im Samstagsinterview über Siegeshoffnung und den Start in Kassel

Marathon-Läuferin Silke Optekamp: „ Ich zähle keine Kalorien“

Manchmal auch ohne Uhr unterwegs: Die Mönchengladbacherin Silke Optekamp hat sich den Sieg beim Kasseler Halbmarathon als Ziel gesetzt. Foto: Scholz

Mönchengladbach. Silke Optekamp kommt zu Fuß. Nicht nur zum Interviewtermin am Hauptbahnhof in Mönchengladbach. Auch im täglichen Leben ist die Läuferin des PSV Grün-Weiß Kassel meistens zu Fuß unterwegs.

Die gebürtige Rheinländerin läuft auf Umwegen zur Arbeit und nach Hause, und sie wird immer schneller. 2010 war sie Vierte beim Kasseler Marathon, und in diesem Jahr startet sie beim Halbmarathon. Ihr Ziel ist der Sieg.

Hallo, Frau Optekamp. Gleich geht es los. Ich muss nur noch das Band zurückspulen. Kennen Sie diese Stimme?

Optekamp: Machen Sie mal lauter (hört zu).

Und? Schon mal gehört?

Optekamp: Das ist doch Dieter Baumann, oder?

Genau. Den löschen wir jetzt mal für Sie.

Optekamp: Muss aber nicht sein.

Doch, sonst kann ich unser Gespräch nicht aufnehmen. Baumann hat übrigens auf dem Band auch davon erzählt, wie er 2009 den Freiburger Halbmarathon gewonnen hat. Und Sie? Wollen Sie auch bald was gewinnen?

Optekamp: Aber sicher. Am liebsten den Kasseler Halbmarathon am 22. Mai.

Letztes Jahr ist die Siegerin 1:22 Stunden gelaufen. Das ist also drin?

Optekamp: Auf jeden Fall. Unter 1:20 Stunden will ich bleiben.

2010 haben Sie nach dem Kasseler Lauf, in dem Sie den nordhessischen Rekord von Angelika Stephan gebrochen haben, davon gesprochen, dass er der Lauf Ihres Lebens gewesen sei ...

Optekamp: ... und das war er auch. Ich hatte meine Tempomacher dabei – da habe ich mich nie allein gefühlt. Das war perfekt, auch wegen der Stimmung an der Strecke in Kassel.

Vergangenes Jahr sind Sie ohne Uhr gelaufen. Wird das wieder so sein?

Optekamp: Dieses Mal werde ich mir wohl eine mitnehmen.

Wie war denn das eigentlich bei Ihnen mit dem Laufen? Sie waren doch früher Reiterin.

Optekamp: Ja, dreimal in der Woche bin ich geritten. Allerdings bin ich damals auch hin und wieder gejoggt. Als dann bei meiner Schwester im Dorf ein Volkslauf stattgefunden hat, bin ich mal mitgelaufen. Da bin ich die 10 Kilometer gleich unter 50 Minuten gelaufen und damit Dritte geworden. Das war erst vor vier oder fünf Jahren, aber mir war sofort klar, dass ich das offensichtlich ganz gut kann.

Sie waren zuerst bei der LG Mönchengladbach. Wie kamen Sie nach Kassel?

Optekamp: Jürgen Austin-Kerl schreibt meine Trainingspläne. Durch ihn kam der Kontakt zum PSV Grün-Weiß Kassel zustande. Für meine Ambitionen ist der Verein genau das Richtige.

Wo liegt künftig der Fokus? Auf der klassischen Strecke oder beim Halbmarathon?

Optekamp: Auf beiden. Ich werde in diesem Herbst auch wieder einen Marathon laufen.

Jetzt kommt aber erst mal der Halbmarathon-Start in Kassel. Was erwarten Sie von sich und der Veranstaltung?

Optekamp: Die Strecke kenne ich. Ich weiß, dass Organisation und Stimmung gut sein werden und rechne mit einer guten Betreuung nach dem Lauf. Ich selbst will einen neuen Streckenrekord laufen.

Ende Juli finden in Kassel die deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. Die längste Strecke sind die 5000 Meter. Das ist dann wohl zu kurz für Sie, oder?

Optekamp: Eigentlich ja, aber ich will trotzdem die Qualifikation schaffen. Natürlich möchte ich in Kassel starten, aber auf der 5000-Meter-Strecke ist dabei sein auch wirklich schon alles.

Das hört sich nach einem ordentlichen Saison-Programm an. Gelingt die Verbindung aus Sport und Arbeit?

Optekamp: Zum Glück konnte ich meine Arbeitszeit vor fünf Monaten auf 30 Stunden in der Woche reduzieren. Damit bin ich sehr glücklich, denn ich möchte schon hierbleiben. Ich bin eben Rheinländerin.

Und die feiern ja bekanntlich ganz gern, oder?

Optekamp: Stimmt, aber das geht bei mir nur nach großen Wettkämpfen in den Regenerationsphasen. Zum Glück muss ich nicht so stark aufs Essen achten. Kuchen und Nutella sind kein Problem. Ich zähle keine Kalorien. Ansonsten muss mir natürlich schon zum Feiern zumute sein.

Das heißt, dass Sie erst wieder ab dem 23. Mai feiern werden?

Optekamp: Hoffentlich.

Von Martin Scholz

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