jahr über die 21 Kilometer gelaufen worden ist: Beim Berliner Halbmarathon im April lief die gebürtige Äthiopierin 1:11:00 Stunden, noch schneller war sie nur 2012 in Ivry-sur-Seine/Frankreich (1:10:27 Stunden). Silke Optekamp, aktuelle Inhaberin des Kasseler Streckenrekordes, sagt sogar: „Ich glaube, meine Bestmarke geht am Sonntag fliegen. Wegen Melat. Sie sollte auf jeden Fall schneller sein.“ Seit 2013 sind 1:17:59 die Messlatte.

• Anna Starostzik (PSV/ 1:19:01): Starostzik, die bis zu ihrer Hochzeit Reuter hieß, startet nach mehreren Staffeleinsätzen nun erstmals über die 21 Kilometer. „Eine neue Bestzeit wäre optimal, aber wenn ich um die 1:20 Stunden laufe, bin ich zufrieden“, sagt die 29-Jährige. Gut möglich, dass mehr drin ist, wenn sie mit derselben Lockerheit auf die Strecke geht, die sie am Telefon versprüht.

Startet erstmals im Halbmarathon: Anna Starostzik (PSV) 

2011 stand sie eigentlich vor ihrem ersten Halbmarathon-Start. Doch eine Woche vorher verletzte sie sich. Nun ist sie fit. Und der Lauf in ihrer Wahlheimat – die Arbeit in der Logistik von VW brachte sie von Marburg-Biedenkopf nach Nordhessen – sei eine klasse Vorbereitung für die nächste Herausforderung am 29. Oktober, dem Marathon in Frankfurt. „Der Start in Kassel hilft mir zu sehen, wo ich stehe. Es ist ein tolles Zwischenziel. Das motiviert zusätzlich“, erklärt sie.

Und neben dem Einlauf im Auestadion freut sie sich besonders auf die Zuschauer an der Strecke: „Vielleicht ruft der eine oder andere ja: Hallo Anna“.

• Jutta Siefert (PSV/1:27): Die Richterin am Bundessozialgericht geht zum vierten Mal in Kassel an den Start, es ist ihr dritter im Halbmarathon. 2001 lief sie erstmals über die volle Distanz. Seitdem ist sie Läuferin aus Leidenschaft. „Es ist eine Sportart, die man jederzeit ins normale Leben integrieren kann. Es gleicht bei einer hohen Arbeitsbelastung unheimlich aus. Das ist wichtiger als Wettkampfsport.“ Trotzdem braucht sich die 49-Jährige mit einer anvisierten Zeit von unter 1:30 Stunden nicht zum verstecken. Übers Laufen hat Siefert auch Kassel kennengelernt. „Ich habe kaum hier gewohnt, schon kam die Anfrage für den Staffelllauf. Das hat mir die Stadt gleich nähergebracht.“ Trotzdem denkt sie vorab am liebsten an das, was weniger mit der Stadt zu tun hat: „Ich freue mich auf die Dusche danach.“

• Sandra Morchner (PSV/1:23:04): Sie hat eine der weitesten Anreisen für den Kassel Halbmarathon vor sich: Knapp 600 Kilometer liegen zwischen Sylt, der Heimat von Sandra Morchner, und Kassel.

In der Laufidylle auf Sylt: Sandra Morchner startet für den PSV. 

Doch der Reiz des Neuen lockt. Noch dazu hat sich das Nordlicht akribisch nach Aufenangers Trainingsplänen vorbereitet. Kassel ist auch für sie Vorbereitung für den Marathon in Frankfurt. Zwischen 120 und 140 Kilometern spult sie derzeit pro Woche ab. Als die Bürokauffrau (46) sich beruflich veränderte, füllte sie die neue Freizeit mit Laufen. Erst auf dem Laufband, dann schnell in der Natur. Äußerst erfolgreich – bei der Deutschen Halbmarathon-Meisterschaft im April etwa gewann sie ihre Altersklasse (AK45). Auch sie bevorzugt die die längeren Strecken. „Ich überhole lieber. Auf kürzeren Distanzen muss ich mich sonst zu Beginn abhetzen“, erklärt sie und lacht.

• Silke Optekamp (LG Mönchengladbach/ 1:16:17): Siebenmal schon ist die 38-Jährige beim Kassel Marathon auf der Halbdistanz gestartet. Mittlerweile hat die ehemalige PSV-Läuferin und Siegerin der Jahre 2011 und 2013 ihr Pensum runtergefahren und kehrt zurück, um „Freude zu treffen, Spaß zu haben, beim Mini-Marathon am Samstag zu helfen und den Zieleinlauf zu genießen. Ich komme gern nach Kassel, weil ich es so schön finde.“ Davon soll sich auch Lebensgefährte Diego Fort überzeugen. Als Ultraläufer liebt er die langen Distanzen – der Uruguayer startet über 42,195 Kilometer.

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