Schrille Outfits, Tempomacher und eine Zahnlücke

Kleidchen, Züge, Familienpflicht: Unsere Top 5 des Marathons

Kassel. Sie verleihen dem Kassel-Marathon alljährlich eine ganz besondere Note: Verrückte Teilnehmer, Helfer im Hintergrund, besondere Zieleinläufer: Das ist unsere Top 5 des Marathon-Wochenendes:

1.

Oft ist es ja so, dass die, die den Halbmarathon verkleidet laufen, eher spät ins Ziel kommen. Ihr Fokus liegt auf dem Spaß. Die, die eine gute Zeit hinlegen, die laufen auch in Sportkleidung.

Starke Zeit im Kleidchen: Leonardo Ortolano lief den Halbmarathon in 1:18 Stunde.

Da ist Leonardo Ortolano eine Ausnahme. Der 20 Jahre alte Kasseler kam nach 1:18 Stunde ins Ziel. Und zwar in einem kurzen schwarzen Kleidchen. Warum? „Normalerweise bin ich ein bisschen schneller. Aber ich bin momentan nicht in der Form. Deswegen habe ich mir mit einer Freundin bei einem Bier überlegt: Wenn ich es schon lockerer angehe, dann auch witzig“, erklärt Ortolano. Ein, zwei Bier später fiel die Entscheidung – ein Kleid soll es sein. Und wie war es? „Es ging ziemlich gut. Nur obenrum hat es gedrückt“, sagt Ortolano.

2. 

Man nennt sie liebevoll BUZL – Brems- und Zugläufer. Sie tragen einen Luftballon an ihrem Outfit. Darauf steht eine Zeit. Ihre Aufgabe ist es, Motivation für andere Läufer zu sein, die eine bestimmte Zeit erreichen möchten. Zu ihnen zählen auch Peter Surmann (55) und Thomas Krause (51). Und die beiden Männer legen eine Punktlandung hin. Zwei Stunden. Ist ja auch ihr Job.

Sorgten für den nötigen Zug: Peter Surmann (links) und Thomas Krause liefen genau zwei Stunden.

3. 

Ihr Name verpflichtet. Eigentlich kann die acht Jahre alte Charlotte gar nicht anders, als beim Marathon mitzumachen. Warum? Nun, sie trägt denselben Namen wie der Marathon-Macher: Aufenanger. Und der verpflichtet eben. Deshalb war das kesse blonde Mädchen mit der Zahnlücke mit der gleichen Begeisterung im Einsatz wie Opa Winfried.

Ihre Aufgabe: im Ziel den Läufern Medaillen umzuhängen. Ihr Kommentar dazu: „Das ist total cool. Wenn die sehen, dass sie es geschafft haben. Die wissen ja auch, dass einen alle sehen.“ Das Lächeln der Teilnehmer sprach für sich. Dass Charlotte samstags auch beim Minimarathon mitlief – Ehrensache.

Glückliches Medaillenkind: Charlotte Aufenanger, Enkelin des Marathon-Chefs.

4. 

Denkt sich auch der Kasseler Jens Kleffmann und setzt sich mit Sohn Lasse an die Spitze eines Trends, der da heißt: Nicht allein ins Ziel laufen. Manche kommen mit Kinderwagen über die Linie, manche mit Baby auf dem Arm oder gleich mit zwei Töchtern an der Hand. Schöne Bilder sind es jedes Mal.

Wie auch bei Familie Kleffmann aus Kassel. „Lasse hatte sich gewünscht, mit mir die Runde durchs Stadion zu laufen“, erklärt der Papa. Gesagt, getan. Beim Einlauf ins Stadion reicht ihm seine Frau den Sohn. Und gemeinsam läuft das Duo ins Ziel. „Das habe ich nur für ihn gemacht“, sagt er stolz, während sich der Vierjährige schüchtern, aber mit stolzem Grinsen im Gesicht hinter Papas Beim versteckt.

Gemeinsam über die Ziellinie: Jens Kleffmann mit Sohn Lasse. 

5.: 

Manchmal ist die Frage, wie Läufer zueinanderstehen, ganz einfach zu beantworten. Man werfe einfach einen Blick auf die T-Shirts. Bei Kai Spreckelmeyer und Peter Tietsch jedenfalls half das. Der gebürtige Kasseler arbeitet als Leiter einer Berufsschule in Osnabrück und war mit Kollege Spreckelmeyer im Partnerlook beim Halbmarathon an den Start gegangen. Partnerlook? Nicht ganz. Denn Tietschs Oberteil trug den Zusatz Boss.

Mitarbeiter und Boss: Kai Spreckelmeyer (links) und der Kasseler Peter Tietsch. 

Fotostrecke vom Kassel Marathon

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Rubriklistenbild: © Streuff

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