Laufpapst, Berge und Vielfalt 

Fünf Gründe, warum der Kasseler Marathon besser ist als der in Berlin

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Volles Engagement beim Kasseler Marathon: Marathon-Chef Winfried Aufenanger und einige der rund 1000 Helfer beim Verteilen der Verpflegung (links). Rechts Maciek Miereczko, der Marathonsieger des Jahres 2017, vor der Ziellinie.   

Kassel. Am Wochenende wird nicht nur in Kassel Marathon gelaufen, sondern auch in Berlin. Mit einem Augenzwinkern findet man fünf Gründe, warum Nordhessen besser ist als der Hauptstadt-Klassiker.

Wie? Sie sind traurig, dass Sie keinen Startplatz für den Berliner Marathon haben, der am kommenden Sonntag zeitgleich mit dem Kasseler Marathon gestartet wird? Okay, in Berlin fing alles schon 1974 an. Damals fiel der erste Startschuss zu einem Marathonlauf. Gelaufen wurde noch im Tiergarten, erst 1981 zog der Lauf in die Stadt. 

Heute gehört der Berliner Marathon neben den Veranstaltungen in New York, Paris und London zu den größten und renommiertesten Marathonläufen der Welt. Nach den durchschnittlichen Zeiten der besten zehn Ergebnisse der Frauen und Männer ist Berlin der schnellste weltweit. Dennis Kimetto aus Kenia lief dort 2014 in 2:02:57 Stunden zum noch heute gültigen Weltrekord. Und dennoch – es gibt mindestens fünf gute aber nicht immer bierernste Gründe warum man in Kassel statt in Berlin laufen sollte.

1. Wir haben das Auestadion: Was ist schon das Brandenburger Tor? Wir haben das Auestadion. Seit 2012 wird der Zieleinlauf dort vor großem Publikum gefeiert. Besonderes Schmankerl ist und bleibt dabei der Mini-Marathon am Samstag. Wenn dann regelmäßig an die 10 000 Eltern, Großeltern und Verwandte ihren Kindern zujubeln, herrscht Gänsehaut-Atmosphäre.

2. Wir haben einen Laufpapst: Der hat definitiv einen direkten Draht nach ganz oben. Bereits vor drei Wochen wusste Winfried Aufenanger bei einer großen Info-Veranstaltung wie das Wetter in Kassel am 16. September wird: „Die Sonne wird scheinen – den ganzen Tag.“ Na, wenn das nicht ein Versprechen ist. Da kann Berlin nicht mithalten.

Und außerdem ist Winfried Aufenanger einfach überall. Auch ohne Handy koordiniert der 71-Jährige die Großveranstaltung. Noch im Morgengrauen werden die neuralgischen Punkte auf der Strecke kontrolliert. Wenn dann der Startschuss erst einmal gefallen ist, gibt es kein Halten mehr. Aus dem Begleitfahrzeug heraus feuert Aufenanger nicht nur die führenden Afrikaner an. Verpflegungsstände werden inspiziert, schwächelnde Läufer und Walker persönlich motiviert und das Publikum begrüßt und zum Jubeln animiert. Mit annähernd 1000 Helfern stemmt Aufenanger das Großereignis, und dafür bedankt er sich, bis die Stimme heiser ist.

3. Wir haben die Vielfalt: Bereits beim ersten Kassel Marathon im Jahr 2007 waren nicht nur Läufer und Walker am Start. Mehrere Jahre rasten die Inliner in gut einer halben Stunde über die Halbmarathonstrecke und sorgten für den frühen Hingucker. Ganz zu schweigen von den Mini-Marathonis. Die Kinder und Teenager laufen auf der 4,2 Kilometer langen Strecke durch die Karlsaue, und inzwischen gibt es sogar im dritten Jahr einen Bambinilauf, mit dem das Marathonspektakel am Freitagnachmittag mit hunderten von Kindergartenkindern auf der Menzelstraße gestartet wird. Und dann wäre da noch der integrative Faktor mit den Handbikern. Ach ja: Der Kasseler Marathon hat sogar einen göttlichen Beistand – seit etlichen Jahren gibt es die Deutschen Ökumenischen Kirchenmeisterschaften. Da kann nichts mehr schief gehen.

4. Wir haben einen Emu: Der Maskottchen-Nachfolger des laufenden Schuhs Marakass hört auf den Namen Winnie. Wer da wohl der Namenspate war? Auf alle Fälle ist Winnie ein Emu. Ein Laufvogel mit langem Hals, der regelmäßig die Fotografen zur Verzweiflung bringt, weil Hals und Kopf in kaum ein Bildformat passen.

5. Wir haben den Berg: Beim Kassel Marathon gibt es ja bekanntlich den Mann mit dem Hammer. Der ist das Sinnbild für den schweren Durchhänger rund um Kilometer 35. In Kassel lauert der zwar auch, aber das wahre Drama hat einen anderen Namen: die Zentgrafenstraße im Stadtteil Kirchditmold. Jenseits von Kilometer 30 geht es stramm bergauf. Da schnaufen selbst die Profis. Zuschauer und Motivationskünstler sind auch in diesem Jahr wieder herzlich willkommen.

Noch mehr zum Kassel-Marathon:

Alle Infos für Starter und Zuschauer gibt es hier.

Die Übersicht über Straßensperrungen finden Sie hier

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